Schlecht für die Formel 1 - gut für Sauber
publiziert: Mittwoch, 4. Nov 2009 / 12:35 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 4. Nov 2009 / 14:38 Uhr

Der Ausstieg von Toyota ist nur für Sauber eine gute Nachricht. Der frei gewordene Startplatz löst Blockaden bei der Zukunftsplanung des Hinwiler Formel-1-Teams.

Müssen sich einen neuen Arbeitgeber suchen: Toyota-Piloten Trulli (rechts) und Glock (links).
Müssen sich einen neuen Arbeitgeber suchen: Toyota-Piloten Trulli (rechts) und Glock (links).
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Selbst wenn es wider Erwarten alle vier neuen Rennställe (Campos, USF1, Manor, Lotus) in die Startaufstellung der Saison 2010 schaffen sollten, hat es für das Nachfolgeteam von BMW-Sauber ab sofort Platz. Peter Sauber kann jetzt Nägel mit Köpfen machen, aufgegleiste oder angedachte Deals mit Fahrern und Sponsoren zum Abschluss bringen.

Ein Auto dürfte für den Deutschen Nick Heidfeld reserviert sein, die Motoren wird wie schon vor der Übernahme durch BMW Ferrari liefern. Hätte Toyota seiner Formel-1-Abteilung mit der Verkündung des Ausstiegs gestern nicht den Stecker rausgezogen, wäre die Geduld der Hinwiler weiter auf die Probe gestellt worden.

Von Sauber und Hinwil einmal abgesehen, ist der wenig überraschende Rückzug von Toyota für die Formel-1-Welt ein weiterer Rückschlag. Künftig werden mit Fiat/Ferrari, Daimler/Mercedes und Renault nur noch drei Automobilkonzerne in der Königsklasse mittun. Renault soll sich darum bemühen, sein Team an einen Privatier zu verkaufen.

Zahlen, so rot wie der Feuerball

Toyota hatte sich im Sommer mit der Unterzeichnung des neuen Concorde Agreement verpflichtet, bis 2012 in der Formel 1 zu bleiben. Was der Rückzug für juristische Folgen haben wird, bleibt abzuwarten. Angesichts der wirtschaftlichen Sorgen des weltgrössten Automobilherstellers sind solche Probleme allerdings vernachlässigbar.

Toyota machte im Geschäftsjahr 2008/2009 erstmals seit der Gründungszeit Verlust -- und zwar rund 4,5 Milliarden Franken. Für das laufende Geschäftsjahr wird ein noch grösseres Minus erwartet. Die Zahlen sind so rot wie der Feuerball im Landeswappen.

«Aufgrund des aktuellen wirtschaftlichen Umfelds bleibt uns keine andere Wahl, als uns aus der Formel 1 zurückzuziehen», sagte Toyota-Präsident Akio Toyoda vor den Medien in Tokio. Wie BMW will sich Toyota auf sein Kerngeschäft konzentrieren und die Entwicklung neuer Technologien für Strassenautos vorantreiben. Wie es mit den 750 Angestellten der Motorsport-Basis in Köln-Marsdorf weitergeht, ist offen.

Formel 1 ab 2010 ohne Trulli?

Von den diesjährigen Stammfahrern dürfte Timo Glock als Partner von Robert Kubica bei Renault unterkommen, die Zukunft des in Pontresina wohnhaften Italieners Jarno Trulli liegt eher im Weinbau, seinem bevorzugten Hobby, als in der Formel 1.

Während bei BMW die Erfolgskurve erst im letzten Jahr mit Sauber einen Knick erhielt, stand das Formel-1-Engagement von Toyota nie unter einem guten Stern. Die Japaner galten zwar lange als Budgetkönige und Team mit den grössten personellen Ressourcen, waren sportlich aber eher Bettler.

In 139 Grands Prix seit dem Einstieg 2002 resultierte kein einziger Sieg. 13 Podestplätze und ein 4. Platz bei den Konstrukteuren (2005) als Highlights sind eine mehr als dürftige Bilanz. «Unser Entscheid wäre nicht anders ausgefallen, wenn wir einen Sieg hätten», sagte Präsident Toyoda. Das ist glaubwürdig, weil der Geduldsfaden aus sportlicher Sicht schon viel früher hätte reissen müssen.

Das Land der untergehenden Sonne

Nun reiht sich die Rückzugsmeldung von Toyota nahtlos ein in eine ganze Reihe negativer Bescheide aus dem Land der aufgehenden Sonne. Der Motorsport ist quasi von einer japanischen Rückzugswelle überschwemmt worden. Im letzten Jahr verschwand das von Honda unterstützte Team Super Aguri in einer finanziellen Notlage mitten in der Saison von der Bildfläche. Ende 2008 zog Honda, der zweite japanische «Big Player» auf dem Weltmarkt, nach.

Am Montag kündigte der Reifenhersteller Bridgestone seinen Abschied per Ende 2010 an. Toyota hatte zuletzt schon den Verzicht auf die Austragung eines Grand Prix auf seiner Hausstrecke in Fuji sowie die Lieferung von Motoren an Williams erklärt. Zuvor hatten sich Subaru und Suzuki aus der Rallye-WM sowie Kawasaki aus der MotoGP-WM zurückgezogen. In Sachen Motorsport ist Japan also eher das Land der untergehenden Sonne.

(tri/Si)

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