Werk in Oberwinterthur vor Schliessung
Sulzer streicht 90 Stellen
publiziert: Freitag, 11. Mrz 2016 / 07:52 Uhr / aktualisiert: Freitag, 11. Mrz 2016 / 11:10 Uhr
Sulzer will die Standardverfahren befolgen.
Sulzer will die Standardverfahren befolgen.

Winterthur ZH - Sulzer streicht weitere Stellen. So stellt der Industriekonzern in Winterthur die Produktion in der Sparte Chemtech ein. Davon betroffen sind 90 Mitarbeitende. Das wird jedoch erst der Auftakt für einen weiteren umfassenden Stellenabbau des Konzerns sein.

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Die Entlassungen im Chemtech-Werk in Oberwinterthur sollen nach Abschluss des obligatorischen Konsultationsverfahren in diesem Jahr starten und bis Mitte 2017 abgeschlossen sein, wie Sulzer am Freitag mitteilte. Mit dem Stellenabbau reduziert sich die Zahl der Angestellten von Chemtech in Oberwinterthur gemäss der Medienstelle von heute 260 auf noch 170. In Oberwinterthur verbleiben die Verwaltung, Forschung und Entwicklung.

Damit reduziert Sulzer in der Schweiz die Zahl der Mitarbeiter der Sparte Chemtech weiter. Bereits Mitte des letzten Jahres gab der Konzern bekannt, dass es im Chemtech-Werk Allschwil BL die Angestelltenzahl von 114 auf 94 reduziert. Im Gegensatz zu Oberwinterthur produziert Sulzer in Allschwil weiter. Nach dem Abbau in Winterthur wird Sulzer in der Schweiz neben Allschwil nur noch in Haag SG ein Produktionswerk haben. Insgesamt beschäftigt Sulzer in der Schweiz noch rund 1100 Personen.

Am Standort Oberwinterthur produziert die Sulzer-Sparte Chemtech Kolonnenböden, Kolonneneinbauten, statische Mischer und strukturierte Packungen für den Öl- und Gasmarkt. Die Herstellung soll an andere Produktionsstandorte innerhalb des Produktionsnetzwerks von Sulzer verlagert werden. Sonderprojekte und Projekte mit kurzen Lieferzeiten sollen von Partnerfirmen im EU-Raum übernommen werden.

Verschärftes Sparprogramm

Als Grund für die Schliessung gibt Sulzer das zunehmend anspruchsvolle Marktumfeld, insbesondere im Öl- und Gasmarkt an. Um den Preisdruck abzuschwächen, möchte das Unternehmen weltweit auf weniger Produktionsstandorte fokussieren. Sulzer verweist dazu auf den wachsenden Wettbewerb, den signifikanten Zerfall des Ölpreises sowie den starken Franken, die die Produktionskosten in der Schweiz nachhaltig unter Druck setzen.

Dass Sulzer 2016 den Personalbestand weiter reduzieren wird, war bereits seit längerer Zeit absehbar. So lancierte Sulzer vor einem Jahr ein Effizienzsteigerungsprogramm mit dem Ziel bis 2018 die laufenden Kosten um 120 bis 180 Millionen Franken zu senken.

Der neue Sulzer Chef Greg Poux-Guillaume hat Ende Februar jedoch angekündigt, dieses Sparprogramm zu verschärfen. Jetzt sollen die jährlichen Einsparungen 200 Millionen Franken betragen. Im laufenden Jahr sollen dabei Einsparungen zwischen 64 bis 84 Millionen Franken erreicht werden. 2015 wurden die Kosten mit diesem Programm um 36 Millionen Franken gesenkt. Der weltweite Personalbestand hat sich innert Jahresfrist um 1241 auf noch 14'253 Stellen Ende 2015 reduziert.

(bert/sda)

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