Swatch-Präsident denkt an Börsen-Rückzug
publiziert: Sonntag, 30. Mrz 2008 / 14:27 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 30. Mrz 2008 / 18:42 Uhr

Biel - Der Präsident des Uhrenkonzerns Swatch, Nicolas Hayek, denkt an einen Rückzug von der Börse. Die Börse sei kein vorteilhafter Ort für Firmen wie die Swatch Group. «Ich habe geplant, von ihr wegzukommen, aber ich will keine Schulden machen.»

Laut Hayek tummeln sich an der Börse neben grossartigen Menschen auch einige der grössten Gauner.
Laut Hayek tummeln sich an der Börse neben grossartigen Menschen auch einige der grössten Gauner.
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«Wir brauchen eine grundlegende Reform unserer Finanz- und Börsenwelt. Die Mehrheit der Finanzgesellschaften und Fonds vertreten als Aktionäre nicht die Interessen der Firmen, in die sie investieren - im Gegenteil», sagte der 80-Jährige in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag».

Die Swatch Gruppe habe im vergangenen Jahr über 1 Mrd. Fr. Gewinn und einen Rekordumsatz erzielt. «Und was macht der US-Fonds, der ein paar Prozent an der Swatch Group hält und die Aktien gekauft hatte, als der Dollar bei 1,20 Fr. lag? Er verkauft alles, weil der Dollar auf 0,99 Fr. gesunken ist und er Geld benötigt», sagte Hayek.

«Wilde Spekulation und Unehrlichkeit»

Was mit der Swatch-Aktie passiere, sei dem Fonds egal. Man dürfe nicht mehr erlauben, dass jeder in eine Firma investiere, ohne dass dies vom Management und anderen Investoren akzeptiert werde, sagte Hayek: «Sie vermieten ihr Haus auch nicht an irgendjemanden, der dieses rücksichtslos zerstört, wenn es in seinem Interesse liegt.»

In der Börsenwelt gebe es im Vergleich zu anderen Branchen einen grösseren Prozentsatz von Akteuren, die von wilder Spekulation und Unehrlichkeit getrieben seien. «Es ist der Platz, wo sich nebst einigen grossartigen Menschen auch einige der grössten Gauner tummeln», sagte Hayek.

(ht/sda)

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