Keine Bedrohung
Schweizer Banken sehen Informationsaustausch als Chance
publiziert: Dienstag, 12. Mai 2015 / 15:13 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 12. Mai 2015 / 22:55 Uhr
Die Schweizer Banken sehen den automatischen Informationsaustausch als grosse Chance.
Die Schweizer Banken sehen den automatischen Informationsaustausch als grosse Chance.

Zürich - Die Schweizer Banken sehen den automatischen Informationsaustausch (AIA) nicht als eine Bedrohung, sondern als eine Chance für weiteres Wachstum. Der AIA schaffe nämlich gleich lange Spiesse für alle.

6 Meldungen im Zusammenhang
Dies sagten Bankenvertreter an einer Veranstaltung am Dienstag in Zürich. Wenn das Parlament und allenfalls bei einem Referendum noch das Volk ja zu den nötigen neuen Gesetzen sagt, wird der automatische Informationsaustausch (AIA) am 1. Januar 2017 in der Schweiz eingeführt.

Ab dann müssen Banken in der Schweiz die nötigen Daten über ausländische Bankkunden zusammentragen. Die erste Datenlieferung soll schliesslich am 1. Januar 2018 erfolgen.

Damit wird die Schweiz nur gerade acht Jahre, nachdem Altbundesrat Rudolf Merz das Bankgeheimnis noch als unantastbar bezeichnet hatte, den AIA vollständig umgesetzt haben. Das markiert das Ende einer über 100-jährigen Ära, in der unversteuerte Gelder das Geschäftsmodell der Schweizer Banken war.

Für diese stellt dieser Epochenwechsel heute offenbar kein Problem mehr dar. Im Gegenteil. «Wir sehen die Einführung des AIA als Chance für weiteres Wachstum», sagte zum Beispiel Franco Morra, der Präsident der Auslandsbanken in der Schweiz. «Heute sind alle Schweizer Banken für die Einführung des AIA», sagte Claude-Alain Margelisch, der Direktor der Schweizerischen Bankiervereinigung.

AIA schafft gleiche lange Spiesse

Dass die ehemalige Skepsis gegenüber dem AIA in der Branche geschwunden ist, erklärte Fabrice Filliez vom Staatssekretariat für internationale Finanzfragen (SIF) mit dem Umstand, dass es der OECD gelungen ist, einen Standard festzulegen, der international gelten wird.

«Dieser Standard macht alles deutlich ruhiger», sagte Filliez. Nach Jahren, in denen die Schweizer regelmässig für seinen Umgang mit unversteuerten Geldern angeprangert worden sei, werde jetzt die Qualitäten des Schweizer Finanzplatzes wieder grössere Beachtung finden.

«Die Auslandsbanken sind und bleiben in der Schweiz, weil hier die weltweit grösste Kompetenz in der Vermögensverwaltung vorhanden ist», sagte dazu Morra. Mit der Einführung des AIA werde diese Kompetenz im Kampf um neue Kunden noch wichtiger.

Mentalitätswandel bei den Kunden

Die Angst, dass mit dem AIA viele Kunden ihr Geld von Schweizer Bankkonten abziehen, hält Margelisch für unbegründet. Dass der Informationsaustausch komme, sei den Kunden schon seit langem klar, sagte er. «Nicht nur bei den Banken, sondern auch bei den Kunden hat ein Mentalitätswandel stattgefunden», sagte Morra. Entscheidend sei heute die Breite des Angebots und der Dienstleistungen sowie die Zuverlässigkeit.

Grace Perez-Navarro vom OECD-Zentrum für Steuerpolitik wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass mit der internationalen Einführung des Informationsaustauschs auch der Druck auf die noch bestehenden Steuerflucht-Länder zunehmen werde. Weil bereits über 90 Staaten und Staatsgebilde sich zur Einführung des AIA verpflichtet haben, werden dieser zu einem globalen Standard, der kein Land mehr ignorieren könne.

Ebenfalls trat die Vertreterin der OECD den Befürchtungen entgegen, dass der AIA zu neuen Ungleichheiten führen werde. So ist es zum Beispiel in den USA oder in Grossbritannien deutlich schwieriger zweifelsfrei ein Kontoinhaber zu identifizieren als in der Schweiz.

(nir/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese wirtschaft.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Die Wirtschaftskommission des Nationalrates (WAK) ist damit ... mehr lesen
Ausländische Kunden können sich nicht mehr auf das Bankgeheimnis verlassen.
Brüssel - Die Schweiz und die EU haben das Abkommen über den automatischen ... mehr lesen
2018 werden Steuerdaten ausgetauscht.
Patrik Gisel wird ab Oktober neuer Geschäftsführer der Raiffeisenbank sein.
Bern - Der designierte neue Chef der Raiffeisenbank, Patrik Gisel, geht davon aus, dass sich das Bankgeheimnis im Inland in der heutigen Form langfristig nicht halten lässt. Für ... mehr lesen
Brüssel - Die Schweiz und die EU haben sich über den automatischen Informationsaustausch in Steuersachen geeinigt: ... mehr lesen
Der gesetzgeberische Prozess erlaubt somit die Einführung des automatischen Informationsaustausches frühestens 2017/2018. (Symbolbild)
Weitere Artikel im Zusammenhang
Finanzinstituten ging der Ausbau des Anlegerschutzes zu weit.
Bern - Der Bundesrat will die ... mehr lesen
Finanzdienstleistungen, Private Equity und Vermögensberatung
Individuelle Vermögensverwaltung - Unabhängig, Transparent, Zuverlässig
Senn war sechs Jahre lang Zurich-Chef.
Senn war sechs Jahre lang Zurich-Chef.
Fassungslos und tief erschüttert  Zürich - Der ehemalige Zurich-Chef Martin Senn hat sich das Leben genommen. Er wurde 59 Jahre alt. Für den Konzern ist es bereits der zweite Suizid eines hochrangigen Managers innert drei Jahren. 2013 hatte sich der damalige Finanzchef Pierre Wauthier das Leben genommen. 
An den Märkten war zuletzt kaum noch mit einer raschen Anhebung gerechnet worden.
US-Notenbanker sprechen eine Zinserhöhung durch Washington - Die US-Notenbank Fed fasst bei starken Anzeichen für einen stabilen Aufschwung eine Zinserhöhung im Juni ins ...
Fed zögert Zinserhöhung weiter hinaus Washington - Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) zögert die erste Zinserhöhung in diesem Jahr weiter hinaus. ...
Die Fed hat keine Eile, den Zins zu erhöhen.
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3941
    "Flüchtlingskrise" Lösen kann man das Problem nur in den Ländern aus denen die Leute ... Fr, 27.05.16 09:33
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3941
    Der... Grund für die Misere liegt ganz woanders und ist im Prinzip sehr ... Di, 24.05.16 11:04
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3941
    Über... viele Jahre Schwarzarbeit ausüben, ist nur dann erlaubt, wenn sie aus ... So, 22.05.16 12:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1764
    Wer glaubt denn noch unserer Notenbank? Einen Monat bevor sie den Frankenkurs gegenüber ... Do, 12.05.16 16:43
  • jorian aus Dulliken 1752
    Solch ein Blödsinn! Der wahre Grund, dass man die grossen Noten abschaffen will, ist der, ... Mi, 11.05.16 17:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1764
    Na und? Hier wird beschrieben, wie eine Solaranlage sich selbst zurückregelt, ... Mi, 04.05.16 00:04
  • OldFred aus Thalwil 5
    Schweizer Pionierwerk Meine lieben "Ingenieur-Kollegen" von unserer innovativen "Hochschule", ... Di, 03.05.16 21:24
  • Kassandra aus Frauenfeld 1764
    Offenbar verstehen die USA nichts vom Verhandeln, dafür mehr vom Erpressen. Die Schweiz zahlt Milliarden ... Mo, 02.05.16 10:27
86 Prozent des Stroms aus Energieträgern wurden in der Schweiz produziert.
Green Investment Hälfte des Stroms stammt aus Wasserkraft Bern - Der Strom aus Schweizer Steckdosen stammte ...
Das Crowdfunding hat um 73 Prozent zugelegt.
Startup News Crowdfunding in der Schweiz markant gewachsen Luzern - Auf tiefem Niveau ist der Markt für Schwarmfinanzierung (sog. Crowdfunding) in der Schweiz erneut stark gewachsen. Diese Art der Geldbeschaffung ...
Jedes dritte KMU in Deutschland hat 2011-2013 Energie eingespart.
KMU-Magazin Research Energiewende ist im Mittelstand angekommen Die kleinen und mittleren Unternehmen sind auf ...
 
Wettbewerb
   
Die Alp Grosser Mittelberg im Justistal.
Viel Glück  Die Alpsaison steht vor der Tür. Damit Wanderfreunde den Weg zu den schönsten Alpbeizli finden, haben wir ein Gewinnspiel parat.
Mitmachen und gewinnen.  Rechtzeitig zur Premiere von «The First Avenger: Civil War» verlosen wir zwei Fan-Pakete mit jeweils zwei Kinoeintritten.
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
JUL
30.05.2016
27.05.2016
textilschweiz textilesuisse tessilesvizzera Logo
27.05.2016
Der Unterflur-Container Logo
26.05.2016
Der Bioabfallcontainer Logo
26.05.2016
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 12°C 18°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen bewölkt, etwas Regen
Basel 13°C 18°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen bewölkt, etwas Regen
St. Gallen 11°C 17°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen bewölkt, etwas Regen
Bern 12°C 15°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen bewölkt, etwas Regen
Luzern 13°C 17°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen bewölkt, etwas Regen
Genf 11°C 15°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt bewölkt, etwas Regen
Lugano 14°C 20°C Gewitter möglichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Gewitter möglich gewitterhaft
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten