Begründung von SNB-Chef Jordan
Überraschender Abschied vom Euro-Mindestkurs
publiziert: Donnerstag, 15. Jan 2015 / 10:44 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 15. Jan 2015 / 16:28 Uhr
SNB-Chef Thomas Jordan begründete den Schritt mit der internationalen Entwicklung.
SNB-Chef Thomas Jordan begründete den Schritt mit der internationalen Entwicklung.

Zürich/Bern - Der Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken ist Geschichte. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat die im September 2011 eingeführte Untergrenze am Donnerstag überraschend per sofort aufgehoben. SNB-Chef Thomas Jordan begründete dies mit der internationalen Entwicklung.

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Die Geldpolitik in den verschiedenen Währungsräumen drifte auseinander, sagte SNB-Chef Thomas Jordan am Donnerstag an einer Medienkonferenz in Zürich.

Für die SNB sei dabei nicht der grosse Druck auf den Mindestkurs ausschlaggebend gewesen, sagte Jordan, sondern, weil die internationale Entwicklung die SNB zur Überzeugung geführt habe, dass der Mindestkurs aufgehoben werden könne.

Der Ausstieg habe dabei genau so überraschend erfolgen müssen, wie der Einstieg, weil die Märkte zu starken Übertreibungen tendierten.

Mit der Aufhebung des Mindestkurses erleidet die SNB grosse Bewertungsverluste. «Es macht keinen Sinn, eine aus ökonomischen Gründen nicht sinnvolle Politik weiterzuführen», sagte Jordan dazu. Die SNB könne das internationale Umfeld nicht beeinflussen. «Ein Aussteigen ist darum besser.»

Laut Jordan war es zudem keine Option zuzuwarten, weil die Rücknahme der Massnahme in sechs oder zwölf Monaten in einem deutlich schlechteren Umfeld stattfinden könnte.

Zinsen weiter reduziert

Damit der Entscheid nicht zu einer unangemessenen Straffung der monetären Rahmenbedingungen führt, senkt die SNB die Zinsen deutlich. Der Zins der Bankguthaben auf den Girokonten wird um weitere 0,5 Prozentpunkte auf -0,75 Prozent reduziert, wie die SNB am Donnerstag mitteilte.

Das Zielband für den Leitzins, den Dreimonats-Libor, verschiebt sie damit weiter in den negativen Bereich auf -1,25 bis -0,25 Prozent. Die SNB hatte im Dezember angekündigt Negativzinsen einzuführen.

Die SNB will «bei Bedarf» am Devisenmarkt aktiv bleiben, um die monetären Rahmenbedingungen zu beeinflussen. Der Euro fiel unmittelbar nach der Ankündigung unter die Marke von 1,20 Fr. und notierte bei 1,16 Franken.

Starker Dollar

Die SNB begründete das Aus für den Euro-Mindestkurs auch mit dem Erstarken des US-Dollars. Die Unterschiede in der geldpolitischen Ausrichtung der bedeutenden Währungsräume hätten sich in letzter Zeit markant verstärkt und dürften sich noch weiter akzentuieren. Der Euro habe sich gegenüber dem US-Dollar deutlich abgewertet, wodurch sich auch der Franken zum US-Dollar abgeschwächt habe, schreibt die SNB im Communiqué vom Donnerstag.

Vor diesem Hintergrund sei die Nationalbank zum Schluss gekommen, dass die Durchsetzung und die Aufrechterhaltung des Euro-Mindestkurses nicht mehr gerechtfertigt sei.

Der Franken bleibe zwar hoch bewertet, aber die Überbewertung habe sich seit Einführung des Mindestkurses im September 2011 insgesamt reduziert. Die Wirtschaft habe diese Phase nutzen können, um sich auf die neue Situation einzustellen.

Schaden abgewendet

Die Währungshüter verteidigten rückblickend die Massnahme: Der Mindestkurs sei in einer Zeit der massiven Überbewertung des Frankens und grösster Verunsicherung an den Finanzmärkten eingeführt worden. «Diese ausserordentliche und temporäre Massnahme hat die Schweizer Wirtschaft vor schwerem Schaden bewahrt», hält die SNB fest.

Im Kampf um die Durchsetzung des Mindestkurses hat die SNB wiederholt am Devisenmarkt intervenieren müssen. Daher sind die Devisenbestände der SNB auf gegen 500 Mrd. Fr. angeschwollen. Zuletzt profitierte sie von der Aufwertung der Dollar-Anlagen, was ihr einen Jahresgewinn von 38 Mrd. Fr. bescherte. Nun drohen aber markante Verluste auf den Euro-Beständen.

Schweizer Börse taucht

Das Ende für den Euro-Mindestkurs und die Aussicht auf schwierige Zeiten für die Schweizer Exporte sorgten an der Schweizer Börse für einen massiven Kurstaucher. Der Schwergewichte-Index SMI tauchte zeitweise um bis zu 1300 Punkte oder 13,7 Prozent.

(bert/sda)

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€ 1999 oder 2002 bis 2015
Die SNB konnte den € nicht mehr stützen! (Zu teuer)

Angenommen man geht auf die Pferderennbahn, würde da jemand auf ein totes Pferd setzen?
Es werden wohl harte Zeiten auf uns zukommen!
Wer kauft noch Waren aus der Schweiz, die er anderswo plötzlich von heute auf morgen woanders 20% günstiger haben kann? Was macht jetzt die EMS? (SVP-Frau Blocher-Matullo) Was Stadler Rail (SVP -Mann Spuler) Ein Zug, der so um die 20 Millionen Franken kostet, kostet plötzlich 4 Millionen Franken mehr, da bekommt bei Alstom oder Simens Luxuszüge! Was machen alle die KMU's, die vorwiegend in die EU liefern? Was macht unsere Uhrenindustrie? Vom Vaterlandsgedusel a la SVP kann keiner leben! Billige Arbeitskräfte sind gefragt! Entweder billige Ausländer rein, oder Löhne runter, das Ziel ist wichtig und nun heisst es anpacken Leute und keine saudummen Ausländerparolen a la zombie mehr, aber Subito!!

Leute, wenn ihr die Schweizer Wirtschaft und den Schweizer Franken rettet wollt, dann bringt Devisen ins Ausland, indem ihr dort gross einkaufen geht! Das drückt den Franken und schützt unsere Arbeitsplätze (Zum Teil, denn der Inlandmarkt dürfte darunter leiden, Opfer müssen aber gebracht werden.)
Aber wenn man bedenkt, dass zum Beispiel unsere Pharmaindustrie lediglich 7% der Medis hier im Inland verkauft, dann sieht der Bürger ohne Scheuklappen, dass wir etwas tun müssen! Denn wenn der Draghi jetzt auch Staatsanleihen aufkauft und die Griechen "falsch" wählen, steigt der Franken noch mehr und würgt unsere Wirtschaft ab. Leute, die sich der Heimat verpflichtet fühlen, sollten jetzt das tun, was der Jordan leider nicht kann, ausländische Waren kaufen! Das ist jetzt erste Vaterlandspflicht!!!
Der Franken muss runter, egal wie, sonst sehe ich schwarz für unseren Export! Seht euch den SMI an! Seit gestern fast 20% Verlust, und das ist noch nicht das Ende!
Rettet die Schweiz alle ihr rechten Vaterlandsgesellen, wir von der anderen Seite tun bereits unsere Pflicht ohne zu jammern!! Im Falle einer auf die Idee käme das Jammern wieder nur bei den Linken zu sehen! Bisher haben nur die Arbeitgeber gejammert, ich nicht und werde das auch nicht! Ich kenne meine Plicht und nehme sie auch wahr!
Überraschend für wen?
Für mich nicht.

Der € war von Anfang zu teuer.

Alle europäischen Währungen waren weniger wert als wie der CHF.
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