Hollande kündigt drastische Steuererhöhungen an
Steuererhöhungen in Frankreich angekündigt
publiziert: Sonntag, 9. Sep 2012 / 22:30 Uhr
François Hollande
François Hollande

Paris - Im Hinblick auf den Defizitabbau im Jahr 2013 hat Frankreichs Präsident François Hollande eine Steuererhöhung um zehn Milliarden Euro für die Haushalte und zehn Milliarden für grosse Unternehmen angekündigt. Weitere zehn Milliarden Euro will der Staat einsparen.

Schweizer Kredit online beantragen
9 Meldungen im Zusammenhang
Dies sagte Hollande am Sonntagabend in einem Interview im Fernsehsender TF1.

Hollandes sozialistische Regierung will Ende September ihren Haushalt für 2013 vorlegen, in dem ein Loch von 33 Milliarden Euro gestopft werden muss, um das Haushaltsdefizit von 4,5 auf 3 Prozent im nächsten Jahr zu drücken.

Zu den geplanten Steuererhöhungen zählt die Einführung einer Reichensteuer in Höhe von 75 Prozent ab einem Einkommen von einer Million Euro. Hollande versicherte, dass es dabei «keine Ausnahmen» geben werde. In den vergangenen Tagen hatte es in Medienberichten geheissen, dass möglicherweise Sportler und Künstler von der Reichensteuer ausgenommen werden könnten.

Hollande räumte ein, dass die Reichensteuer vor allem «symbolisch» sei. Es seien lediglich 2000 bis 3000 Personen davon betroffen. Geld soll daher vor allem durch eine grosse Reform der Einkommensteuer hereinkommen. Auch sollen Kapitaleinkünfte stärker besteuert werden.

Kleine und mittlere Firmen nicht stärker belasten

Bei der Erhöhung der Steuern für Unternehmen soll nach den Worten des Präsidenten darauf geachtet werden, dass kleine und mittlere Unternehmen möglichst nicht stärker belastet werden. Auch exportierende Firmen sollen bevorzugt werden sowie diejenigen, die Gewinne reinvestieren. «Wir werden einen Unterschied machen zwischen den Gewinnen, die investiert werden und den Gewinnen, die ausgeschüttet werden», sagte Hollande.

Er geht von einem Wachstum im nächsten Jahr von nur noch 0,8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) in Frankreich aus. Bisher hatte die Regierung mit 1,2 Prozent gerechnet. Premierminister Jean-Marc Ayrault hatte bereits Ende August angedeutet, dass die Wachstumsaussichten nach unten korrigiert werden könnten. Frankreich hatte in den vergangenen drei Quartalen ein Null-Wachstum verzeichnet.

«Regierung hat keine Zeit verloren»

Angesichts der wachsenden Kritik an seiner Politik versicherte Hollande zudem, dass alle nötigen Entscheidungen für Reformen insbesondere am Arbeitsmarkt noch in diesem Jahr getroffen würden. «Die Regierung hat keine Zeit verloren. Sie hat gehandelt und schnell», hob er hervor.

Zugleich rechtfertigte er sich auch damit, dass er «nicht in vier Monaten das machen kann, was meine Vorgänger in fünf oder zehn Jahren nicht gemacht haben».

Hollandes Zustimmungswerte bei den Franzosen waren zuletzt auf unter 50 Prozent abgerutscht. Ihm und seiner Regierung wurde in der Presse massiv vorgeworfen, angesichts der steigenden Arbeitslosigkeit und der Wachstumsschwäche zu wenig zu tun.

(alb/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese wirtschaft.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Paris - Der französische Verfassungsrat hat einen der zentralen Steuerbeschlüsse der Pariser Linksregierung gekippt. Das ... mehr lesen
Herber Rückschlag für François Hollande und seine Regierung.
Jean-Claude Trichet
Paris - Frankreich hat nach Ansicht des ehemals höchsten Euro-Währungshüters ... mehr lesen 1
Bern - Um Steuerhinterzieher ausfindig zu machen, ermitteln französische Steuerfahnder auch in der Schweiz. Der ... mehr lesen
Als Tourist eingereist und eine verdeckte Steuerfahndung in Genf durchgeführt.
Jean-Marc Ayrault verkündete weitere Einsparungen in Höhe von zehn Milliarden Euro. (Archivbild)
Paris - Mit massiven Steuererleichterungen will die französische Regierung die Unternehmen des Landes wieder wettbewerbsfähiger machen. Geplant sind auf drei Jahre ... mehr lesen
Paris - Die französische Nationalversammlung hat der Einführung der umstrittenen Reichensteuer in Frankreich ... mehr lesen
Hollande wurde im Mai zum neuen Staatschef gewählt. (Archivbild)
Weitere Artikel im Zusammenhang
Paris - Mit Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen im Umfang von 36,9 Milliarden Euro will Frankreich das Haushaltsdefizit im kommenden Jahr auf drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) drücken. Die französische Regierung beschloss am Freitag den Haushalt für 2013. mehr lesen 
Paris - Die Popularitätswerte von Frankreichs Präsident François Hollande sind laut einer neuen Umfrage im September stark gesunken. Im Vergleich zu August sank die Beliebtheit Hollandes um elf Prozentpunkte und liegt nur noch bei 43 Prozent. mehr lesen 
François Hollande.
Paris - Das französische Parlament hat am Dienstagabend das erste grosse Reformpaket der linken Regierung von François ... mehr lesen
Paris - Im Kampf gegen die ausufernden Staatsschulden setzt die neue französische Regierung massiv auf Steuererhöhungen. Auf Zusatzbelastungen müssen sich vor allem Spitzenverdiener und Grossunternehmen einstellen. mehr lesen 
Die Troika, das Sparparadox.
Absurde Sparpolitik  Wer ist denn überhaupt diese Troika, die in Südeuropa für soziale Unruhen sorgt? Es handelt sich um eine kleine Gruppe von Beamten aus den drei Institutionen IWF, EZB und Europäischer Kommission. Sie agieren ohne parlamentarische Kontrolle und zwingen Staaten zu gefährlichen Sparmassnahmen. 3
Sondertreffen zur Schuldenkrise  Brüssel - Das von der Staatspleite bedrohte Griechenland hat sich verpflichtet, in den nächsten ...  
Tsipras sowie Angela Merkel wollen eine schnelle Lösung.
Fünf Stunden Diskussion zwischen Merkel und Tsipras Berlin - Während fast fünf Stunden haben sich am Dienstagabend die deutsche Kanzlerin ...
Titel Forum Teaser
Meyer Burger steckt weiter im Minus.
Green Investment Meyer Burger bleibt in den roten Zahlen Thun BE - Das Solartechnologieunternehmen Meyer ...
Es ist wichtig, den richtigen Umgang mit den eigenen Daten zu lernen.
Startup News Eigene Daten richtig schützen - Methoden und Programme zum Datenschutz Das Internet hat die wichtigsten Bereiche des alltäglichen Lebens übernommen, sei es Online Banking, Familienerinnerungen, soziales ...
Jedes dritte KMU in Deutschland hat 2011-2013 Energie eingespart.
KMU-Magazin Research Energiewende ist im Mittelstand angekommen Die kleinen und mittleren Unternehmen sind auf ...
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
SO SUCCDINA Logo
26.03.2015
26.03.2015
25.03.2015
beautiful motors Logo
25.03.2015
SIMPLY human Logo
24.03.2015
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
FR SA SO MO DI MI
Zürich 1°C 4°C leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Basel 0°C 5°C leicht bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 2°C 6°C bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Bern 4°C 10°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Luzern 4°C 9°C bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Genf 5°C 11°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Lugano 10°C 19°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
mehr Wetter von über 6000 Orten