Die Angst des Touristen
Schweizer Touristen bleiben Türkei nach Anschlägen fern
publiziert: Dienstag, 29. Mrz 2016 / 17:46 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 29. Mrz 2016 / 18:20 Uhr
Bei Hotelplan Suisse brachen die Buchungen für Reisen in die Türkei um rund 40 Prozent ein.
Bei Hotelplan Suisse brachen die Buchungen für Reisen in die Türkei um rund 40 Prozent ein.

Ankara - Nach der Anschlagsserie zu Beginn des Jahres leidet der Tourismus in der Türkei unter dem grössten Einbruch der Besucherzahlen seit zehn Jahren. Auch Schweizer Touristen meiden das Land wegen der Terrorismusgefahr zusehends.

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Bei Hotelplan Suisse brachen die Buchungen für Reisen in die Türkei um rund 40 Prozent ein, wie Kommunikationschefin Prisca Huguenin-dit-Lenoir der Nachrichtenagentur sda am Dienstag auf Anfrage sagte. Auch die Reiseanbieter Kuoni Schweiz und Tui Suisse, die beide keine detaillierten Zahlen bekannt geben, sprechen von einem deutlichen Rückgang.

Die Türkei, jahrelang ein sicherer Wert, sei bei Kuoni Schweiz aus den Top Ten der Badedestinationen herausgefallen, sagte Kommunikationschef Marcel Schlatter. Die Sorge um die Sicherheit führte auch zu einem markanten Minus der Buchungen für Ferien in Ägypten und Tunesien. In Tunesien sei das Geschäft beinahe zum Erliegen gekommen, betonte Schlatter.

Allgemein sei bei der Kundschaft eine gewisse Zurückhaltung zu spüren, heisst es bei den Schweizer Reiseanbietern. Wegen der Terrorismusgefahr würden die Ferien in diesem Jahr eher kurzfristig gebucht. Die Reiselust der Schweizer sei zwar ungebrochen. Aber zuerst wollten die Kunden genaue Informationen über die Sicherheitslage in einer bestimmten Reisedestination haben, erklärt Martin Wittwer, Geschäftsführer von Tui Suisse.

Verlagerung von Ost nach West

Laut Wittwer hat die Verunsicherung der Kunden und der Branche zu einer Verlagerung der Reiseziele von Osten nach Westen geführt - von der Türkei nach Spanien. Er zeigte sich aber überzeugt, dass sich der Tourismus in der Türkei wieder erholen wird. Vermehrte Reisen der Schweizer in die Nachbarländer, aber auch Ferien in der Heimat sind ein weiterer Trend, den die Reisebranche konstatiert.

Als alternative Reiseziele für Badeferien zeichneten sich insbesondere das spanische Festland, Südfrankreich, Italien und Zypern ab - mit Wachstumsraten im zweistelligen Bereich, sagte Hotelplan-Suisse-Sprecherin Huguenin-dit-Lenoir. Einen regelrechten Boom erlebt Kroatien mit dreimal so vielen Buchungen wie im Vorjahr.

Bei Kuoni Schweiz sind vor allem Mallorca, Gran Canaria, Teneriffa sowie die Malediven als Destinationen für Badeferien beliebt. Bei den Individualreisen gab es bei Hotelplan Suisse zahlreiche Buchungen für die skandinavischen Länder und Island.

Wegfall von Milliarden

In der Türkei sackte die Zahl der Touristen im Februar im Vergleich zum Vorjahresmonat um zehn Prozent auf 1,24 Millionen ab, wie aus Daten der Regierung hervorgeht. Es war der stärkste Einbruch seit zehn Jahren.

Der Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige des Landes: Er beschäftigt sieben Prozent der Erwerbstätigen und steuert 4 Prozent des Bruttoinlandprodukt bei.

Ökonomen gehen davon aus, dass der Umsatz im Tourismus dieses Jahr um ein Viertel zurückgehen wird. Damit dürften dem Land Einnahmen in Höhe von umgerechnet rund 7,6 Milliarden Franken entgehen.

Im Januar wurden unter anderem bei einem Selbstmordanschlag in Istanbul zwölf deutsche Touristen getötet. Mitte Februar starben bei einem Anschlag in Ankara 30 Menschen, Mitte März wurden ebenfalls in Ankara bei einem Attentat 35 Menschen getötet. Am Wochenende vor Ostern wurden bei einem Selbstmordattentat in einer beliebten Einkaufsstrasse Istanbuls vier Menschen getötet und 39 weitere verletzt.

Wirtschaft wächst dennoch

Trotz der von mehreren Anschlägen ausgelösten Tourismuskrise rechnet die türkische Regierung mit einem kräftigeren Wirtschaftswachstum. Das Bruttoinlandprodukt werde in diesem Jahr stärker zulegen als 2015, gab sich Ministerpräsident Ahmet Davutoglu am Dienstag optimistisch.

Die bisher veröffentlichten Konjunkturdaten für dieses Jahr seien vielversprechend. 2015 ist die Wirtschaft nach Einschätzung von Ökonomen um 3,9 Prozent gewachsen. Die offizielle Zahl soll erst im Laufe dieser Woche veröffentlicht werden.

 

(fest/sda)

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