Höhere Boni
UBS: Banken spekulieren nicht gegen Euro
publiziert: Samstag, 29. Jan 2011 / 13:04 Uhr / aktualisiert: Samstag, 29. Jan 2011 / 14:40 Uhr
«UBS moderat engagiert»: Kaspar Villiger.
«UBS moderat engagiert»: Kaspar Villiger.

Zürich - Die Grossbanken wehren sich gegen den Vorwurf, sie würden auf einen schwachen Euro spekulieren und damit den Franken-Kurs nach oben treiben. UBS-Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger bezeichnete am Samstag in einem Interview mit der «NZZ» diesen Vorwurf als absurd.

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«Der Marktanteil der Schweizer Banken im Handel mit Franken liegt global bei etwa 5 Prozent», sagte Villiger. Die UBS habe keinen Einfluss auf den Wechselkurs.

«Wir müssen Wechselkursgeschäfte für unsere Kunden machen, das ist klar. Und ja, wir weisen darauf hin, dass der Franken vielleicht sicherer ist als andere Währungen. Aber das fällt nicht ins Gewicht», sagte Villiger.

Damit stiess der UBS-Präsident ins gleiche Horn wie Credit-Suisse-Vizepräsident Urs Rohner, der vor zwei Wochen Spekulationsvorwürfe als «kompletten Unsinn» bezeichnet hatte.

«Euro wird überleben»

Villiger zeigte sich überzeugt, dass der Euro überleben werde, «weil - was immer auch passiert - Europa den Euro nicht fallen lassen kann». Europa sei in Bezug auf Wachstum und Verschuldung in einer besseren Position als die USA. «Was die Staatsfinanzen betrifft, steht Kalifornien schlechter da als Griechenland!»

Villiger warnte vor Schadenfreude. Gerade die Schweiz habe von einem stabilen Europa gewaltig profitiert. «Wir können gar kein Interesse an einer Destabilisierung unseres grössten Absatzmarktes haben.»

Die UBS sei in den Ländern mit den grössten Schulden nur moderat engagiert. «Die EU-Banken sind gemäss unserer Einschätzung viel stärker betroffen als wir». sagte Villiger. Aber es könne passieren, dass es bei einem Kollaps zu einer Kettenreaktion komme. Darum müsse das Schuldenproblem zwingend gelöst werden.

Höhere Boni

Villiger plädierte für die Einführung von Umschuldungsmechanismen. «Es müsste ein von Politikern nicht beeinflussbarer Prozess sein, der automatisch nach dem Überschreiten gewisser Schwellenwerte eingeleitet wird. Das hätte auch eine sehr disziplinierende Wirkung.»

Der UBS-Präsident deutete an, dass die Boni in diesem Jahr höher liegen dürften als im Vorjahr: «Einerseits kann ich Ihnen versichern, dass wir keinen Franken zu viel ausgeben wollen. Wir wissen aber, dass der Markt für die besten Leute mindestens gleich hohe, wenn nicht sogar höhere Preise als im Vorjahr bezahlt.»

Der Euro tendierte am Freiagabend bei 1,282 Franken.

(ht/sda)

Machen Sie auch mit! Diese wirtschaft.ch - Meldung wurde von 2 Leserinnen und Lesern kommentiert.
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Der Euro verliert weiter an Wert.
Eigentlich...
...wollte ich diese Meldung gar nicht kommentieren.

Wie sich die CS und die UBS jetzt medial wieder winden und abstreiten und leugnen dass sie nicht den Euro ausnutzen um massive Gewinne zu machen, zeigt erst recht wie unglaublich egoistisch diese Banken handeln.
Das Interesse etwa am Wohl der Schweiz ist denen völlig Wurst. Die würden die Schweiz sofort verkaufen, verraten und verlassen sobald es sich lohnen würde.
unglaubwürdig
Ja, ja, die Boni und der angebliche Markt, der die Höhe dieser Boni bestimmt. Wer's glaubt... Der Alt-Bundesrat ist leider zum Sprachrohr von Grübel verkümmert.
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