Suite 150: Schweizer Erfolgsfirmen geben Erfahrungen an Jungunternehmen weiter
publiziert: Freitag, 13. Apr 2012 / 16:49 Uhr
Experten und Jungunternehmer unter sich: Roland Siegwart (ETH Zürich), Peter Stein (Greenteg) und Christian Hirsig (Atizo)
Experten und Jungunternehmer unter sich: Roland Siegwart (ETH Zürich), Peter Stein (Greenteg) und Christian Hirsig (Atizo)

Die ältesten Unternehmen der Schweiz, zusammengefasst im Club «Suite 150», helfen mit ihrer Expertise aufstrebenden Jungunternehmen, die den Erfolg der Evergreens nachmachen wollen - so lautet die Devise der Startup-Patenschaften des «Ältesten-Club», der letztes Jahr von der Handelszeitung ins Leben gerufen wurde. Profitieren können seitdem die Jungunternehmen Atizo, greenTEG und Biognosys.

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Lister der Suite 150
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handelszeitung.ch/

Die Glockenbauer Rüetschi, der Matratzenhersteller Roviva Roth, die Privatbank La Roche, der Metall- und Stahlhändler Pestalozzi, die Grossbank Credit Suisse, der Schirmfabrikant Strotz und der Versicherer Helvetia - alles Firmen, die der exklusiven «Suite 150» gehören. Um in diesen Unternehmerclub aufgenommen zu werden zählen weder Geld noch Grösse oder Beziehungen, sondern nur ein langer Atem: die Schweizer Unternehmen müssen seit mindestens 150 Jahren tätig sein. Nun trafen sich die Clubmitglieder zum ersten Mal zur Gründerversammlung in Zürich, in der es auch darum ging, die langjährigen Erfahrungen an die nächste Unternehmergeneration weiterzugeben.

Mentoring für junge Firmengründer und Startups

Dass dieser Austausch bereits bestens funktioniert, bewiesen die Einspielfilme von drei Patenschaften. So traf sich z.B. Philipp Mosimann, der Chef des Industriekonzerns Bucher, mit Peter Stein von Greenteg zum Interview. In den beiden Treffen ging es um strategische Fragen bei der Lancierung eines neuen Produkts. Martin Ketterer, der technische Direktor der Bierbrauerei Schützengarten, tauschte sich mit Philipp Antoni von Biognosys über Messung und Diagostik aus. Peter Marthaler, Kommunikationsleiter des Versicherers Mobiliar, erörterte mit Christian Hirsig von Atizo die Innovationsprozesse von Grossunternehmen.

Positives Feedback von den Jungunternehmern

Peter Stein, Mitgründer von greenTEG, zu der Initiative: «Wir sind davon wirklich begeistert! Zum einen, weil wir so den direkten Kontakt zu solch erfahrenen Unternehmern bekommen, die uns z.B. dabei helfen unseren Produkteinführungsprozess zu definieren: Welche Meilensteine setzen wir, wie gehen wir mit Kunden in der Phase um, usw. Zum anderen war die Einladung zum Club viel wert: Einen Abend mit den Management-Vertretern der ältesten Firmen der Schweiz zu verbringen hat grosses Netzwerkpotential und schafft zudem Vertrauen bei Kunden und Investoren. Also für uns hat sich der Aufwand mehr als gelohnt. Und wir haben noch 2-3 Termine mit Bucher offen, die wir sicher nutzen werden.»

Biognosys, Atizo und greenTEG erste Paten-Startups

Alle drei Jungfirmen, die den Erfahrungsaustausch für sich nutzen können, stammen aus dem Kreis der Förderinitiativen venturelab und venture kick: Biognosys (Platz 12 der TOP 100) hat eine Technologie entwickelt, mit der man die Menge verschiedener Proteine in einer Probe exakt bestimmen kann um ein Abbild aller Proteine zu speichern - mit unbegrenzten Möglichkeiten für die personalisierte Diagnostik. Die Firma Atizo um den venture leaders Gewinner Christian Hirsig stellt eine Ideenplattform im Internet zur Verfügung, auf der Unternehmen Fragen an die Community stellen kann. Ausserdem hat das venturelab-Startup greenTEG spezielle Folien entwickelt, die Wärme direkt in Strom umwandeln und vielfältig zum Einsatz kommen können.

Mehr Clubmitglieder und Startups in der Pipeline

Weitere Patenschaften sind unterwegs, Diskussionen und Treffen zwischen den Traditionsfirmen und Jungunternehmen sind geplant. Die Zahl der Clubmitglieder wächst weiter: Jedes Jahr kommen rund 10 weitere Unternehmen hinzu, welche 150 Jahre alt werden und damit die zentrale Aufnahmebedingung erfüllen.

(th/IFJ)

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