SNB verschärft Euro-Ungleichgewicht
publiziert: Dienstag, 25. Sep 2012 / 12:23 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 25. Sep 2012 / 13:19 Uhr
Nationalbank verschärft laut Studie Ungleichgewicht in der Eurozone
Nationalbank verschärft laut Studie Ungleichgewicht in der Eurozone

New York - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) kauft nach Einschätzung der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) im ganz grossen Stil Anleihen starker Euro-Länder wie Deutschland, Holland oder Finnland. Damit verteilt sie indirekt auch Geld von den Krisenländern in die Kern-Eurozone um.

6 Meldungen im Zusammenhang
Der in den vergangenen Jahren im Zusammenhang mit der Schuldenkrise stark angeschwollene Zufluss von Kapital auf Schweizer Banken stammt nach einer am Dienstag veröffentlichten Analyse von S&P zu einem bedeutenden Teil aus Euro-Krisenländern wie Griechenland oder Spanien. Die Schweiz importiere seit 2008 netto Kapital.

Davor war die Schweiz tendenziell eher ein Kapitalexporteur gewesen. Während die Schweizer Banken die Gelder bei der SNB parken, blähen sich die Devisenreserven der Währungshüter wegen der Untergrenze-Politik zum Euro weiter stark auf. Um den Kurs von 1,20 Fr. zu halten, musste die SNB mehrfach massiv Euro kaufen.

Zwischen Ende 2009 und Juli 2012 verdreifachten sich durch diese Effekte die Devisenreserven der SNB auf umgerechnet 312 Mrd. Franken. Die Bilanz der SNB multiplizierte sich um den Faktor 3,4.

Massive Käufe

Die Mittel investieren die Schweizer Währungshüter laut S&P zu einem bedeutenden Teil in Staatsanleihen von Euroländern, die nach wie vor über ein solides Bonitätsrating verfügen. Es sind dies Deutschland, Frankreich, die Niederlande, Finnland und Österreich.

S&P schätzt, dass die SNB von Anfang 2012 bis Juli 2012 auf diesem Wege Regierungsobligationen dieser Länder in Höhe von 80 Mrd. Euro gekauft hat. Dies entspricht knapp der Hälfte des durch Anleihen gedeckten Finanzbedarfs dieser Staaten. Die SNB selbst gibt keine Details darüber bekannt, wie sie ihre Reserven bewirtschaftet.

Die Käufe der SNB tragen laut S&P «bedeutend» dazu bei, dass die Zinsen für deutsche, französische, niederländische, finnische und österreichische Anleihen sinken. Diese reduzierten sich, gemessen an einem Mehrjahresmittelwert, von 3,04 Prozent im Vorjahr auf 2,15 Prozent im bisherigen Jahresverlauf 2012.

«Recycling» von Euros

Indem die SNB dieses «Recycling» von Euros betreibt, trägt sie laut S&P zu den Ungleichgewichten in der Eurozone bei. Die Zinsen von Ländern mit grossen Wirtschafts- und Schuldenproblemen erreichten in den vergangenen Monaten mehrfach kritisch hohe Niveaus, was das Misstrauen der Finanzmärkte widerspiegelt.

Im Fokus steht derzeit vor allem Spanien. Um die Lage zu stabilisieren, und weil grosse Investoren vorsichtig geworden sind, kauft die Europäische Zentralbank (EZB) in einem nicht unumstrittenen Programm Anleihen von Euro-Krisenländern auf, um so die Zinslast für diese Staaten zu senken.

Anfang September hatte EZB-Präsident Mario Draghi bekräftigt, die Zentralbank werde zur Bekämpfung der Krise uneingeschränkt Anleihen kaufen.

(alb/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese wirtschaft.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Zürich - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hält trotz der jüngsten Abschwächung des Frankens gegenüber dem Euro an der Untergrenze von 1,20 Franken für den ... mehr lesen 1
Nationalbank will Untergrenze von 1,20 Franken für Euro beibehalten.
Zürich/Bern - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) verbucht für die ersten neun Monate 2012 einen hohen Gewinn von 16,9 Mrd. Franken. In der Vorjahresperiode waren es 5,8 Mrd. Fr. gewesen. Im Moment spielen der SNB viele Faktoren in die Hände, solange sie den Euro-Mindestkurs durchsetzen kann. mehr lesen 
Herrenmonetarist in Gestalt eines Buchhalters: Bundesbankchef Weidmann
Dschungelbuch Was tut man mit einem Banker, dessen Aussagen in kältester Berechnung klassischer Herrenmentalität ganze ... mehr lesen 11
Bern - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) behält ihre Geldpolitik wie erwartet bei. Das Zielband für den Leitzins belässt sie ... mehr lesen
Der Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken bleibt.
Zürich/Bern - Genau vor einem Jahr hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken gesetzt. Ein Ende des Eingriffs ist nicht in Sicht, obwohl die SNB bereits in gewaltigem Ausmass an den Kapitalmärkten intervenieren musste. mehr lesen 
Weitere Artikel im Zusammenhang
Nationalbank-Präsident Jordan verteidigt Euro-Untergrenze weiter.
Zürich - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) will die Untergrenze des Euro zum ... mehr lesen
Die Krise traf die Kinder und Jugendlichen auch sonst hart. (Symbolbild)
Die Krise traf die Kinder und Jugendlichen auch sonst ...
Kinder der Industrieländer  Genf/Rom - Die Finanzkrise hat seit 2008 auch in Industrieländern zahlreiche Kinder in die Armut gestürzt. Laut einem Bericht des UNO-Kinderhilfswerks UNICEF ist in 23 von 41 Industrieländern die Zahl der Kinder, die in Armut leben, angestiegen. 
25 Grossbanken scheitern beim Stresstest der EZB Frankfurt - Neun italienische Banken und damit so viele wie in keinem anderen Land sind bei den Tests ...
Weniger dahinter als erhofft.
Titel Forum Teaser
  • tigerkralle aus Winznau 102
    Täglich Täglich eine Hiobsbotschaft von den Schweizer Banken .Da gibt des ... heute 09:58
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2538
    Wann... hat man beim "World Economic Forum (WEF)" das letzte Mal nachgesehen, ... Di, 28.10.14 16:09
  • tigerkralle aus Winznau 102
    Am Pranger Das ist sehr beschämend , wo die UBS überall am Pranger steht .In ... Di, 28.10.14 08:54
  • LinusLuchs aus Basel 39
    Höchst demokratiefeindlich Der Leistungsauftrag der SRG hat in unserer Demokratie eine ... Do, 23.10.14 15:07
  • tigerkralle aus Winznau 102
    Ecopop löst keine Probleme Frau Sommaruga , Ecopop löst sicher nicht alle Problehme , aber Sie ... Di, 14.10.14 13:04
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2538
    Dass... die Chinesen die lachenden Dritten im Bunde sein werden, war schon ... Mo, 13.10.14 17:33
  • jorian aus Dulliken 1512
    Der aufgezwungen Boykott! Nun spürt also die BRD, dass sie Russland boykottiert. Wer hat den ... Fr, 10.10.14 03:25
  • LinusLuchs aus Basel 39
    Beziehungskorruption schafft sich nicht selber ab Kritiker einlullen, besänftigen, ruhigstellen. Zu nichts anderem dient ... Mo, 29.09.14 15:09
Es ist wichtig, den richtigen Umgang mit den eigenen Daten zu lernen.
Startup News Eigene Daten richtig schützen - Methoden und Programme zum Datenschutz Das Internet hat die wichtigsten Bereiche des alltäglichen Lebens übernommen, sei es Online Banking, Familienerinnerungen, soziales ...
Jedes dritte KMU in Deutschland hat 2011-2013 Energie eingespart.
KMU-Magazin Research Energiewende ist im Mittelstand angekommen Die kleinen und mittleren Unternehmen sind auf ...
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
MAKE UP BAR GENEVE Logo
28.10.2014
SIGEF
Social Innovation and Global Ethics Forum Logo
28.10.2014
27.10.2014
KANZLEI + Logo
27.10.2014
Le TIGRE Logo
27.10.2014
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
DO FR SA SO MO DI
Zürich 8°C 10°C leicht bewölkt nebelig nebelig nebelig nebelig nebelig
Basel 5°C 12°C leicht bewölkt sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
St.Gallen 6°C 11°C leicht bewölkt, wenig Regen nebelig nebelig nebelig nebelig nebelig
Bern 8°C 14°C leicht bewölkt nebelig nebelig nebelig nebelig nebelig
Luzern 9°C 13°C leicht bewölkt nebelig nebelig nebelig nebelig nebelig
Genf 5°C 16°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Lugano 7°C 16°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
mehr Wetter von über 6000 Orten