Schweizer kaufen Bioprodukte trotz Krise
publiziert: Freitag, 27. Feb 2009 / 17:05 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 1. Apr 2009 / 07:06 Uhr

Hergiswil - Die Schweizerinnen und Schweizer lassen sich auch von der Wirtschaftskrise nicht die Lust auf biologische Produkte nehmen. Der von GfK Switzerland untersuchte Markt für Bioprodukte bleibt auch 2009 mit 5,4% konstant.

Bioprodukte: Der Kauf ist eine Vertrauensfrage, der Nicht-Kauf eine Preisfrage.
Bioprodukte: Der Kauf ist eine Vertrauensfrage, der Nicht-Kauf eine Preisfrage.
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Fast 50% aller Schweizerinnen und Schweizer kaufen mindestens einmal pro Woche Bioprodukte. Die beliebtesten Produkte sind frisches Brot, Eier, Gemüse, Milchprodukte und Babynahrung. Dies sind die Ergebnisse des «GfK-Retailscan» sowie einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung von 1000 Schweizern, die das Hergiswiler Marktforschungsinstitut GfK Switzerland durchgeführt hat.

«Bio» ist nicht nur sehr positiv besetzt, «bio» ist auch sehr lukrativ - das wissen auch Grossverteiler und Discounter, die ihre Angebotspalette erweitern und aufwerten.

Drei Viertel bei Grossverteilern

Drei Viertel aller Bioprodukte werden mittlerweile bei den Grossverteilern Coop und Migros gekauft, der Rest bei Direktvermarktern (ab Markt/ab Hof) oder im Biofachhandel.

Der «GfK-Retailscan» erfasst den Verkauf von Bioprodukten über die Grossverteiler. Dabei werden bewusst jene Warengruppen ausgeklammert, bei denen keine Bioprodukte angeboten werden.

Marktanteil bleibt konstant

Bioprodukte haben seit einigen Jahren einen relativ konstanten Anteil von rund fünfeinhalb Prozent am von Marktforscher untersuchten Lebensmittelmarkt.

Die beliebtesten Produkte sind frisches Brot (14,4% wertmässiger Anteil an den Verkäufen), Eier (16,1%), Gemüse (10,3%) sowie Milch (15,4%) und Butter (8,1%). Der Anteil von Fertig-Babynahrung aus Biolandbau beträgt bereits 15% des untersuchten Marktes.

Bio zieht - vom Single bis zum Fünfpersonenhaushalt

Entgegen der weit verbreiteten Annahme, bio sei nur etwas für Kleinhaushalte, spricht der Umstand, dass noch 36% aller Haushalte über fünf Personen bereit sind, Geld für Bioprodukte auszugeben.

Bei den Single- und Zweipersonenhaushalten sind es hingegen 50%, die Bioprodukte bevorzugen und sich dabei auch nicht vom höheren Preis abhalten lassen: bis zu fünfzehn Prozent mehr im Vergleich zu konventioneller Ware sind sie bereit, für biologische Produkte zu zahlen.

Der Preis ist das stärkste Argument der Nicht-Käufer: 68% von ihnen geben an, die Bioprodukte seien ihnen zu teuer.

«Aus der Region» = «bio»?

Auch Regionalität spielt beim Kaufentscheid eine Rolle. Jedoch: Wo «regional» drauf steht, muss noch lange nicht «bio» drin sein - der wohl verbreitetste Irrtum, wenn es um Bioprodukte geht.

Die Studie zeigt, dass vor allem die Deutschschweizer regional-patriotisch einkaufen: 48% der befragten Deutschschweizer gaben an, Bioprodukte zu kaufen, um einheimische Produkte und Produzenten zu unterstützen. Das wollen nur 29% der Westschweizer. Ein Seitenblick zeigt, das nur 16% der Deutschschweizer «bio» des gesunden Lebensstils wegen kaufen.

Beachtliches Niveau

Thomas Hochreutener, Detailhandelsexperte bei GfK Switzerland, zur Vermischung der Begriffe regional/bio: «Der Biomarkt hat, auch im europäischen Vergleich, ein beachtliches Niveau erreicht.

Die Konsumenten sehen «bio» breiter an, für sie fallen Begriffe wie Regionalität, Nachhaltigkeit, faire Produktion, Rückverfolgbarkeit eine ebenso grosse Rolle. «Bio» ist ein Aspekt im Kaufentscheid. Alle zusammengenommen lassen sich auf ein Schlagwort zusammenführen: Vertrauen.»

Spannungsfeld zwischen Preis und Glaubwürdigkeit

Die GfK-Studie zeigt, das immerhin 23% ein Vertrauensproblem mit dem Begriff «bio» haben, am meisten die Befragten ab Fünfzig. Kaum etwas lebt so sehr vom Verbrauchervertrauen wie der Begriff «bio» - der Biomarkt steht und fällt mit Begriffen wie «Glaubwürdigkeit» und «Qualität».

An der 10. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau an der ETH Zürich Anfang Februar 2009 ermunterte Bundesrätin und Volkswirtschaftsdirektorin Doris Leuthard, die Schweizer Landwirtschaft solle ihre Trümpfe spielen: eine umwelt- und tiergerechte Produktion, hohe Qualität, Frische, gesicherte Rückverfolgbarkeit.

Konventionell oder bio?

Es ist sicher sinnvoller, konventionell gewachsene Äpfel aus der Schweiz statt - womöglich noch im Winter - biologisch angebaute Erdbeeren aus Chile, die einige tausend Flugkilometer hinter sich haben, in den Einkaufskorb zu legen.

Die Betrachtung der gesamten Produktions- und Lieferkette, nicht nur die Frage, ob ein Lebensmittel biologisch produziert wurde, spielt under den Aspekten Nachhaltigkeit und ökologischer Fussabdruck eine immer grössere Rolle.

(tri/pte)

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