Schwankende Leserzahlen bei Tageszeitungen und Zeitschriften
publiziert: Dienstag, 20. Mrz 2012 / 09:26 Uhr
An einem Werktag liest fast die Hälfte der 14- bis 29-Jährigen eine Pendlerzeitung.
An einem Werktag liest fast die Hälfte der 14- bis 29-Jährigen eine Pendlerzeitung.

Bern - Nach einem Zuwachs 2010 haben etliche Schweizer Zeitschriften und Tageszeitungen letztes Jahr wieder etwas weniger Leserinnen und Leser gehabt, so etwa auch die beiden Gratiszeitungen «20 Minuten» und «Blick am Abend». Die beiden gehören aber immer noch zu den meistgelesenen Publikationen.

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Dies geht aus der neusten Erhebung der WEMF AG für Werbeforschung hervor, die am Dienstag publiziert wurde. Für die Erhebung hatte die WEMF zwischen Oktober 2010 und letztem September 23'656 Personen zu rund 190 Zeitungs- und 115 Zeitschriftentitel befragt. Die WEMF beurteilt die meisten Veränderungen als nicht signifikant.

«20 Minuten» bleibt an Spitze - «Blick» überholt «Blick am Abend»

Die Gratis-Pendlerzeitung «20 Minuten» bleibt mit über 1,3 Millionen Lesern die meistgelesene Tageszeitung. Auffallend ist, dass der «Blick» mit 632'000 Lesern (+10'000) den «Blick am Abend» (629'000/-6000) wieder überholt hat; bei der letzten Erhebung hatte die kostenlose Abendausgabe unter den meistgelesenen Tageszeitungen Platz 2 belegt.

Die Leserschaft des «Tages-Anzeigers», der auf Platz 4 zu finden ist, blieb mit 508'000 Lesern stabil. Leicht zulegen konnten die «Südostschweiz» (um 1000 auf 237'000) und die Zürcher Regionalzeitungen (um 1000 auf 247'000).

Bei der Deutschschweizer Sonntagspresse verzeichneten ausser der «NZZ am Sonntag» (+6000 auf 496'000) praktisch alle anderen Publikationen mehr oder weniger starke Einbussen. Beim «SonntagsBlick» etwa reduzierte sich die Zahl der Leser um 27'000 auf 798'000, bei der «SonntagsZeitung» um 14'000 auf 744'000.

Bei den Deutschschweizer Zeitschriften und Magazinen gehört die «Coopzeitung» zu den «Verlierern»: Sie büsste 58'000 Leser ein (neu: 2'624'000). Etwas zulegen konnten hingegen das «Migros-Magazin» (+5000 auf 2'354'000) und der «Gesundheitstipp» (+3000 auf 606'000). Ebenfalls weniger Leser hatten der «K-Tipp» (-60'000/980'000) und die «Schweizer Illustrierte» (-54'000/886'000).

Zwischen 23'000 und 26'000 weniger Leser verzeichneten das «NZZ Folio» (neu 650'000), die «Weltwoche» (304'000), die «Schweizer Familie» (724'000) und die «Glückspost» (426'000)

Etwas weniger gross sind die Leserverluste bei den Westschweizer Tageszeitungen. Im Gegensatz zur deutschsprachigen Ausgabe zulegen konnte «20 Minutes» (+13'000/474'000); noch grösser war der Zuwachs bei «24 Heures» (+18'000/241'000).

Printmedien bei Jungen nach wie vor populär

Wie die WEMF ferner feststellte, lesen junge Menschen nach wie vor regelmässig Zeitungen und Zeitschriften in Papierform - trotz des grossen digitalen Angebots. Bei den 14- bis 29-Jährigen lesen über 86 Prozent mehr oder weniger regelmässig mindestens eine Zeitung. Zeitschriften werden von knapp 80 Prozent dieser Alterskategorie gelesen. Im Zeitvergleich bleiben diese Werte relativ stabil.

Beeinflusst wird das Leseverhalten der jungen Menschen nicht zuletzt von der Pendlerpresse. An einem Werktag liest fast die Hälfte der 14- bis 29-Jährigen diese Pressegattung.

Die Pendlerzeitungen tragen laut WEMF unter anderem dazu bei, dass die Gesamt-Reichweite von Tageszeitungen nicht nur in dieser Alterskategorie, sondern auch bei der Gesamtbevölkerung relativ stabil geblieben ist.

(knob/sda)

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