Schlechte Wirtschaftslage führt zu sozialen Spannungen
publiziert: Dienstag, 30. Dez 2008 / 14:14 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 7. Jan 2009 / 13:33 Uhr

Genf - Das Auf und Ab der Finanzmärkte hat selbst Experten aus der Fassung gebracht. Schlechte Zahlen und düstere Prognosen am laufenden Band schaffen nicht nur negative wirtschaftliche Fakten, sie stellen auch die Weichen für soziale Konflikte.

Die Wirtschaft solle sich wieder auf moralisches Handeln besinnen, das sei die wichtigste Massnahme zur Überwindung der Finanzkrise.
Die Wirtschaft solle sich wieder auf moralisches Handeln besinnen, das sei die wichtigste Massnahme zur Überwindung der Finanzkrise.
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«Statt sich auf gefährliche Prognosen und Analysen zu versteifen, sollte die Wirtschaft wieder das werden, was sie ursprünglich war: Eine moralische Wissenschaft, die unserem Leben Sinn verleiht», sagt der Genfer Wirtschaftswissenschaftler Beat Bürgenmeier im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA.

Drei Szenarien

Drei Szenarien sind laut Bürgenmeier in der aktuellen Finanz- und Konjunkturschwäche möglich: Die optimistischste geht davon aus, dass die Finanzkrise bereits langsam überwunden wird und dass die Auswirkungen auf die Realwirtschaft durch massive staatliche Eingriffe gemildert werden.

«Das pessimistische Szenario malt das Bild einer anhaltenden Rezession mit explodierender Arbeitslosigkeit und einer kollektiven Angst vor der Zukunft», so Bürgenmeier. Hauptindikator für die wirtschaftliche Lage sei dabei die unsichere Entwicklung der Börsen.

Das dritte Szenario ist eine Mischung aus den ersten beiden: «Grundlage davon ist eine fortlaufender Restrukturierungsprozess bei den Banken, begleitet von energischen Massnahmen der Zentralbanken, das Schiff in die richtige Richtung zu steuern», so der Experte.

Instabile Finanzwelt

Die Finanzwelt werde weiter hart getroffen und die Geschäftstätigkeit der Banken werde schrumpfen, sagt Paul Dembrinski, Finanzspezialist an der Universität Freiburg, voraus. Die Schweiz könne allenfalls auf eine Stabilisierung der Situation hoffen.

Die Auswirkungen auf die Realwirtschaft würden davon abhängen, ob die Konsumenten bereit sind, weiter Geld auszugeben und so die Schweizer Wirtschaft zu unterstützen. In unsicheren Zeiten sei eine solch «patriotische» Haltung ein Risiko.

Soziale Krise oder nicht?

Die grosse Unbekannte sei aber die soziale Komponente: «Hinter den wirtschaftlichen Problemen verbirgt sich die Frage, wie gut unsere gesellschaftlichen Strukturen funktionieren», sagt der Genfer Professor Bürgenmeier.

Für Paul Dembrinski stellt sich ebenfalls die Frage nach der Dysfunktionalität der Gesellschaft und den wachsenden sozialen Unterschieden. «Die Krise ist noch lange nicht ausgestanden, weder wirtschaftlich noch politisch», urteilt Dembrinski.

Die Konjunkturkrise werde die Gesellschaft zum Nachdenken zwingen: «Das Problem der Renten ist eine Zeitbombe. Sie tickt schneller, weil die Finanzkrise die Pensionskassen geschwächt hat», lautet das Resumé des Freiburger Professors.

(Françoise Lafuma/sda)

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Noch besser,
lieber endgame, geht es und ohne grosse Anstrengung, wenn man das schöne Schweizer Fränkli direkt in die USA überweist, und zwar gleich Milliarden weise! Leichter geht's nicht!
Nicht alle...
das ist natürlich klar und ich wollte niemanden beschuldigen. Doch wenn man sieht, wieviele Schweizer Kennzeichen in Grenznähe bei Aldi/Marktkauf stehen, dann sind das nicht wenige. Schön, dass es auch noch Schweizer Konsumenten in der Schweiz gibt. =)

(Ich hoffe, es war nicht zu ironisch gemeint von Ihnen) ;)
Antwort
Ich nicht: ich verprass mein Geld nur für die teuersten Schweizer Produkte :)
3 Szenarien...
Da hat sich Herr Bürgermeier aber auf eine ganz genaue Analyse eingelassen! Dafür gebührt ihm (wie fast allen "Analysten") einen riesigen Respekt, Dank und Geld in den Allerwertesten geschoben! Danke, danke für Infos, die wir alle selber kennen...

Das soziale System hingegen steht sicher auf der Kippe: massenhaftes Ausnutzen der europäischen Sozialwerke, grosszügige Renten und arbeiterfreundliche Umstände führen in solch schweren Zeiten zu einer Zerreisprobe. Das Abwandern der Arbeit in Billigländer tut ihr übriges, dass man nicht mehr investieren will. Gleiches gilt jedoch auch für den Konsumenten: "Geiz ist geil!" Wieviel suchen sich ein Produkt im Internet oder Ausland, weil es günstiger ist, fordern aber hier Ihren hohen Lohn und sichere Renten?
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