US-Regierung: BP darf doch nicht bohren
publiziert: Montag, 4. Apr 2011 / 18:54 Uhr
US-Innenminister Ken Salazar: Keine Einigung mit BP.
US-Innenminister Ken Salazar: Keine Einigung mit BP.

London - Die US-Regierung hat Medienberichte bestritten, nach denen der britische Konzern BP rund ein Jahr nach der Ölpest neue Genehmigungen für Bohrungen im Golf von Mexiko erhalten hat. Es gebe keine Einigung, sagte Innenminister Ken Salazar am Montag.

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«Die Gerüchte, dass es eine Einigung mit BP gibt, sind absolut nicht wahr», sagte Salazar in Washington. Er schloss jedoch nicht aus, dass BP seine Operationen in dem Gewässer im Sommer wieder aufnehmen könnte. Dafür müsse der Konzern jedoch wie alle anderen auch zunächst ein strenges Prüfverfahren durchlaufen.

Die britischen Zeitungen «Financial Times» und «Sunday Times» hatten am Wochenende übereinstimmend gemeldet, das Unternehmen habe von den amerikanischen Behörden die Erlaubnis erhalten, seine Plattformen im Golf von Mexiko ab Juli wieder in Betrieb nehmen zu können.

Im Gegenzug habe sich das für die schlimmste Ölpest der US-Geschichte mitverantwortliche Unternehmen verpflichtet, den Behörden Zugang zu den Bohrinseln zu gewähren und seine Notfallpläne zu verbessern.

Grösster Lizenznehmer im Golf von Mexico

«Es gibt keinen Deal. Es gibt keine Gespräche», sagte die Sprecherin der für die Ölbranche zuständigen Aufsichtsbehörde, Lisa Schwartz, laut einer Mitteilung. Alle Anträge würden einzig anhand der eingereichten Unterlagen entschieden. «Wir haben bisher keine Genehmigungen für BP ausgestellt», so Schwartz.

BP ist der grösste Lizenznehmer für Tiefsee-Ölfelder im Golf von Mexiko. Auf seinen acht Feldern hier werden mehr als 400 000 Barrel täglich produziert, berichtete die «Washington Post» am Montag. Der Zeitung zufolge versucht BP, im Sommer Bohrungen von 10 existierenden Plattformen aus in den aktiven Feldern zu starten.

Die Katastrophe im Golf von Mexiko hatte BP in eine schwere Krise gestürzt. Die Kosten für das Öl-Desaster im Golf von Mexiko bezifferten die Briten insgesamt auf knapp 41 Mrd. Dollar. Das Geschäftsjahr 2010 endete für das Unternehmen unter dem Strich mit einem Minus von 4,9 Mrd. Dollar.

(fest/sda)

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