Swissgrid-Chef rechtfertigt Strompreiserhöhungen
publiziert: Montag, 18. Aug 2008 / 11:09 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 20. Aug 2008 / 07:22 Uhr

Bern - Swissgrid-Chef Hans-Peter Aebi wehrt sich gegen den Vorwurf der Preistreiberei. Für die höheren Strompreise seien die Netzbetreiber und der Markt verantwortlich, sagt er in einem Interview in der Ausgabe der Gratiszeitung «.ch».

Die Strompreise werden laut Aebi noch weiter steigen.
Die Strompreise werden laut Aebi noch weiter steigen.
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Nicht Swissgrid habe die neuen Gebühren festgelegt; die Swissgrid- Berechnung basiere vielmehr auf den Unterhalts- und Kapitalkosten, welche die Betreiber vorlegten. Für die anderen Dienstleistungen, die Swissgrid neu zu erbringen habe, müssten Marktpreise verrechnet werden. «Das schreibt das Gesetz vor.»

Preistreibend wirke sich aber auch der Zeitpunkt des Systemwechsels aus: Die Marktöffnung falle mit den Preiserhöhungen bei Erdöl und Erdgas zusammen. «Hätten wir den Markt vor fünf Jahren geöffnet, als die Preise noch tief waren, würden sie jetzt sinken.»

Die Strompreise werden laut Aebi noch weiter steigen. Dafür verantwortlich seien neben den höheren Erdöl- und Erdgaspreisen auch die Förderbeiträge für erneuerbare Energien. «Wir wissen heute noch nicht, wie hoch die Marktpreise nächstes Jahr tatsächlich sind.»

Aebi: Bau neuer Kraftwerke unabwendbar

Für Aebi ist der Bau neuer Kraftwerke unabwendbar - sowohl von Atom- als auch von Gaskraftwerken. Das Problem bei Solar- und Windstrom sei, dass er nicht immer in genügendem Mass zur Verfügung stehe.

Am 23. Mai publizierte Swissgrid die neuen Durchleitungstarife: Statt bisher 0,2 Rappen pro Kilowattstunde sind es nun 0,9 Rappen. Die Kraftwerke kündigten daraufhin per 2009 Strompreisanhebungen von bis zu 20 Prozent an.

(fest/sda)

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