Santhera will an die Schweizer Börse
publiziert: Montag, 23. Okt 2006 / 12:05 Uhr

Liestal BL/Zürich - Die Baselbieter Biotechnologie-Firma Santhera will ihre Aktien an der Schweizer Börse SWX kotieren lassen.

Als erster Handelstag ist der 3. November vorgesehen.
Als erster Handelstag ist der 3. November vorgesehen.
Das Unternehmen will so bis zu 100 Mio. Fr. aufnehmen. Als erster Handelstag ist der 3. November vorgesehen.

Santhera Pharmaceuticals, die Medikamente zur Behandlung von seltenen Nerven- und Muskelerkrankungen erforscht, will sich durch den Börsengang Mittel zum Aufbau einer Vertriebsorganisation in den USA sowie für klinische Entwicklung verschaffen.

Santhera werde voraussichtlich im Jahr 2009 mit einem ersten eigenen Medikament in den USA und in Europa auf den Markt kommen, sagte Santhera-Chef Klaus Schollmeier am Montag an einer Medienkonferenz in Zürich.

Bis 100 Franken pro Aktie

Santhera will 983 859 neue Namenaktien platzieren. Dazu kommt eine Mehrzuteilungsoption (Greenshoe). Nach dem Börsengang besteht das ordentliche Aktienkapital aus bis zu 2 951 577 Namenaktien, 3 099 156 bei Ausübung der Mehrzuteilungsoption. Der Anteil frei handelbarer Aktien (Free Float) beträgt 33,3 Prozent, nach Mehrzuteilung 36,5 Prozent.

Die Preisspanne wurde zwischen 85 und 100 Franken pro Aktie festgelegt, was einer Marktkapitalisierung von 250,9 Mio. Fr. bis 295,2 Mio. Fr. entspricht. Bei Ausübung der Mehrzuteilung beträgt die Marktkapitalisierung bis zu 309,9 Mio. Franken.

Santhera befindet sich vor dem Börsengang zu gut 60 Prozent im Besitz von Private-Equity-Gesellschaften wie NGN, Merlin, Oxford Bioscience Partners oder 3i. Das Unternehmen wies per Mitte Jahr einen Cash-Bestand von 21,3 Mio. Franken aus. Das Unternehme «verbrenne» monatlich 1,9 Mio. Franken, sagte Finanzchefin Barbara Heller.

Grosses Marktpotenzial

Santhera entwickle Medikamente auf Basis von Molekülen für seltene Muskel- und Nervenkrankheiten einer kleinen Patientengruppe, sagte Schollmeier. Dafür bestehe ein hohes medizinisches Bedürfnis. Schollmeier bezifferte das Marktpotenzial weltweit auf rund 1,6 Mrd. Euro. Gleichzeitig seien aber wenige Unternehmen in dem von Santhera abgesteckten Bereich tätig.

Das Unternehmen hat laut eigenen Angaben vier Produkte in der Pipeline. Ein Medikament zur Behandlung der neuromuskulären Erkrankung Friedreich-Ataxie, die das Nerven- und Muskelgewebe eines Menschen verkümmern lässt, befindet sich in der Phase III. Von dieser Krankheit sind in Europa und den USA schätzungsweise 20 000 Menschen betroffen.

(bert/sda)

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