Steigende Umsätze trotz Fall der Buchpreisbindung
publiziert: Montag, 29. Okt 2007 / 18:13 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 30. Okt 2007 / 10:52 Uhr

Bern - Trotz Unkenrufe hat der Fall der Buchpreisbindung bisher in der Deutschschweiz weder die Vielfalt der Buchtitel verringert noch den Umsätzen der Buchhandlungen geschadet. Doch das liegt ganz allein an der Konjunktur, sind sich Experten einig.

Die Kippung der Buchpreisbindung stösst in der deutschen Politik auf Kritik.
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Welche Rabattschlachten neuerdings möglich sind, hat der letzte Potter-Band gezeigt, der dieses Wochenende auf Deutsch erschienen ist: Der Preis des knapp 800-seitigen Schinkens rangiert von 22 bis 44 Franken.

OF-Restseller in Schaffhausen verschenkte an einer mitternächtlichen Countdown-Party sogar 100 Bände und rühmt sich,«den billigsten Potter der Schweiz» angeboten zu haben, wie Marketingleiter Ernst Hopfgartner der SDA sagte. Orell Füssli gehört sonst nicht zu den massiven Preisbrechern. Trotzdem hat das Unternehmen seinen Umsatz um 7,3 Prozent gesteigert, wie es im August bekanntgab. Auch Thalia, die grösste deutschsprachige Buchhandelskette in der Schweiz, prosperiert - ganz ohne Discount, wie die «Handelszeitung» berichtete.

Eine Steigerung von 80 Prozent im Online-Buchhandel meldete derweil ExLibris. Der Grosshändler bietet mit 30 Prozent Nachlass auf Bestsellern und 15 Prozent auf den Rest die höchsten Discounts.

Buchzentrum spürt keinen Druck

Das Buchzentrum Hägendorf (BZ) spürt wegen der Aufhebung der Buchpreisbindung noch keinen Druck, wie Andreas Grob vom BZ erklärt. Das Unternehmen bietet regalfertige Etikettierung und die Rücknahme von Ladenhütern an - ein Service, den sich die Buchhändler weiter etwas kosten lassen.

Dass sich kleine Buchhandlungen zu Rabattsammelvereinen zusammenschliessen, tangiert das BZ nicht. Denn die Händler müssen Rabatte mit den Verlagen direkt aushandeln. Die meisten von ihnen sind in Deutschland beheimatet.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hatte sich deshalb mit eigenen Anwälten in den Zwist um das hiesige Buchpreisverfahren eingeschaltet. Vor allem im Interesse der kleinen Verlage, für die es wichtig ist, dass viele kleine Buchhandlungen überleben.

Deutsche ziehen sich zurück

Je mehr kleine Läden es gebe, sagt Christian Sprang, der Justiziar des Börsenvereins, desto grösser seien die Chancen für kleine Verlage, ihre guten Bücher an den Leser zu bringen. Denn kleine Buchhandlungen entschieden unabhängig vom Massengeschmack.

Und 60 Prozent der Buchkäufe seien Spontankäufe: Man kaufe, was vorhanden sei und empfohlen werde. Längerfristig könnten kleine Buchhändler den Preiskampf in der Schweiz nicht überleben, ist Sprang sicher.

Nach dem Entscheid des Bundesrats vom Mai hat sich der Börsenverein dennoch aus der Debatte zurückgezogen, während der Schweizer Buchhändler- und Verlegerverbandes (SBVV) weiter für ein Buchpreisbindungsgesetz kämpft. Der Schweizer Markt sei zu klein, da wolle sich der Börsenverein nicht einmischen, sagt Sprang.

Die Schweiz als Kuriosum

Immerhin habe sich Bundestagspräsident Norbert Lammert an Schweizer Politiker gewandt mit der Bitte, die Buchpreisbindung nicht zu kippen, weiss Sprang. Und an der Frankfurter Buchmesse verurteilte Kulturstaatsminister Bernd Neumann indirekt die Schweiz dafür, das Buch dem freien Markt zum Frass vorgeworfen zu haben.

An der Buchmesse, berichteten mehrere Medien, wurde die Schweiz als Kuriosum belächelt: Während andere Länder wie Frankreich reumütig zur Buchpreisbindung zurückgekehrt sind, hinke die Schweiz wieder einmal dem vorletzten Trend nach.

(von Irene Widmer/sda)

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