Immer mehr Frauen bilden sich aus
Schäferin auf der Alp - Traumberuf vieler Frauen
publiziert: Freitag, 8. Jan 2016 / 11:01 Uhr
Viele Frauen entdecken diesen alten Beruf für sich neu.
Viele Frauen entdecken diesen alten Beruf für sich neu.

Sitten - Eine Ausbildung zum Schafhirten im Wallis zieht besonders viele Frauen an. Am Ausbildungsort in Sitten sind die Frauen im dritten Ausbildungsjahrgang sogar klar in der Mehrheit. Die Ausbildner zeigen sich überrascht.

Nicht weniger als 14 Frauen und 3 Männer haben am 23. November an der landwirtschaftlichen Schule in Sitten mit der Ausbildung zum Schafhirten begonnen. Dieser Rekordanteil überrascht auch den Meisterlandwirt Jean-Luc Moulin, auch wenn sich der Trend bereits in den vergangenen Jahren abzeichnete.

Im Ausbildungsjahr 2014/2015 standen sich je 9 Frauen und Männer gegenüber, im Schuljahr zuvor waren es 7 Frauen und 14 Männer. «Ich habe keine Erklärung für die Begeisterung der Frauen für diesen Lehrgang», sagt Moulin und betont zugleich, dass sich für den Beruf Frauen ebenso wie Männer eignen würden.

«Das Schaftreiben fordert schon viel körperliche Kraft. Aber das kann sich je nach Konstitution auch für Männer als schwierig herausstellen», gibt Moulin zu Bedenken. Der Lehrgang ist noch jung.

Seit 2013 können angehende Schafhirten in Sitten auf Französisch eine Fachausbildung besuchen. Diese wird in Zusammenarbeit mit der Vereinigung für die Entwicklung der Landwirtschaft und des ländlichen Raums (Agridea) angeboten.

Herde von bis zu 800 Schafen führen

Die Absolventen durchlaufen drei Theoriemodule von insgesamt acht Tagen, bevor sie sich drei Wochen in ein Winterpraktikum auf dem Talbetrieb begeben. Auf der Alp folgt dann ein Sommerpraktikum von zwei Monaten.

«Zum Ende ihrer Ausbildung müssen die Hirten fähig sein, eine Herde von 400 bis 800 Tieren zu führen», wie Meisterlandwirt Moulin festhält. Die Arbeit mit den Tieren sei aber noch nicht alles.

So müssen angehende Schafhirten auch das Verhalten der Schafe kennen, das Auge auf allfällige Gesundheitsprobleme schulen und Erste Hilfe leisten können. Zudem müssen sie die verschiedenen Weidegräser, giftige Pflanzen und die Grundbegriffe der Meteorologie kennen.

Hinzu kommt der Umgang mit Grossraubtieren sowie mit Hüte- und Herdenschutzhunden. Das umfangreiche Ausbildungsprogramm wird von rund zwanzig Referenten vermittelt.

Fernab der Alp-Idylle

Die eigentlichen Praxiseinsätze sind schwer, fordernd, und als Einzelkämpfer finden sich viele meilenweit vom idyllischen Bild einer Alp entfernt, das man sich gängig macht. Das erklärt auch die zahlreichen Studienabbrüche.

Von den 39 eingeschriebenen Personen des ersten Ausbildungsjahres schlossen nur 14 den Lehrgang ab. «Einige entschieden schon vor Beginn, nur die Theoriemodule zu besuchen. Andere konnten sich in ihren bisherigen Berufen nicht freimachen für die Praktikumsmonate", sagt Moulin.

Die Teilnehmer stammen dabei aus ganz verschiedenen Berufsgattungen: Hebammen, Büroangestellte, Pflegefachfrauen oder sogar Kunstrestauratoren hätten sich bereits eingeschrieben. Gemäss Moulin sind sie zwischen 20 und 58 Jahre alt.

Wachsen an heiklen Momenten

Unter den Absolventen von 2015 befindet sich auch Fabienne Bianchi, eine 33-jährige Tessinerin. Um die Praxiseinsätze machen zu können, gab sie ihre bisherige Arbeit als Pflegefachfrau auf. Seither arbeitet sie in einem biologischen Landwirtschaftsbetrieb in Vallemaggia TI.

Für sie war die Ausbildung zur Schafhirtin logisch, zumal sie sich von klein auf mit Tieren befasst und sie die Arbeit auf einer Alp stets gereizt hatte. Während der Praktika erlebte sie den harten Alltag auf der Alp.

»Ich hatte auch Krisenmomente, aber mit etwas Abstand kann ich sagen, dass mir das gutgetan hat. Ich bin für das geschaffen«, sagt sie. Derzeit lanciert sie auf dem Hof im Tessin ein Projekt mit Behinderten und kann so ihre alte und neue Ausbildung unter einen Hut bringen.

Auf Deutsch kann die Ausbildung seit 2009 in Visp VS oder in Landquart GR absolviert werden. Auch dort befinden sich die Frauen in der Ausbildung in der Mehrheit. »Auch wir haben keine Erklärung dafür«, sagte Moritz Schwery, Ausbildungsverantwortlicher in Visp.

(jz/sda)

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