Schmolz + Bickenbach - Probleme bei Fusion
publiziert: Mittwoch, 4. Okt 2006 / 14:13 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 4. Okt 2006 / 14:50 Uhr

Emmenbrücke - Die Stahlproduzentin Schmolz + Bickenbach in Emmenbrücke kann ihre Fusion mit dem Mutterkonzern nicht wie geplant abwickeln. Die Übernahmekommission verlangt, dass ein öffentliches Kaufangebot für die übrigen Aktien gemacht wird.

Schmolz + Bickenbach sucht Alternativen zu einem öffentlichen Kaufangebot.
Schmolz + Bickenbach sucht Alternativen zu einem öffentlichen Kaufangebot.
Ende August war bekannt gegeben worden, dass die Swiss Steel in Emmenbrücke die Stahlaktivitäten ihres deutschen Hauptaktionärs Schmolz + Bickenbach übernimmt. Swiss Steel wurde in Schmolz + Bickenbach AG umbenannt.

Die Übernahmekommission entschied aber am Dienstag, dass die Fusion nicht wie geplant abgewickelt werden kann, wie Schmolz + Bickenbach bekannt gaben. Sie verlangt, dass Schmolz + Bickenbach für die Aktien, die nicht in ihrem Besitz sind, ein öffentliches Kaufangebot unterbreitet.

Dies kommt dem Stahlproduzenten aber ungelegen. Ein öffentliches Kaufangebot liege nicht im Interesse des Unternehmens, sagte dessen operativer Leiter, Marcel Imhof, auf Anfrage. Die Schmolz + Bickenbach AG solle eine Publikumsgesellschaft bleiben.

Schmolz + Bickenbach will ein Kaufangebot umgehen

Schmolz + Bickenbach will eine Lösung suchen, die kein Kaufangebot enthält, aber von der Übernahmekommission akzeptiert wird. Es würden Alternativen im Rahmen des von den Aktionären genehmigten Konzepts geprüft, heisst es in der Mitteilung.

Das Gesetz sieht vor, dass wer durch einen Aktienkauf mehr als einen Drittel der Stimmrechte erhält, ein Angebot für alle Aktien unterbreiten muss. Nach Ansicht der Übernahmekommission trifft dies für den vorliegen Fall zu.

Dabei geht es um die Sacheinlage, die der Hauptaktionär Schmolz + Bickenbach einbringt. Die Einlage würde 37 Prozent des Aktienkapitals betragen und somit die vom Gesetz festgesetzte Limite von einem Drittel übertreffen.

Schmolz + Bickenbach hatte seine Mehrheitsbeteiligung mit einem Partner in einem Aktienpool untergebracht. Dieser Pool hielt bislang 67 Prozent der Aktien, nach der Sacheinlage wären es noch 42 Prozent.

(bert/sda)

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