Schweiz grösster US-Gläubiger in Kontinentaleuropa
publiziert: Freitag, 9. Sep 2011 / 13:19 Uhr
Die Schweizer Nationalbank selbst hielt Ende Juni Dollar-Währungsreserven von 58 Mrd. Dollar.
Die Schweizer Nationalbank selbst hielt Ende Juni Dollar-Währungsreserven von 58 Mrd. Dollar.

Zürich - Die Schweiz belegt mit Ende Juni Platz zehn auf der Liste der grössten Gläubiger der USA. Staatsanleihen im Wert von 108,2 Mrd. Dollar waren zu diesem Zeitpunkt in der Schweiz im Umlauf, wie aus Berichten der US-Regierung hervorgeht.

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«Diese Zahlen beinhalten auch ausländische Kunden von Schweizer Banken, deren Depots US-Staatsanleihen beinhalten. Die Statistik sieht aber nur das Land», sagt Walter Meier, Mediensprecher der Schweizer Nationalbank (SNB) im Gespräch.

Verluste durch Wechselkurs

Welcher Anteil der 108,2 tatsächlich auf Nicht-Schweizer zurückgeht, lässt sich nicht erheben. Die Schweizer Nationalbank selbst hielt Ende Juni Dollar-Währungsreserven von 58 Mrd. Dollar. Der Anteil von Staatsanleihen an den Währungsreserven beträgt bei der SNB im Allgemeinen 84 Prozent. Der Wert des Dollar ist im Verlauf der vergangenen Jahre wesentlich gesunken. Seit 2010 hat der Dollar im Vergleich zum Franken 15,07 Prozent verloren, in den vergangenen fünf Jahren sogar 30,88 Prozent.

Damit haben sowohl die Schweizer Nationalbank als auch alle Halter von US-amerikanischen Staatsanleihen in der Schweiz deftige Verluste eingefahren. Schuld an der Entwicklung ist die Lage der Weltwirtschaft, die den Franken als sichere Währung immer beliebter gemacht hat. Das von Standard & Poor's herabgestufte Rating der USA hat bisher keinen Einfluss. «Die Preise für US-Anleihen sind seither sogar gestiegen», sagt Meier. Die Einführung eines Mindestkurses hat weitere Verluste verhindert. «Hätten wir keine Massnahmen getroffen, hätten wir wohl weitere kursbedingte Währungsverluste eingefahren. Das Motiv für die Einführung eines Mindestkurses war aber die Abwehr der akuten Bedrohung der Schweizer Wirtschaft und der Deflationsgefahren durch den starken Franken. Die allfälligen Verluste auf den Devisenreserven spielten bei diesem Entscheid überhaupt keine Rolle», erklärt Meier.

Keine Alternativen

Auch wenn Schweizer Investoren Verluste mit in Dollar notierten Geschäften gemacht haben, wird sich am Status des Dollar auch in Zukunft nichts ändern. «Die Devisenverluste der SNB waren natürlich auch Thema bei uns. Sie sind aber nicht problematisch, da es die Hauptaufgabe der SNB ist, Preisstabilität zu garantieren. Zum Dollar gibt es ausserdem kaum Alternativen. Die Zahl der Triple-A-Länder ist nicht mehr so gross und sinkt tendenziell weiter. Selbst bei einer weiteren Abstufung der Bonität der USA werden die Investoren nicht flüchten», sagt Commerzbank-Devisenanalystin You-Ma Park im Gespräch.

Ob die Schweizer Nationalbank verstärkt US-Dollar kaufen wird, wenn sie tatsächlich zu Interventionen zum Schutz des Franken gezwungen wird, bleibt ein Geheimnis. Bei der SNB wurde zum operativen Vorgehen in diesem Fall Stillschweigen vereinbart. Eine Stärkung des Dollarkurses ist derzeit nicht zu erwarten. Manche Experten vermuten sogar, dass die US-Notenbank den Dollar weiter künstlich niedrig halten wird, um einen Teil der enormen Staatsschuld wegzuinflationieren.

 

 

(fest/pte)

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