Spanier haben genug von Rajoys Sparkurs
publiziert: Samstag, 15. Sep 2012 / 15:35 Uhr
Mariano Rajoys Regierung will 102 Milliarden Euro einsparen.
Mariano Rajoys Regierung will 102 Milliarden Euro einsparen.

Madrid - Eine riesige Menschenmenge hat in der spanischen Hauptstadt Madrid gegen das Kürzungsprogramm der Regierung demonstriert. Acht Demonstrationszüge kamen beim sogenannten «Marsch auf Madrid» auf dem Columbus Platz an dem Prachtboullevard Paseo de la Castellana zusammen, um ihrem Ärger über die sozialen Einschnitte Luft zu geben

7 Meldungen im Zusammenhang
Zu der Kundgebung unter dem Motto «Sie wollen uns ruinieren. Das müssen wir verhindern!» hatten rund 150 Organisationen aufgerufen. Sie fordern ein Referendum über die in den vergangenen Monaten beschlossenen Sparmassnahmen. Sie werfen der rechtskonservativen Regierung der Volkspartei (PP) vor, mit diesen Massnahmen alle Wahlversprechen im vergangenen Jahr gebrochen zu haben.

«Es gibt Alternativen»

Der Generalsekretär des Gewerkschaftsverbandes CCOO, Ignacio Fernández Toxo, beschuldigte die Regierung Rajoy, dass sie den Wohlfahrtsstaat in Spanien vernichten wolle. «Wir sagen der Regierung klipp und klar, dass wir nicht einverstanden sind, dass ihre Politik zuviel Schaden anrichtet, dass wir uns nicht fügen, weil es Alternativen gibt und es eine Lüge ist, zu sagen, es gebe keinen anderen Ausweg», sagte er.

Der Leiter der linksradikalen Partei IU, Carlos Lara, nannte die Grossdemonstration ein «soziales Misstrauensvotum» gegen die Regierungspolitik. «Wir werden nicht zulassen, das wir die Rechnung für den immensen Betrug der Banken zahlen müssen.»

Zu Tausenden waren die Demonstranten schon am Morgen aus ganz Spanien im Zentrum Madrids eingetroffen. Diejenigen aus dem Gesundheitsbereich waren weiss gekleidet, die Beamten schwarz, die aus dem Erziehungs- und Bildungssektor grün, die Alten und Pflegebedürftigen orange.

Drastische Kürzungen

Die von Mariano Rajoy geführte Regierung will im Kampf gegen die Schuldenkrise des Landes bis Ende 2014 mit einem drastischen Kürzungsprogramm 102 Milliarden Euro einsparen. Die Massnahmen sehen unter anderem die Erhöhung der Mehrwertsteuer und Kürzungen beim Arbeitslosengeld vor.

Für neu arbeitslos Gewordene soll es nach sechs Monaten nur noch die Hälfte des Grundgehalts geben. Die Arbeitslosenrate liegt in Spanien bei 25 Prozent, bei jungen Leuten unter 25 Jahren beträgt sie gut das Doppelte. Beschäftigten im öffentlichen Dienst soll trotz steigender Lebenshaltungskosten das Weihnachtsgeld gestrichen werden.

(bg/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese wirtschaft.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
London - Aufatmen in Spanien: Die Rating-Agentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit des krisengeschüttelten Euro-Schwergewichts bestätigt. Die Bonitätsnote liegt ... mehr lesen
Trotz des kriselnden Bankensektors konnte Spanien seine Note halten.
Madrid - Begleitet von heftigen Protesten versucht die spanische Regierung den Staatshaushalt mit neuen Einschnitten ins Lot zu bringen. Der Haushaltsentwurf ... mehr lesen
Laut einer Zeitung werden die Ausgaben für den Schuldendienst 2013 voraussichtlich auf 38 Milliarden Euro steigen. (Symbolbild)
Madrid - Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy schlägt vor, eine Europäische Fiskalunion in drei Schritten bis spätestens 2018 zu schaffen. mehr lesen
Mariano Rajoy will Versäumnisse nachholen.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Die Milliardenhilfe für Spanien wurde vom deutschen Bundestag gebilligt.
Berlin - Die europäische Rettungsaktion für die maroden spanischen Banken hat ... mehr lesen
Madrid - In Spanien haben am Freitagabend tausende Menschen gegen die Sparpolitik der konservativen Regierung ... mehr lesen
Parlament in Rom.
Parlament in Rom.
Regierung Renzi verabschiedet Massnahmenpaket  Rom - Der italienische Ministerrat hat ein umfangreiches Paket mit Massnahmen zur Steuersenkung verabschiedet. Vorgesehen ist eine Senkung der Einkommenssteuer für Italiener mit einem Jahreseinkommen unter 26'000 Euro, wie Premier Matteo Renzi mitteilte. 
EU-Parlament billigt Kompromiss  Strassburg - Die Steuerzahler in der Europäischen Union sollen künftig nicht mehr für die Rettung maroder Banken in die Tasche greifen müssen. Darauf zielen einheitliche Regeln zur Abwicklung von Krisenbanken ab, die das EU-Parlament in abschliessender Lesung verabschiedet hat.  
Laut EU-Parlamentschef Martin Schulz wurde ein fairer Kompromiss erreicht.(Archivbild)
Durchbruch im Streit über Abwicklung maroder Banken Brüssel - Durchbruch im jahrelangen Streit über die Abwicklung maroder Banken in Europa: Unterhändler von EU-Parlament, ...
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Henau 2218
    Unser Herr Chefökonom des SGB ... gestern 15:19
  • jorian aus Gretzenbach 1445
    Metzger & Bankster Vermischen Sie bitte die Bankster & Metztger nicht die ganze ... gestern 07:07
  • keinschaf aus Henau 2218
    Korrektur "Die arbeiten offenbar alle in Grossunternehmen und in der Baubranche, ... Fr, 18.04.14 22:11
  • keinschaf aus Henau 2218
    Ironie! Liebe Heidi... ich weiss, es ist nicht immer einfach, geschriebene und ... Fr, 18.04.14 22:01
  • Heidi aus Oberburg 958
    Das ist nicht wahr Ich arbeite in der Baubranche, und da ist niemand für Fr. 22.00/h ... Fr, 18.04.14 21:50
  • keinschaf aus Henau 2218
    Fertige Propagandalüge Ich halte - was nicht überraschen mag - diese Angaben für eine rein ... Fr, 18.04.14 19:52
  • keinschaf aus Henau 2218
    Richtig, aber... Natürlich könnten - theoretisch - solche Löhne bezahlt werden... Aber ... Fr, 18.04.14 19:14
  • HeinrichFrei aus Zürich 314
    Ohne Beruf: eher arbeitslos und vielleicht Working poor Fachkräftemangel in der Schweiz. In der Propagandaschlacht gegen die ... Fr, 18.04.14 17:37
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
16.04.2014
15.04.2014
B BERYL DJ Logo
15.04.2014
14.04.2014
14.04.2014
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
SO MO DI MI DO FR
Zürich -1°C 6°C bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel -1°C 6°C bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen -0°C 10°C bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Bern 1°C 8°C bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Luzern 3°C 11°C bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Genf 4°C 11°C leicht bewölkt bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Lugano 5°C 13°C bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten