Spanien erhöt Mehrwertsteuer auf 21 Prozent
publiziert: Mittwoch, 11. Jul 2012 / 15:42 Uhr
Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy.
Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy.

Madrid - Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy hat eine Erhöhung der Mehrwertsteuer von derzeit 18 auf 21 Prozent angekündigt. Der verminderte Mehrwertsteuersatz werde von acht auf zehn Prozent steigen, sagte Rajoy am Mittwoch vor dem spanischen Parlament.

11 Meldungen im Zusammenhang
Rajoy gestand ein, dass er mit der Anhebung der Mehrwertsteuer eines seiner Wahlversprechen bricht. «Die Umstände haben sich jedoch geändert, und ich muss mich dieser Realität anpassen», erklärte der Regierungschef.

In einem dramatischen Appell rief er zum Handeln auf: «Wir sind in einem entscheidenden Moment. Das ist die Realität, und wir müssen aus der Patsche kommen.» Er kündigte eine Verwaltungsreform an, mit der die Regierung 3,5 Milliarden Euro einsparen will. Beamte sollen dieses Jahr auf einen Teil ihrer Sonderzahlungen verzichten.

Der Steuerabzug beim Wohnungskauf wird 2013 gestrichen. Und das Arbeitslosengeld für Arbeitnehmer wird nach sechs Monaten gekürzt, jedoch weiterhin über zwei Jahre ausgezahlt. Die Zahl der Staatsunternehmen soll drastisch reduziert werden. Eisenbahnen, Häfen und Flughäfen werden möglicherweise privatisiert.

Viertes Sparpaket

Mit den neuen Massnahmen sollen bis Ende 2014 insgesamt 65 Milliarden Euro eingespart oder mehr eingenommen werden, wie Rajoy sagte. Es ist bereits das vierte Sparpaket, das seine Regierung innerhalb eines halben Jahres beschlossen hat.

Spanien hatte sich zu neuerlichen Sparmassnahmen verpflichtet, im Gegenzug lockerten die Euro-Finanzminister zu Wochenbeginn die Vorgaben für eine Reduzierung des Haushaltsdefizits.

Das Land erhält Aufschub bis 2014, um das Staatsdefizit wieder unter den EU-Grenzwert von drei Prozent seiner Wirtschaftskraft zu drücken. Ende 2011 lag das Haushaltsdefizit bei 8,9 Prozent.

Seit 2008 in der Krise

Die Euro-Finanzminister stimmten zudem im Grundsatz für ein Hilfsprogramm für Spanien von bis zu 100 Milliarden Euro, das am 20. Juli endgültig beschlossen werden soll. Bis Ende Monat kann Spanien die erste Hilfszahlung von 30 Milliarden Euro erhalten.

Spanien ist seit dem Platzen einer Immobilienblase 2008 in der Krise. Seit dem ersten Quartal dieses Jahres befindet sich das Land wieder in der Rezession. Ende Juni beantragte das Land offiziell Finanzhilfen der Eurozone für seinen angeschlagenen Bankensektor.

(bert/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
1
Forum
Machen Sie auch mit! Diese wirtschaft.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Madrid - Begleitet von heftigen Protesten versucht die spanische Regierung den Staatshaushalt mit neuen Einschnitten ins Lot zu bringen. Der Haushaltsentwurf ... mehr lesen
Laut einer Zeitung werden die Ausgaben für den Schuldendienst 2013 voraussichtlich auf 38 Milliarden Euro steigen. (Symbolbild)
Madrid - Spaniens Innenminister Jorge Fernández Díaz hat die Festnahme von Gewerkschaftern und Demonstranten angeordnet, die bei einer ... mehr lesen
«Eine zivilisierte und demokratische Gesellschaft darf es nicht zulassen, dass die Leute das Recht in die eigene Hand nehmen», findet der Minister.
Madrid - Bei einer Grossdemonstration in Madrid haben tausende Spanier gegen die neuen Sparmassnahmen der Regierung protestiert. Die Demonstranten versammelten sich unter dem Motto «Sie wollen das Land ruinieren, das müssen wir verhindern» im Zentrum der spanischen Hauptstadt. mehr lesen 
Die Milliardenhilfe für Spanien wurde vom deutschen Bundestag gebilligt.
Berlin - Die europäische Rettungsaktion für die maroden spanischen Banken hat ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
Madrid - In Spanien haben am Freitagabend tausende Menschen gegen die Sparpolitik der konservativen Regierung ... mehr lesen
Cristóbal Montoro
Madrid - Die spanische Regierung hat am Freitag weitere einschneidende ... mehr lesen
Brüssel - Spanische Krisenbanken sollen noch im laufenden Monat erste Finanzspritzen von 30 Mrd. Euro erhalten. Das kündigte Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker am frühen Dienstagmorgen nach neunstündigen Beratungen in Brüssel an. mehr lesen 
Brüssel - Mit direkter Bankenhilfe und erleichtertem Zugriff auf den Euro-Rettungsschirm will die Eurozone ... mehr lesen 1
Euroländer einigten sich auf Unterstützungsmassnahmen.
Washington - Die Euro-Staaten wollen Spanien bei der Rettung seiner maroden Banken mit Hilfskrediten von bis zu 100 ... mehr lesen 6
Wegen der Bankenkrise in Spanien. (Bank Santander Spanien)
Idiotie kennt keine Grenzen
Mehrwertsteuererhöhung wird die Kaufkraft der Leute noch mehr ausbremsen.

Wie blöd muss man sein um einzusehen, das ohne Kaufkraft der kleinen Leute, das Land nicht gerettet werden kann...

Aber Hauptsache man hat die Spardiktatoren unter der Ägide der Europavernichterin Merkel wieder für ein paar Monate ruhiggestellt, auf das die Banken gerettet werden können.

Das Volk sollte sich langsam auflehnen und solche Regierungen stürzen.
Parlament in Rom.
Parlament in Rom.
Regierung Renzi verabschiedet Massnahmenpaket  Rom - Der italienische Ministerrat hat ein umfangreiches Paket mit Massnahmen zur Steuersenkung verabschiedet. Vorgesehen ist eine Senkung der Einkommenssteuer für Italiener mit einem Jahreseinkommen unter 26'000 Euro, wie Premier Matteo Renzi mitteilte. 
EU-Parlament billigt Kompromiss  Strassburg - Die Steuerzahler in der Europäischen Union sollen künftig nicht mehr für die Rettung maroder Banken in die Tasche greifen müssen. Darauf zielen einheitliche Regeln zur Abwicklung von Krisenbanken ab, die das EU-Parlament in abschliessender Lesung verabschiedet hat.  
Laut EU-Parlamentschef Martin Schulz wurde ein fairer Kompromiss erreicht.(Archivbild)
Durchbruch im Streit über Abwicklung maroder Banken Brüssel - Durchbruch im jahrelangen Streit über die Abwicklung maroder Banken in Europa: Unterhändler von EU-Parlament, ...
Titel Forum Teaser
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
16.04.2014
15.04.2014
B BERYL DJ Logo
15.04.2014
14.04.2014
14.04.2014
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
SA SO MO DI MI DO
Zürich -1°C 6°C bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel -1°C 6°C bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen -0°C 10°C bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Bern 1°C 8°C bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Luzern 3°C 11°C bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Genf 4°C 11°C leicht bewölkt bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Lugano 5°C 13°C bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten