Sony investiert in geschwächte Olympus
publiziert: Freitag, 28. Sep 2012 / 15:30 Uhr / aktualisiert: Freitag, 28. Sep 2012 / 19:27 Uhr
Sony ist damit der grösste Aktionär beim Konkurrenten.
Sony ist damit der grösste Aktionär beim Konkurrenten.

Tokio/Wien - Der japanische Elektronikkonzern Sony investiert 50 Mrd. Yen (600 Mio. Franken) in Olympus und wird dadurch grösster Anteilseigner seines taumelnden Konkurrenten.

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Bei der Transaktion will Sony insgesamt 11,46 Prozent der Olympus-Aktien erwerben. Dies geht aus einem Bericht Bloomberg-Bericht hervor, der sich auf eingereichte Dokumente im Tokioter Finanzministerium stützt.

Joint Venture geplant

«Im momentanen Umfeld einen derartigen Schritt zu setzen, halte ich für sehr mutig», erklärt Christian Hinterwallner von der Raiffeisenbank International. Da auch Sony aktuell mit Problemen zu kämpfen hat, sieht der Aktienmarktanalyst die Gefahr, mit dem Deal eine weitere Baustelle aufzumachen und den Fokus auf die eigenen Ziele zu verlieren.

Mit diesem Engagement bei Olympus hat sich Sony gegen Fujufilm und Panasonic durchgesetzt, die auch an einem derartigen Geschäft interessiert gewesen wären. Konkret sieht der Plan so aus, dass Sony im Oktober 13,1 Mio. Olympus-Papiere im Wert von 230 Mio. Franken kauft. Im Anschluss daran sollen bis Februar 2013 dann 21,3 Mio. Aktien für weitere 375 Mio. Franken den Besitzer wechseln.

Der Deal mit Olympus geht aber über eine schlichte finanzielle Beteiligung hinaus. Beide Konzerne wollen im kommenden Dezember ein Joint Venture auf die Beine stellen und sich damit verstärkt auf die Produktion von technischen Geräten für die Medizin konzentrieren. Das Geschäft mit derlei Produkten ist für Olympus mittlerweile zur wichtigsten Unternehmenssparte geworden.

Erholung an der Börse

Die Notwendigkeit einer Unterstützung von aussen hat Olympus selbst verschuldet. Über Jahre hinweg hat das Unternehmen Anlageverluste von insgesamt 1,41 Mrd. Franken durch überhöhte Kaufpreise bei Übernahmen vertuscht. Die Aufdeckung des Skandals vor rund einem Jahr hatte naturgemäss enorme Auswirkungen auf die Bilanz.

Den Verantwortlichen drohen hohe Haftstrafen. Der entstandene Schaden am Kapitalfundament soll nun mit dem Einstieg von Sony abgemildert werden. Die Olympus-Aktie erholt sich allmählich. Nach einem Stand von rund 5,4 Franken Ende 2011 notiert das Papier bei Redaktionsschluss (13:50 Uhr) bei 18,56 Franken.

(bert/pte)

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