Verletzte Patente
Samsung will Verkauf von iPhone 5 verhindern
publiziert: Mittwoch, 21. Sep 2011 / 16:17 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 5. Okt 2011 / 11:29 Uhr
Koreanische Wireless-Technologie in iPhones von Apple?
Koreanische Wireless-Technologie in iPhones von Apple?

Nachdem Apple im Patentstreit mit Samsung in den letzten Wochen verschiedene Erfolge für sich verbuchen konnte, wollen die Koreaner den Branchenkonkurrenten jetzt offenbar an seiner aktuell sensibelsten Stelle treffen - dem iPhone 5.

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Im Patentstreit zwischen Samsung und Apple musste das koreanische Unternehmen in Deutschland und den Niederlanden bezüglich des Verkaufsstopps der Tablets und Smartphones von Samsungs Galaxy-Reihe bereits erste Niederlagen hinnehmen. Apple kündigte daraufhin an, die Patentklage auch auf Grossbritannien auszuweiten. Grund für die andauernden Prozesse sind Streitigkeiten bezüglich des Produktdesigns von Samsungs Geräten.

Nun geht der Kampf um die Marktvorherrschaft bei Smartphones und Tablet-Computern in die nächste Runde. Nachdem mit der Situation vertraute Quellen von Samsung vor einigen Tagen gegenüber der Zeitung Korean Times bereits verlauten liessen, Samsung strebe ein Verkaufsverbot für Apples iPhone 5 in Korea an, soll aktuellen Medien-Berichten zufolge auch über eine Ausweitung des Verbotes auf Europa nachgedacht werden.

Apple und Samsung streiten in 9 Ländern

Samsung plane laut firmeninternen Quellen eine Einstweilige Verfügung für Europa und Korea, um den Verkauf des iPhone 5 direkt nach dessen Einführung stoppen zu können. Als Grund gibt der koreanische Hersteller an, Apple habe in seinen Geräten iPhone 3G, iPhone 3GS, iPhone 4 sowie iPad 2 insgesamt sieben Patente, darunter Teile der Wireless-Technologie von Samsung, verletzt. «Sofern Apple nicht auf Mobilfunkfunktionen verzichten will, kann das Unternehmen keine i-branded Produkte verkaufen, ohne Patente von Samsung zu nutzen», so ein hochrangiger Manager von Samsung, der nicht näher benannt werden wollte.

Derzeit warten etwa 23 Klagen zwischen Apple und Samsung in insgesamt neun Ländern, darunter Frankreich, Japan, Deutschland, Korea und die USA, darauf, von den Gerichten bearbeitet zu werden. Einem aktuellen Artikel der Zeitung Wall Street Journal (WSJ) zufolge wolle Samsung Apple auch in Australien verklagen. Mit dem neuerlichen Vorhaben von Samsung könnte die Anzahl der bevorstehenden Prozesse schlagartig ansteigen. Die Koreaner gaben bezüglich ihrer Pläne bisher jedoch noch keine Stellungnahme ab und verwiesen auf die laufenden Prozesse.

Nachdem Apple hierzulande bereits ein Verkaufsverbot von Samsungs Tablet-Computer Galaxy Tab 10.1 erwirken konnte und es ihnen zudem gelungen war, während der IFA in Berlin per Einstweiliger Verfügung Samsungs neues Android-Tablet Galaxy Tab 7.7 vom Messestand zu verbannen, könnte das aktuelle Vorhaben der Koreaner als Gegenschlag gedeutet werden. Apples letztes Smartphone, das iPhone 4, wurde vor mehr als einem Jahr auf dem Markt eingeführt. Das für Oktober erwartete iPhone 5 nimmt deshalb für die Sicherung von Apples Vormachtstellung eine zentrale Rolle ein. Samsung konnte mit dem Galaxy-S-Smartphones bereits zügig aufrücken: Im zweiten Quartal verkaufte Apple 20,3 Millionen iPhones, Samsung lag mit einer Million weniger verkauften Geräten dicht hinter seinem grössten Konkurrenten.

Es bleibt abzuwarten, wie sich der Rechtsstreit zwischen Apple und Samsung entwickeln wird und ob es Samsung gelingt, den Marktstart des iPhone 5 zu stoppen.

(Rita Deutschbein/teltarif.ch)

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