Skepsis gegen Atommülllager auch in Oberbözberg
publiziert: Freitag, 12. Dez 2008 / 08:47 Uhr / aktualisiert: Freitag, 12. Dez 2008 / 09:06 Uhr

Oberbözberg - Rund 400 Personen haben sich am Donnerstagabend in Oberbözberg AG über ein mögliches Atommüllendlager in der Region informieren lassen. Der Tenor war mehrheitlich skeptisch bis ablehnend.

Das Volk wird etwa 2019 an der Urne über den Standort entscheiden. (Symbolbild)
Das Volk wird etwa 2019 an der Urne über den Standort entscheiden. (Symbolbild)
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Mehrere Redner bezweifelten, dass ein Atommüllendlager sicher ist. In der Region ist zudem ein Naturpark geplant. «Ein Tiefenlager passt schlecht in einen solchen Park», sagte ein Mann aus dem Publikum.

Nach Ansicht der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) wäre der Bözberg sowohl für die Lagerung von schwach- und mittelradioaktiven als auch von hochradioaktiven Abfällen geeignet.

Aber auch fünf andere Standorte kommen gemäss Nagra für Atommüllendlager in Frage. Seit deren Bekanntgabe Anfang November befinden sich Nagra und Bundesamt für Energie (BFE) auf einer Informationstournee durch die Gebiete.

Sicherheit hat «höchste Priorität»

BFE-Direktor Walter Steinmann machte auch in Oberbözberg Werbung für ein Atommülllager: «Von der Geologie her gesehen, wäre es ein sehr guter Standort, aber nicht der einzige», sagte er. Der Opalinuston der Region habe eine gute Barrierewirkung. Beim Tiefenlager werde der Sicherheit «höchste Priorität» eingeräumt, versicherte er.

Nagra-Chef Thomas Ernst betonte, ein Standortentscheid sei noch längst nicht gefällt. Zuletzt werde das Volk etwa 2019 entscheiden.

Für die Rahmenbewilligung sei jedoch der Bund zuständig, sagte Michel Aebersold vom BFE. Um ein Tiefenlager komme die Schweiz nicht herum, da das Kernenergiegesetz verlange, dass die radioaktiven Abfälle hierzulande entsorgt würden. Die Haltung der Regionen werde aber berücksichtigt. Mit Militärgewalt werde keiner Region ein Atommüllager aufgezwungen.

Der Aargauer Baudirektor Peter C. Beyeler erklärte, es sei nicht zwingend, dass das Atommülllager in den Aargau komme. Falls nötig werde der Regierungsrat mit Hilfe von Rechtsmitteln für ein faires Verfahren sorgen.

(bert/sda)

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