Spanien überdenkt Rettungsplan für Bankia
publiziert: Mittwoch, 30. Mai 2012 / 20:28 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 30. Mai 2012 / 20:49 Uhr
Schwierige Rettung der angeschlagenen Grossbank Bankia.
Schwierige Rettung der angeschlagenen Grossbank Bankia.

Madrid - Die Rettung der angeschlagenen Grossbank Bankia dürfte für Defizitsünder Spanien noch teurer werden als bisher erwartet. Die konservative Regierung in Madrid ist mit ihrem Versuch gescheitert, den 19 Milliarden Euro schweren Kapitalbedarf des Instituts indirekt über die Notenpresse zu decken.

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Stattdessen wolle sich die Regierung das frische Geld für Bankia nun am Kapitalmarkt besorgen, zitierte die Zeitung «El País» am Mittwoch das Wirtschaftsministerium in Madrid. Doch an den Anleihemärkten steigt der Druck auf Spanien. Die Rendite für fünfjährige Anleihen sprang am Mittwoch über die kritische Marke von sechs Prozent.

Immerhin: Die EU-Kommission will Spanien mehr Zeit zum Sparen geben. Währungskommissar Olli Rehn schlug am Mittwoch in Brüssel vor, Madrid bis 2014 - und damit ein Jahr länger - Zeit zu geben, das Defizit wieder unter Kontrolle zu bringen.

EZB lehnt spanischen Plan ab

Am Wochenende war das Vorhaben der spanischen Regierung durchgesickert, staatliche Schuldtitel im Wert von 19 Mrd. Euro in die angeschlagene Bankia einzubringen. Diese sollten dann gemäss dem Plan der spanischen Regierung als Garantie bei der Europäischen Zentralbank (EZB) hinterlegt werden, um im Gegenzug Liquidität zu erhalten.

Doch nach einem Bericht der «Financial Times» lehnt die EZB dies ab. Unter Berufung auf EU-Offizielle schreibt das Blatt, die Notenbanker hätten die Überlegungen als inakzeptabel bezeichnet. Die Währungshüter hätten klargemacht, dass eine «richtige Geldspritze» nötig sei.

Offiziell nichts vorgelegt

Der spanische Wirtschaftsminister Luis de Guindos erklärte dazu am Mittwoch lediglich, die EZB habe keinen Sanierungsplan der spanischen Regierung für Bankia abgelehnt, und zwar aus einem einfachen Grund: «Spanien hat bei der EZB gar keinen Plan vorgelegt.»

Die EZB hielt sich zu den Gedankenspielen der spanischen Regierung offiziell zurück. Man sei nicht konsultiert worden und habe auch keine Meinung zu spanischen Überlegungen geäussert, hiess es in Frankfurt. Dennoch ist offensichtlich: Die EZB wird keine Löcher bei Banken stopfen, denen es am nötigen Kapital fehlt.

(bert/sda)

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