Amag will betroffenen Kunden mit Kulanz begegnen
Schweiz: Rund 10'000 Autos von VW stossen zu viel CO2 aus
publiziert: Sonntag, 15. Nov 2015 / 11:45 Uhr
Die zu tief veranschlagten CO2-Werte sind das zweite Kapitel im VW-Abgas-Skandal. (Symbolbild)
Die zu tief veranschlagten CO2-Werte sind das zweite Kapitel im VW-Abgas-Skandal. (Symbolbild)

Zürich - In der Schweiz dürften um die 10'000 Autos aus dem VW-Konzern mehr CO2 ausstossen als angegeben - möglicherweise mehr. Morten Hannesbo, Chef des VW-Importeurs Amag, schätzt die Zahl auf diese Grössenordnung, wie er im Interview mit der «NZZ am Sonntag» sagt.

9 Meldungen im Zusammenhang
Dabei handelt es sich allerdings nur um jene Autos aus dem Modelljahr 2016. Inwieweit Modelle der Vorjahre betroffen sind, werde weiter untersucht, sagt Hannesbo. Nächste Woche werde man aber Klarheit für das Modelljahr 2016 haben.

Dass VW ausgerechnet bei Autos mit niedrigen Verbrauchswerten die CO2-Angaben zu tief veranschlagt habe, bezeichnet Hannesbo als «unglücklich». Viele Kunden hätten aufgrund von tiefen CO2-Werten einen bestimmten Wagen gekauft.

Der Amag-Chef gab im Interview mit der «NZZ am Sonntag» und einem weiteren mit der «SonntagsZeitung» zu verstehen, dass man sich den betroffenen Autobesitzern gegenüber kulant zeigen werde. VW hatte bereits zugesichert, dass man mögliche höhere Motorfahrzeugsteuern übernehmen werde. Solche könnten anfallen, weil in der Schweiz sparsame Autos von Steuerrabatten profitieren.

Amag werde das Problem direkt mit den Kantonsbehörden lösen, welche die Motorfahrzeugsteuern erheben, sagt Hannesbo. Danach werde man die Rechnung nach Deutschland schicken. VW übernehme die Kosten vollumfänglich, sowohl rückwirkend für die zu Unrecht erhaltenen Steuerrabatte der vergangenen Jahre, als auch in die Zukunft gerichtet.

Benzinkosten kompensieren

Die zu tief angegebenen Verbrauchswerte haben aber nicht nur Folgen bei den Steuern, sondern auch direkt an der Tankstelle: Der Autobesitzer gibt nämlich mehr für Benzin aus als er beim Kauf erwarten konnte. «Auch diese Mehrkosten werden wir kompensieren», sagt Hannesbo.

Das werde zwar kompliziert, da der höhere Verbrauch auch von den gefahrenen Kilometern abhängt. «Aber es ist unsere Aufgabe, eine Lösung anzubieten», so der Amag-Chef.

Wenn ein Kunde statt des Geldes lieber sein Auto eintauschen wolle, da das Verbrauchsversprechen nicht stimme, «werden wir in der Lage sein, dies zu ermöglichen», sagt Hannesbo. In diesem Fall werde man eine Eintauschofferte unterbreiten.

Das Thema sei hochkomplex, sagt er. «Wenn wir mit 10'000 betroffenen Fahrzeugen in einem Jahr rechnen, werden wir sicher 8000 verschiedenen Lösungen ausarbeiten müssen - je nach Kanton, Alter, Kilometerleistung.»

Zweites Kapitel im Skandal

Die zu tief veranschlagten CO2-Werte sind das zweite Kapitel im VW-Abgas-Skandal. Sie flogen erst später auf. Angefangen hatte der Skandal mit dem Bekanntwerden der Software, die den Stickoxidausstoss manipuliert hat.

Deswegen müssen die betroffenen Fahrzeuge nun nachgerüstet werden. Betroffen sind Autos mit dem Dieselmotor EA 189. Diesen Motor gibt es mit 1,2, 1,6 oder 2 Litern Hubraum. Bei jenen Autos mit 1,2- oder 2-Liter-Motoren genüge es, die Software zu erneuern, sagt Hannesbo. Das dauere voraussichtlich ein bis zwei Stunden. Bei den 1,6-Liter-Motoren brauche es höchstwahrscheinlich eine komplexere Nachrüstung.

Das Auffliegen dieser Manipulation habe ihn wie ein Blitz aus heiterem Himmel getroffen, sagt Hannesbo. Er sei seit gut 30 Jahren in der Autobranche tätig. Was man kenne, seien Rückrufe bei Problemen mit Fensterhebern, Gaspedalen oder Airbags. Das könne passieren. «Aber ich habe nicht erwartet, dass der Konzern manipuliert», sagt er. «Da steckt kriminelle Energie dahinter.»

Dass auch andere Automarken einräumen müssen, dass ihre Angaben zu tief angesetzt worden sind, glaubt er nicht - zumindest «nicht in diesem Ausmass.» VW habe beim Testverfahren manipuliert. «Das sehe ich nicht bei anderen Herstellern.» Dass die Verbräuche im Testmodus jedoch tiefer seien als im Alltagsgebrauch, sei allen bewusst. Das sei auch bei anderen Herstellern der Fall.

(asu/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese wirtschaft.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Buchs ZH - Der Schweizer VW-Importeur AMAG hat nach eigenen Angaben in den vergangenen Tagen damit begonnen, ... mehr lesen
AMAG rüstet die Schummelsoftware um.
«Sagen wir um die fünf Prozent in den letzten Monaten»
Zürich - Der Abgas-Skandal des deutschen Autoherstellers Volkswagen hat das Kaufverhalten der Kunden in der Schweiz offenbar nur wenig beeinflusst. Die Verkaufszahlen seien ... mehr lesen
Zürich - Die Umrüstung der manipulierten Diesel-Autos des Volkswagen-Konzerns soll in der Schweiz und in Deutschland Ende Januar anlaufen. Die Schweizer ... mehr lesen
Die Amag wird die betroffenen Kunden brieflich dazu aufrufen, einen Termin beim Garagisten zu vereinbaren. (Symbolbild)
Der neue Abgastest soll genauere Resultate liefern.
Bern - Der VW-Abgasskandal soll sich nicht wiederholen. Voraussichtlich im Herbst 2017 setzt die EU einen neuen Abgas- ... mehr lesen
Zürich - Die Abgas-Manipulationen von Volkswagen wirken sich auf den Schweizer Occasionsmarkt aus. So kosten die ... mehr lesen
Die betroffenen Modelle kosten bei Comparis seit dem Skandal 466 Franken weniger als davor. (Symbolbild)
Weitere Artikel im Zusammenhang
Wolfsburg - Der Abgas-Skandal bei Volkswagen hinterlässt erste Spuren beim Absatz. Der Konzern verkaufte im Oktober weltweit 490'000 Autos der Kernmarke VW, 5,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. mehr lesen 
VW wird zur Kasse gebeten.
Zürich - Die Umweltorganisation WWF Schweiz fordert den VW-Konzern auf, ... mehr lesen
Wolfsburg - Im Abgas-Skandal geht VW auch auf seine Schweizer Kunden zu. Mögliche höhere Motorfahrzeugsteuern, die aus den falsch angegebenen Emissionswerten ... mehr lesen
VW musste einräumen, bei rund 800'000 Fahrzeugen den Ausstoss des klimaschädlichen Kohlendioxid (CO2) und damit den Spritverbrauch zu niedrig angegeben zu haben.
Auch ein sogenannter «Technik-Leuchtturm» wie der Golf BlueMotion ist nun betroffen.
Wolfsburg - Der Abgas-Skandal im ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 19
Autofans können den Renault Clio R.S. 16 beim Goodwood Festival of Speed, Ende Juni bestaunen.
Autofans können den Renault Clio R.S. 16 beim Goodwood ...
Neue automobile Designstudie  Am freien Training des GP von Monaco wurde zur Feier des 40. Geburtstags von Renault Sport und der Rückkehr der Marke in die Formel 1 der stärkste Clio aller Zeiten über die Strecke geschickt. Für Renault-Fans bedauerlich: Dieser Über-Clio wird allem Anschein nach ein Prototyp bleiben. mehr lesen 
Das teuerste Angebot: Ein Alfa Romeo 6C 1750 GS Spider Zagato. (Archivbild)
Versteigerung in Luzern  Luzern - Bei einer Auktion in Luzern haben zahlreiche hochkarätige Oldtimerautos keine neuen Käufer gefunden. Insgesamt ... mehr lesen  
Diesel-Abgaswerte  Frankfurt - Daimler setzt nach eigenen Angaben als erster Autohersteller auf Partikelfilter bei ... mehr lesen  
Daimler stockt auf.
Titel Forum Teaser
  • HentaiKamen aus Volketswil 1
    Kommt wieder Aber leider eine RIESEN Verlust für Leser wie mich die nicht mit dem ... Sa, 13.08.16 01:13
  • keinschaf aus Wladiwostok 2823
    sogar nach dem Tode hat die Kassandra noch die grösste Schnauze... jaja, diese ... Fr, 12.08.16 16:30
  • Kassandra aus Frauenfeld 1779
    Wow, wie hat sich die gute Kubra gemausert! Ich danke auch Ihnen ganz persönlich für die vielen harten und ... Mi, 20.07.16 20:25
  • Pacino aus Brittnau 731
    Übrigens, wusstet ihr schon . . . . . . dass die Foren von AZ (Wanner), 20min. und Schweizer Fernsehen ... Mi, 29.06.16 15:20
  • PMPMPM aus Wilen SZ 235
    Und jetzt? Ist noch online...? Liebes news-Team, schade ist die Situation so, dass etwas aufhören ... Di, 28.06.16 22:43
  • kubra aus Berlin 3232
    Danke für die gelebte Pressefreiheit. Damit mein ich durchaus auch den ... Di, 28.06.16 16:09
  • Kassandra aus Frauenfeld 1779
    Nur ein ziemlicher Trottel kann annehmen, dass es etwas mit Zivilcourage zu hat, wenn er an einer ... Fr, 17.06.16 12:02
  • Kassandra aus Frauenfeld 1779
    Meine Anwälte sagen: "Aus einem Esel wird wird in tausend Jahren kein Golfisch, ... Di, 14.06.16 20:10
.
Green Investment news.ch geht in Klausur Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in ... 19
Das Crowdfunding hat um 73 Prozent zugelegt.
Startup News Crowdfunding in der Schweiz markant gewachsen Luzern - Auf tiefem Niveau ist der Markt für Schwarmfinanzierung (sog. Crowdfunding) in der Schweiz erneut stark gewachsen. Diese Art der Geldbeschaffung ...
Jedes dritte KMU in Deutschland hat 2011-2013 Energie eingespart.
KMU-Magazin Research Energiewende ist im Mittelstand angekommen Die kleinen und mittleren Unternehmen sind auf ...
Autofinanzierung - Schnell, Einfach, Unkompliziert
kredit.ch
Untertor 8
8400 Winterthur
Ihr Finanzierungspartner macht Ihr Leben einfacher.
 
Publinews
                 
Erfolg durch zielgerichtete Planung.
Publinews CRM  In einer Zeit übersättigter Märkte ist nicht mehr die Suche nach einem Produkt oder Lieferanten der Flaschenhals, sondern das Aufspüren von Bedarf und neuen ... mehr lesen
Wir erfinden das Drucken neu - damit Ihr Unternehmen wie ein grosses beeindruckt
Publinews Ein Unternehmen muss nicht gross sein, um Grosses zu leisten. Es benötigt lediglich die richtigen Ressourcen. Und dazu gehört auch ... mehr lesen
Auf das Flair der bunten und aufregenden Casino-Welt verzichten und stattdessen im Internet Glücksspiele zocken? Online-Casinos bergen sowohl Gefahren als auch Möglichkeiten für den Spieler.
Publinews Im Oktober 2015 verabschiedete der Bundesrat das neue Geldspielegesetz: Seither dürfen Schweizer Casinos auch im Netz ... mehr lesen
Kaffee gehört für viele Arbeitnehmer fest zum Büroalltag dazu
Publinews Eine gute Tasse Kaffee gehört für viele Menschen fest zum Alltag. Während manche den Muntermacher hauptsächlich morgens nach dem Aufstehen brauchen, trinken ... mehr lesen
Online-Dating wird immer beliebter - heute setzen schon viel mehr Menschen bei der Partnersuche auf das Internet als noch einige Jahre zuvor. Die Tendenz geht zudem zum mobilen Online-Dating.
Publinews Online-Dating erfreut sich grosser Beliebtheit. Dies ist angesichts von ca. 1,5 Millionen Singles in der Schweiz auch kein Wunder. Dabei sind für den ... mehr lesen
Ohne Social Media geht es nicht
Publinews Horisen AG  Soziale Netzwerke gehören zum modernen Marketing-Alltag längst dazu. Deshalb hast du vermutlich auch schon einmal darüber nachgedacht, dir eine ... mehr lesen
Ist das gewünschte Grundstück tatsächlich für das eigene Bauprojekt geeignet? Worauf sollten Käufer dabei achten?
Publinews Laut Statistik Schweiz waren im Jahr 2000 fast drei Viertel der in der Eidgenossenschaft existierenden 3,57 Millionen Wohnungen in der Hand von ... mehr lesen
Warte nicht länger, sondern mach dich auf den spannenden Weg zu deinem eigenen Film.
Publinews Kamera läuft!  Smartphones machen es möglich: wir haben unsere kleine Video-Kamera immer dabei und filmen laufend, was uns bewegt, was lustig, skurril oder sehenswert ist. ... mehr lesen
Gilt ein MBA auch heute noch als Karriereboost? Diese Frage lässt sich grundsätzlich bejahen.
Publinews Wer seine berufliche Karriere als Ingenieur oder in einem technischen Beruf startet, muss nicht stets in dieser Position verharren. Gerade Ingenieure und ... mehr lesen
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
checkToP Logo
26.09.2016
SCHNITZELhouse Logo
23.09.2016
DXC I.C. AG Logo
23.09.2016
Fédération Internationale de Football Association (FIFA) Logo
23.09.2016
Fédération Internationale de Football Association (FIFA) Logo
23.09.2016
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 10°C 21°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen recht sonnig
Basel 12°C 20°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen recht sonnig
St. Gallen 11°C 19°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen recht sonnig
Bern 10°C 19°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen recht sonnig
Luzern 14°C 20°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen recht sonnig
Genf 10°C 20°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
Lugano 14°C 23°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten