Firmen in der Schweiz 2009: 3 Prozent höhere Vergütungsbudgets
Stabile Budgets für Gehaltserhöhungen
publiziert: Freitag, 3. Okt 2008 / 07:40 Uhr

Ungeachtet der negativen Entwicklung an den Kapitalmärkten halten die Unternehmen in der Schweiz auch im nächsten Jahr ihre Budgets für Vergütungserhöhungen weitgehend stabil. So kalkulieren sie für 2009 mit durchschnittlich 3,0 Prozent höheren Budgets; 2008 waren es noch 2,9 Prozent. Damit rechnen die Schweizer im internationalen Vergleich mit den geringsten Werten.

Mit realen Gehaltserhöhungen von durchschnittlich 1,4 Prozent liegen Schweizer Unternehmen im hinteren Mittelfeld.
Mit realen Gehaltserhöhungen von durchschnittlich 1,4 Prozent liegen Schweizer Unternehmen im hinteren Mittelfeld.
Unter Berücksichtigung der für das nächste Jahr prognostizierten Inflationsraten ergibt sich jedoch ein freundlicheres Bild: Mit realen Gehaltserhöhungen von durchschnittlich 1,4 Prozent liegen Schweizer Unternehmen im hinteren Mittelfeld. Führend im Kreis der zentraleuropäischen Industrienationen sind mit real 1,8 Prozent höheren Vergütungsbudgets die deutschen und österreichischen Unternehmen. Signifikant über der Zwei-Prozent-Marke liegen die süd- und osteuropäischen Länder. So erwarten Arbeitnehmer in Rumänien mit 4,7 Prozent den höchsten realen Zuwachs bei den Vergütungsbudgets.

Mehr für Leistungsträger

Nach 2008 hat der Anteil der Unternehmen, die im nächsten Jahr keine Vergütungserhöhungen vornehmen, weiter abgenommen. Lediglich 3 Prozent der Unternehmen in der Schweiz haben ihre Vergütungsetats eingefroren. Gleichzeitig reservieren immer mehr Unternehmen grössere Teile ihrer Gehaltserhöhungsbudgets für Leistungsträger.

Zu diesen Erkenntnissen kommt der EMEA Compensation Planning Report 2008/9 der auf HR-Management-Themen spezialisierten Unternehmensberatung Towers Perrin Human Capital Group. Die Analyse untersucht die für Vergütungserhöhungen bereitgestellten Budgets von mehr als 2400 Unternehmen aus 42 Ländern in Europa, dem Nahen Osten und Afrika (EMEA-Region) für das laufende und das nächste Jahr.

Erste Krisenanzeichen berücksichtigt

Nach Aussage von Martin Emmerich, verantwortlicher Manager für das Schweiz-Geschäft von Towers Perrin, sind in den Werten für 2009, insbesondere bei den westeuropäischen Industrienationen, bereits die ersten Krisenanzeichen berücksichtigt. «Die Beratungspraxis zeigt, dass die Firmen nach sehr guten Geschäftsjahren und auch vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels bereit waren, ihre Lohnerhöhungsbudgets noch deutlicher anzuheben. Allein die Entwicklungen an den Kapitalmärkten und die in deren Konsequenz befürchteten Folgen für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung haben sie zu grösserer Vorsicht angehalten.» Der Vergütungsexperte geht davon aus, dass einige Unternehmen ihre Prognosen Anfang 2009 nach unten korrigieren könnten.

Grosse Spannbreite

Wie im Vorjahr (10,5 Prozent) planen russische Firmen mit der höchsten nominalen Erhöhung ihrer Vergütungsbudgets: 2009 werden es durchschnittlich 12,0 Prozent sein. Ähnliche Stabilität zeigt sich am anderen Ende der Skala: Den geringsten Wert für die Erhöhung ihrer Vergütungsbudgets prognostizieren die Schweizer Unternehmen mit durchschnittlich 3,0 Prozent (2008: 2,9 Prozent). Innerhalb von West- und Südeuropa kalkulieren griechische Unternehmen für das Jahr 2009 mit den höchsten nominalen Werten (5,5 Prozent). Weitere Spitzenwerte verzeichnen Spanien (4,5 Prozent), Norwegen (4,3 Prozent) und Grossbritannien (4,2 Prozent).

Im deutschsprachigen Raum nimmt Österreich mit einer Steigerungsrate von 4,0 Prozent für 2009 die Spitzenposition ein, was auch für die Betrachtung der realen Werte gilt (1,8 Prozent). Dank der geringsten prognostizierten Inflationsrate (1,6 Prozent) im Vergleich ergibt sich für Schweizer Unternehmen eine reale Erhöhung der Vergütungsbudgets in Höhe von 1,4 Prozent.

Konsumgüter und Pharma am höchsten

Die branchenspezifische Analyse der Lohnbudgets zeigt, dass in der Schweiz insbesondere Unternehmen der Konsumgüterindustrie mit dem höchsten Anstieg bei ihren Vergütungsbudgets kalkulieren. Der branchenspezifische Durchschnittswert liegt bei 4,0 Prozent, dicht gefolgt von den Pharma-Unternehmen (3,9 Prozent) und den als Professional Services zusammengefassten IT- und Strategieberatungen (3,7 Prozent). Im Schweizer Branchenvergleich verzeichnen die Chemie-Firmen erneut den geringsten Budgetanstieg in Höhe von 2,9 Prozent. Dieser Wert bedeutet allerdings eine Steigerung um 0,4 Prozentpunkte im Vergleich zu 2008. Einen noch höheren Anstieg – um 0,7 Prozentpunkte auf 3,3 Prozent – veranschlagen lediglich Unternehmen der Finanzdienstleistungsbranche.

IT wird moderater

Mit einem Wert von 3,0 Prozent für 2009 kalkulieren wie im laufenden Jahr die Betriebe der Informationstechnologie und Telekommunikationsindustrie, in der Analyse zusammengefasst unter dem Begriff High-Tech-Unternehmen. Bei diesen setzt sich der bereits im vergangenen Jahr zu beobachtende Trend zu moderater werdenden Lohnerhöhungen fort. Allein in Osteuropa kalkulieren High-Tech-Unternehmen noch mit Lohnzuwächsen deutlich über dem Niveau im deutschsprachigen Raum. Spitzenreiter sind Lettland (11,7 Prozent), Russland (11,3 Prozent) und Bulgarien (10,4 Prozent).

High Performer weiter im Fokus

2009 wollen in der Schweiz nur noch 3,0 Prozent der Unternehmen keine Vergütungserhöhungen vornehmen, 2008 waren es noch 7,0 Prozent. In Österreich und Deutschland planen für das Jahr 2009 alle an der Studie teilnehmenden Firmen reguläre Vergütungserhöhungen. Gleichzeitig reservieren immer mehr Unternehmen grössere Teile ihres Vergütungserhöhungsbudgets für Leistungsträger, in der Schweiz tun dies 74,0 Prozent, in Deutschland 72,0 Prozent und in Österreich exakt drei Viertel der Unternehmen. Damit ist der Anteil der Betriebe, die ihre Vergütungserhöhungen zu gleichen Anteilen allen Mitarbeitern zukommen lassen, weiter zurückgegangen.

Lohn für Leistung

Nach Ansicht von Carl Walinski, Senior Consultant und Vergütungsexperte bei Towers Perrin, unterstreicht diese Entwicklung den gesamteuropäischen Trend zu einer immer stärkeren Verknüpfung von Gehaltsanstieg und Leistungsbeurteilung: «Während hierzulande die Mehrzahl der Unternehmen schon seit Jahren mit Gehaltserhöhungen konsequent auf einem Performance Management Prozess aufbaut, basierten Gehaltsentscheidungen in Osteuropa mit Blick auf die hohe Dynamik der Mitarbeiterfluktuation zumeist auf Aspekten der Mitarbeiterbindung. Jedoch wurden gerade in den letzten zwei Jahren verstärkt Systeme etabliert, um Gehaltsentscheidungen besser und stringenter mit objektiven Ergebnissen der Leistungsbeurteilung zu verbinden.»

Veränderungen im Mitarbeiterbestand

Erstmals in diesem Jahr wurde im Rahmen der Studie bei den Unternehmen auch die Mitarbeiterfluktuation erhoben. Hierbei wird unterschieden zwischen erzwungenem (Kündigung durch das Unternehmen) und freiwilligem Arbeitsplatzwechsel (Kündigung durch den Mitarbeiter). Die höchste freiwillige Mitarbeiterfluktuation ist in Osteuropa und im arabischen Raum zu verzeichnen. Bulgarien steht hier mit den für 2008 erwarteten 20,0 Prozent an der Spitze. Durchgängig hohe Werte weisen auch skandinavische Länder aus, wie zum Beispiel Dänemark (2007: 12,9 Prozent; 2008: 13,5 Prozent) oder Norwegen (2007: 14,5 Prozent; 2008: 11,0 Prozent).

Die an der Studie teilnehmenden Schweizer Unternehmen gehen für 2008 von 8,0 Prozent freiwilliger Mitarbeiterfluktuation aus und liegen damit relativ deutlich über der Wechselquote der Nachbarländer Deutschland und Italien (jeweils 4,0 Prozent) sowie Österreich und Frankreich (jeweils 5,0 Prozent). Generell ist festzustellen, dass die für 2007 ermittelte freiwillige Mitarbeiterfluktuation in der Mehrzahl der Länder über dem für das laufende Jahr erwarteten Niveau liegt. Der Medianwert für die erzwungenen Wechsel lag im Gesamtvergleich aller Länder im Jahr 2007 bei 1,9 Prozent; für 2008 wird ein Wert von 1,0 Prozent erwartet.

Zur Studie

Der jährlich von der Unternehmensberatung Towers Perrin erstellte EMEA Compensation Planning Report analysiert die aktuellen Entwicklungen im Bereich Vergütungsplanung. Das für die Studie erhobene Vergütungsbudget erfasst Mitarbeiter aller Hierarchiestufen und berücksichtigt bei den Prognosen auch die geplanten Beförderungen. Die vorliegenden Ergebnisse für 2008 und 2009 basieren auf den Angaben von über 2400 grossen und mittelständischen Unternehmen aus 42 Ländern. In der Schweiz sind die Angaben von 97, in Deutschland von 152 und in Österreich von 85 Unternehmen eingeflossen.

(tm/KMU Magazin)

Eine breite Allianz konzernkritischer Organisationen erhöht den Druck auf Schweizer Unternehmen.
Eine breite Allianz konzernkritischer ...
Allianz erhöht den Druck  Bern - Eine breite Allianz konzernkritischer Organisationen erhöht den Druck auf Schweizer Unternehmen. Nachdem sie das Thema Konzernverantwortung mit der Kampagne «Recht ohne Grenzen» auf die politische Agenda gebracht haben, lancieren sie nun eine Volksinitiative. mehr lesen 1
Energiesparen  Die kleinen und mittleren Unternehmen ... mehr lesen
Jedes dritte KMU in Deutschland hat 2011-2013 Energie eingespart.
IT-Zufriedenheit  Besonders junge Berufstätige wollen ... mehr lesen
Mehr als die Hälfte der Berufstätigen würden gerne den Arbeitscomputer durch ein neues Gerät ersetzen.
AKTUELLE AUSGABE
AKTUELLE AUSGABE

» Hier abonnieren


Die Fachzeitschrift
für Geschäftsleitung und Verwaltungsrat von Unternehmen mit 10 - 250 Beschäftigten.

» Hier abonnieren


Agenda
Wichtige Termine für Entscheider

» Termine anzeigen

Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wieso eigentlich? Brauchen wir doch gar nicht, die Menschenrechte, nicht mal in der ... So, 12.04.15 18:01
  • JasonBond aus Strengelbach 4115
    Zürich Weltmetropole Die Entwicklung ist nicht mehr aufzuhalten. In 10 Jahren ... Do, 24.02.11 11:02
  • jorian aus Dulliken 1754
    Rohstoffpreise A Wer keine Gold oder Silbermünzen hat ist selbst schuld! EU ... Fr, 04.02.11 03:57
  • Midas aus Dubai 3810
    Wir alle haben schuld Sehen Sie die Beiträge zur Waffeninitiative im Vergleich zu Ihrem ... Fr, 04.02.11 02:48
  • mriedl aus Aurolzmünster 1
    Schuld haben die Politker Ein Beispiel, der Heizölverbrauch sink jährlich um 5%, Tendenz weiter ... Do, 03.02.11 14:23
  • jorian aus Dulliken 1754
    Buchtipp ... Sa, 08.01.11 11:26
  • Betriebsrentner aus Wörthsee 1
    Die Versicherungswirtschaft läßt grüßen!! Wieder ein Versuch, diesmal auf europäischer Ebene, Menschen in die ... So, 06.06.10 16:59
  • ochgott aus Ramsen 695
    Eine Statistik die keinen Menschen weiterhilft. Mi, 26.05.10 16:26
 
News
         
Schlüsseldienste versprechen bei einer Aussperrung schnelle und kompetente Hilfe.
Publinews Binnen weniger Sekunden ist es passiert: Die Tür fällt hinter Ihnen ins Schloss, und der Schlüssel befindet sich im Inneren des Hauses. ... mehr lesen
Eine Haustür kann mit Zusatzschlössern, Querriegeln und Schutzbeschlägen nachgerüstet werden.
Publinews Nach dem Erwerb einer Immobilie ist eine Bestandsaufnahme sinnvoll, um zu ermitteln, ob Sanierungsbedarf vorhanden ist. Für die betroffenen ... mehr lesen
Weltweite Einsetzbarkeit, hohe und bargeldlose Zahlungssicherheit - die Kreditkarte überzeugt seit jeher mit vielseitigen Vorteilen.
Publinews Immer häufiger kommt sie in Alltag, Urlaub oder bei der Arbeit zum Einsatz. Kein Wunder, denn sie bietet eine Vielzahl an Leistungen und Extras. Die Kreditkarte existiert ... mehr lesen
Wer sich als Unternehmen der Online-Welt verschliesst, der grenzt damit auch wichtige Kunden und Absatzkanäle aus.
Publinews Dass sich grosse Unternehmen es sich nicht nehmen lassen, umfangreichen Online-Aktivitäten nachzugehen, ist heute selbstverständlich. Kleinere und mittlere Unternehmen, ... mehr lesen
Wohnung putzen? Gönnen Sie sich eine professionelle Reinigungsfirma.
Publinews Es mag tatsächlich Menschen geben, die meinen, dass das Putzen der Wohnung oder des Hauses ihnen einen grossen Spass bereitet. Wenn man zu diesen Menschen ... mehr lesen
Damit man herausfinden kann, welche Sanierungsarbeiten getätigt werden müssen, muss man einen Sachverständigen beauftragen.
Publinews Wenn der Putz bröckelt und der Wind durch die alten Fenster pfeift, dann wird es so langsam an der Zeit das Haus zu sanieren. Unter Sanierung wird die Wiederherstellung des Bauwerks ... mehr lesen
Schulkids
Publinews Vielleicht kennen Sie den Klassiker aus den 1980 er Jahren, in dem der österreichische Popsänger Falco den Titel «Nie mehr Schule» anklingen liess. Damals wie heute für viele Kinder und ... mehr lesen
Videos werden in Zeiten der Digitalisierung immer wichtiger - der User favorisiert dieses Medium.
Publinews Die Digitalisierung ist auf dem Vormarsch und bringt den Menschen wie den Unternehmen wunderbare Möglichkeiten. Viele Tätigkeiten werden ... mehr lesen
Viele Offshore Firmen für Aktenschränke und andere Produkte haben sich in der Schweiz niedergelassen.
Publinews Im Jahr 2018 ist die Schweizer Wirtschaft kräftig gewachsen. Doch waren die guten Resultate im zweiten Halbjahr eher verhalten. Seit diesem ... mehr lesen
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
Remedi Logo
21.08.2019
21.08.2019
Pelarex Logo
21.08.2019
Colinfant Logo
21.08.2019
21.08.2019
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 13°C 26°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Basel 12°C 27°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
St. Gallen 13°C 23°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig Wolkenfelder, kaum Regen
Bern 12°C 25°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Luzern 14°C 24°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich Nebel
Genf 15°C 27°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Lugano 17°C 24°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft vereinzelte Gewitter
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten