Sorgen um Rettungspaket und Wirtschaft belasten Börse
publiziert: Donnerstag, 2. Okt 2008 / 23:12 Uhr

New York - Die Unsicherheit um das Rettungspaket der Regierung und die rasante Eintrübung der wirtschaftlichen Aussichten haben die Wall Street am Donnerstag schwer belastet.

Immer mehr Börsianer sind überzeugt, dass der US-Wirtschaft harte Zeiten bevorstehen.
Immer mehr Börsianer sind überzeugt, dass der US-Wirtschaft harte Zeiten bevorstehen.
Auch an den Kreditmärkten war kaum Entspannung zu spüren, so dass selbst Grosskonzerne zunehmend Schwierigkeiten bei der Finanzierung bekommen. Eine zunehmende Zahl der Börsianer ist mittlerweile überzeugt, dass der US-Wirtschaft und damit auch Firmen und Verbrauchern harte Zeiten bevorstehen - unabhängig von dem Rettungspaket.

Zu den grössten Verlierern gehörten daher erneut Industriekonzerne wie General Electric und Caterpillar, die eine Rezession besonders hart treffen würde. Auch Technologiewerte gaben auf breiter Front nach.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 3,2 Prozent im Minus bei 10.482 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor gut vier Prozent auf 1114 Zähler. Der Technologie-Index Nasdaq büsste 4,5 Prozent auf 1976 Punkte ein.

Schlechte Konjunkturdaten

Zwei Tage nach dem überraschenden Nein des Repräsentantenhauses nahm der US-Senat das Rettungspaket für die Finanzbranche am Mittwochabend mit einer deutlichen Mehrheit an. Händler blieben mit Blick auf das Repräsentantenhaus skeptisch.

Für Pessimismus sorgten zudem neue Konjunkturdaten. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stieg zuletzt auf den höchsten Stand seit sieben Jahren und die Aufträge für die Industrie gingen unerwartet schnell zurück. Volkswirte sahen darin neue Belege dafür, wie stark die Kreditkrise die Realwirtschaft bereits in Mitleidenschaft zieht.

Die Aktien von GE verloren deshalb trotz des jüngsten Einstiegs von Starinvestor Warren Buffett fast zehn Prozent. Die Anleger waren zudem erschrocken darüber, wie billig der Industriegigant neue Aktien bei seiner Kapitalerhöhung anbieten musste, um die Papiere loszuwerden. Die Aktien des Baumaschinen-Herstellers Caterpillar rutschten 8,3 Prozent ab.

Hotelkette Marriott warnt

Ein weiteres Indiz für sinkende Ausgaben durch Verbraucher und Unternehmen lieferte die Hotelkette Marriott International: Das Unternehmen äusserte sich skeptisch zu den Geschäftsaussichten im kommenden Jahr und warnte, dass die Wirtschaftsflaute zehntausende Arbeitsplätze bei Marriott gefährdet. Die Papiere verloren mehr als fünf Prozent.

Viele Technologiewerte wurden ebenfalls voll von dem Abwärtssog erfasst: IBM verloren knapp fünf Prozent, Intel mehr als sieben Prozent. Ebay-Titel rutschten sogar um über acht Prozent.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 27/32 auf 102-30/32. Sie rentierten mit 3,641 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 34/32 auf 105-23/32 und hatten eine Rendite von 4,162 Prozent.

(fest/sda)

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