Swisscom leidet weiterhin unter Preiszerfall in der Telefonie
publiziert: Mittwoch, 29. Nov 2000 / 14:47 Uhr

Bern - Das Klima bei der Swisscom hat sich leicht entspannt, seit Jens Alder vor bald einem Jahr auf dem Chefsessel von Tony Reis Platz nahm. Der Abschluss eines Gesamtarbeitsvertrages (GAV), eines Sozialplanes und einer Lohnvereinbarung für 2001 hat den Angestellten wieder etwas Sicherheit gegeben.

Die Entwicklung in letzter Zeit habe eine leichte Entspannung bewirkt, sagte Zentralsekretär Alain Carrupt von der Gewerkschaft Kommunikation am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Die Ängste der Angestellten wegen der Restrukturierungen hätten sich nach dem Abschluss mehrerer Vereinbarungen mit der Konzernleitung abgeschwächt.

Der psychologische Schock über die Streichung von tausenden Stellen in wenigen Monaten ist aber nach wie vor gleich gross, sagte Carrupt. Er war besonders vor einem Jahr mit den Händen greifbar, als Swisscom-Chef Tony Reis seinen Hut nahm und die Gewerkschaften von einem «katastrophalen» Betriebsklima sprachen.

Weiterhin Sorgen bei Mitarbeitern

Die Besserung seither sei mehreren Schritten nach vorne zu verdanken: der Unterzeichnung eines GAV im Juli und einem Lohnabkommen, das den vollen Teuerungsausgleich sowie individuelle Salärerhöhungen vorsieht.

Ausserdem sei mit Manpower das Gemeinschaftsunternehmen Work- link geschaffen worden, das die ältesten Angestellten wieder in den Arbeitsmarkt integrieren soll, die ihren Job bei Swisscom verloren haben.

Es bleiben aber noch Sorgen, vor allem über die neuen Stellenstreichungen und die Auslagerungen von Arbeitsplätzen, die je 3000 Jobs betreffen. Es sei nötig, dass alle Vereinbarungen auch nach dem Umbau des Konzerns in eine Holding auf die ganze Gruppe anwendbar blieben, forderte Carrupt.

Stellenstreichungen gehen weiter

Die Swisscom gab am Mittwoch bekannt, den Personalbestand gegenüber dem 30. September 1999 (ohne debitel) um 7,6 Prozent oder 1480 Angestellte auf 17 966 verkleinert zu haben. Die Personalkosten seien um 3 Prozent gesunken. Unter Einbezug der deutschen Tochter debitel hatte der Konzern Ende September dieses Jahres 20 883 Vollzeitstellen.

(kil/sda)

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