Schindler entschuldigt sich nach Unfalltod
publiziert: Montag, 12. Jun 2006 / 18:45 Uhr

Tokio - Nach dem Tod eines Jungen in Japan in einem Lift hat sich die Firma Schindler für unzureichende Informationen zum Vorfall öffentlich entschuldigt.

Laut Schindler ist der Unfall nicht auf Konstruktionsfehler zurückzuführen.
Laut Schindler ist der Unfall nicht auf Konstruktionsfehler zurückzuführen.
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Dies habe der Familie des 16-jährigen Opfers und der japanischen Öffentlichkeit Leid zugefügt, sagte Roland Hess, zuständig für die Aufzugsabteilung der Schindler Management Ltd, vor den Medien in Tokio.

In der vergangenen Woche war das Kind in einem Aufzug in Tokio eingeklemmt und getötet worden. Seither steht Schindler in Japan öffentlich unter Beschuss. Das Unternehmen hat jedoch erklärt, dass der Unfall nicht auf Konstruktionsfehler an dem Fahrstuhl zurückzuführen sei.

Aufzüge werden untersucht

Die japanische Polizei will nun gemäss Medien Schindlers insgesamt 8834 Aufzüge im ganzen Land untersuchen und die Namen der Gebäude, die Aufzüge der Firma benutzen, publik machen. Seit dem Unfalltod des Jungen hat es in Japan Berichte über eine ganze Serie von Problemen mit Schindler-Liften gegeben.

So habe es in der Stadt Hiroshima zum Beispiel bei 34 Prozent von 41 Fahrstühlen der Schweizer Firma Fehlfunktionen unter anderem beim Öffnen und Schliessen gegeben. Auch in Japans Weltraumbahnhof Tanegashima in der südlichen Provinz Kagoshima gab es in der Vergangenenheit wiederholt Probleme in Schindler-Lifts. Es sei aber niemand zu Schaden gekommen.

Wertverlust an der Börse

Schindler verfügt im japanischen Liftmarkt über einen Marktanteil von rund einem Prozent. Der Beitrag zum Konzernumsatz sei «sehr klein», sagte ein Sprecher des Unternehmens. In der Region Asien/Pazifik erwirtschaftet Schindler nach eigenen Angaben etwa 15 Prozent des Konzernumsatzes mit Aufzügen und Rolltreppen.

An der Börse verlor Schindler am Montag an Wert. Der Schindler-Partizipationsschein fiel in einem über ein Prozent schwächeren Gesamtmarkt bis gegen 17 Uhr um 2,3 Prozent auf 58,60 Franken.

(bert/sda)

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