Schwan: «Der Druck ist enorm»
Stellenabbau bei Roche ist «eine schwierige Situation»
publiziert: Sonntag, 21. Nov 2010 / 11:59 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 21. Nov 2010 / 12:38 Uhr
Severin Schwan.
Severin Schwan.

Bern - Trotz Sparprogramm: Der Pharmakonzern Roche hält weiter Ausschau nach Zukäufen. Das Unternehmen sei interessiert, Innovationen von aussen ins Haus zu bringen, sagte Konzernchef Severin Schwan. Zudem verteidigte er in der Sonntagspresse den Abbau von 4800 Stellen.

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«Ich erlebe es als eine sehr schwierige Situation», sagte er im Interview mit der «SonntagsZeitung». Er sei sich den Folgen dieses Effizienzsteigerungsplans auf menschlicher Ebene bewusst. Doch «würde ich nicht entschlossen handeln, würde ich meiner Führungsverantwortung nicht gerecht», so Schwan.

Roche hatte am vergangenen Mittwoch trotz Milliardengewinne den Abbau von weltweit 4800 Arbeitsplätzen bekannt gegeben, darunter 770 Stellen in der Schweiz. Der Pharmakonzern begründete dies unter anderem mit Belastungen durch die Gesundheitsreform in den USA, dem generellen Preisdruck und Rückschlägen bei einzelnen Produkten.

«Es wäre für mich bequemer, weiterzumachen wie bisher. Doch würde ein Teufelskreislauf in Gang kommen. Die Massnahmen, die dann nötig werden würden, wären ungemein schmerzhafter», sagte Schwan weiter.

Ausgezeichnete Arbeit in Burgdorf

Mit der Leistung der Mitarbeitenden im Werk Burgdorf, das in zwei Jahren ganz geschlossen wird, sei er beispielsweise sehr zufrieden, sagte Schwan in der «NZZ am Sonntag». «Unsere Leute in Burgdorf leisten eine ausgezeichnete Arbeit.» Langfristig sei es dennoch wichtig, die verschiedenen Funktionen bei den Entwicklungsaktivitäten an einem Standort - in diesem Fall im deutschen Mannheim - zusammenzuführen.

Dass in der Schweiz Stellen abgebaut werden, in der Forschungsabteilung der für 46,4 Mrd. Fr. zugekauften US-Tochter Genentech aber nicht, habe mit der positiven Dynamik dieser Abteilung zu tun.

«Bei der Umsetzung eines solchen Programms ist es wichtig, dass man sehr differenziert vorgeht und nicht alles über den gleichen Kamm schert», sagte Schwan weiter. Insgesamt habe der Konzern zwölf völlig neue Wirkstoffe in der Pipeline, davon stammten acht aus dem Roche-Netzwerk.

(bert/sda)

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