Siemens: Schmiergeldskandal weitet sich aus
publiziert: Donnerstag, 8. Nov 2007 / 09:29 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 8. Nov 2007 / 18:27 Uhr

München - Der Schmiergeldskandal bei Siemens hat eine neue Dimension erreicht. Über alle Bereiche hinweg seien bei den internen Untersuchungen zweifelhafte Zahlungen in Höhe von gut 1,3 Mrd. Euro (2,2 Mrd. Franken) entdeckt worden.

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Der Grossteil davon ist vermutlich in schwarze Kassen geflossen und im Ausland als Schmiergeld eingesetzt worden. «Wir setzen alles daran, um die Vergangenheit schnell und umfassend aufzuarbeiten», sagte Siemens- Chef Peter Löscher in München. Die Geschäfte laufen bei Deutschlands grösstem Elektrokonzern trotz des Skandals glänzend.

Obwohl der Konzern wegen der Affäre rund 1,4 Mrd. Euro für Bussgelder, Anwalts- und Beraterhonorare und Steuernachzahlungen ausgeben musste, stieg der Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr um 21 Prozent auf mehr als 4 Mrd. Euro. Der Umsatz legte um neun Prozent auf knapp 72,5 Mrd. Euro zu.

Grösste Krise bisher

Die Schmiergeldaffäre markiert die bisher grösste Krise in der Siemens-Geschichte. Bisher hatte der Konzern nur eine konkrete Summe verdächtiger Zahlungen für den früheren Kommunikationsbereich Com genannt, in dem die Affäre ihren Anfang genommen hatte. Hier hatte Siemens mögliche Schmiergeldzahlungen in Höhe von 449 Mio. Euro identifiziert.

Als Konsequenz akzeptierte der Konzern ein Bussgeld in Höhe von 201 Mio. Euro. Inzwischen wurden auch die anderen Geschäftsbereiche unter die Lupe genommen, dabei hat sich die verdächtige Summe auf 1,3 Mrd. Euro fast verdreifacht. Künftig soll es keine Sündenfälle mehr geben. «Wir sind nur interessiert an sauberen Geschäften - immer und überall», sagte Löscher.

(fest/sda)

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