Neues Produktionsverfahren ermöglicht massgeschneiderte Medikamente
USA: Erste Pille aus dem 3D-Drucker zugelassen
publiziert: Donnerstag, 6. Aug 2015 / 07:27 Uhr
Die «gedruckte» Pille von Aprecia.
Die «gedruckte» Pille von Aprecia.

Blue Ash - 3D-Druck könnte bald die Produktion und Einnahme von Medikamenten revolutionieren.

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Die Arzneimittelzulassungsbehörde FDA in den USA hat nun die weltweit erste Pille offiziell zugelassen, die vollständig per 3D-Druck hergestellt wird. Das neue Produkt «Spritam», das zur Behandlung Epilepsie-kranker Erwachsener und bei Kindern eingesetzt werden soll, kann sogar massgeschneidert auf die individuellen Bedürfnisse der Patienten hin produziert werden und soll dadurch eine effizientere Wirkung entfalten.

Individuelles Design möglich

«Indem wir die 3D-Drucktechnologie mit einer hochverordneten Epilepsie-Therapie kombinieren, gelingt es, den Bedürfnissen unserer Patienten besser nachzukommen, die mit den gegenwärtigen Medikamenten Probleme haben», erklärt Don Wetherhold, CEO beim US-Unternehmen Aprecia Pharmaceuticals, die grundlegenden Vorteile des neuen Ansatzes.

Mit «Spritam» wolle man gewissermassen das Potenzial des 3D-Drucks für die zukünftige Medikamentenproduktion aufzeigen. «Es ist das erste Mittel in einer Liste an Produkten für das zentrale Nervensystem, die von Aprecia geplant ist. Wir wollen damit auch die Art und Weise verändern, wie Patienten die Einnahme ihrer Medikamente erleben», verdeutlicht Wetherhold.

Höhere Dosen, kleinere Pillen

Die Revolution in punkto Medikamenteneinnahme fusst auf zwei Aspekten. Erstens ist es mithilfe des 3D-Drucks möglich, die Wirkstoffe in den Präparaten individuell auf Patienten zuzuschneiden. Zweitens erlaubt die schichtweise Druckmethode auch, die verschiedenen Lagen wesentlich enger aneinander zu binden. Durch dieses Verfahren, das Aprecia «ZipDose» getauft hat, können deutlich höhere Dosen - laut Hersteller bis zu 1000 Milligramm - eines bestimmten Stoffes in eine Pille gepackt werden als bislang. Die Vorteile für die Patienten liegen auf der Hand: Mussten sie vorher mehrere Tabletten schlucken, reicht nun eine einzige. Grössere Pillen können dadurch zudem viel kleiner produziert werden.

«Meiner Erfahrung nach fällt es vielen Patienten schwer, sich an strenge Behandlungsvorschriften zu halten. Entweder sie haben Probleme damit, die Tabletten hinunterzuschlucken, oder Eltern müssen mit ihren Kindern kämpfen, um sie zur täglichen Einnahme ihrer Präparate zu bewegen», schildert Marvin Rorick, Neurologe am Riverhills Neuroscience Institute in Cincinnati. «Dabei ist es gerade für Kinder und ältere Menschen enorm wichtig, dass sie ihre Medikation sehr genau und wie verschrieben einnehmen, um ihre Krankheit effektiv zu behandeln», betont Rorick.

(bert/pte)

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