SNB und EZB stützen erneut Geldmarkt mit Milliarden
publiziert: Montag, 22. Sep 2008 / 12:55 Uhr

Frankfurt/Tokio/Bern - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) und andere Notenbanken haben den Geldmarkt auch am Montag mit Milliardensummen gestützt.

Europa war am Zug, Geld in den Markt zu pumpen.
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Die Europäische Zentralbank (EZB), die Bank von England und die Schweizerische Notenbank (SNB) pumpten zusammen mehr als 76 Mrd. Dollar in den Markt, um damit Spannungen zu lindern.

Die US-Notenbank Fed hatte vergangenen Donnerstag 180 Mrd. Dollar den anderen Notenbanken bereitgestellt, damit diese die Nachfrage der Banken nach Zentralbankgeld stillen können.

Der Geldmarkt war nach dem Kollaps der US-Investmentbank Lehman Brothers so gut wie zusammengebrochen. Untereinander liehen sich die Kreditinstitute Dollar zeitweise zu Zinsen, die deutlich über dem Fed-Leitzins liegen.

Inzwischen hat sich die Situation zum Teil wieder etwas entspannt. Allerdings seien die Zinsen im Interbankenhandel weiterhin höher als normal, sagte Dresdner-Bank-Experte Thomas Hofmann. «Die Bereitschaft, sich Geld zu leihen, ist immer noch eingeschränkt.»

Gemischte Nachfrage

Die Nachfrage nach den Zentralbank-Dollar war am Montag gemischt. In Grossbritannien reichten mehr Banken Gebote ein; mit gut 26 Mrd. Dollar wurden zwei Drittel des gesamten Volumens ausgegeben, nachdem es vergangenen Woche noch ein Drittel bis die Hälfte waren.

Die SNB teilte 10 Mrd. Dollar zu. Bei der EZB gingen dagegen weniger Gebote ein als vergangene Woche. Allerdings war der Schnelltender mit einem Volumen von 40 Mrd. Dollar immer noch um mehr als das Doppelte überzeichnet.

Zudem deuteten sich Verspannungen am Euro-Geldmarkt an: Die Banken der Euro-Zone griffen am Wochenende zudem auf deutlich mehr hochverzinstes Zentralbank-Geld als üblich zurück, um akute Engpässe zu vermeiden.

Die Bank von Japan will bis zu 30 Mrd. Dollar für einen Monat ausgeben; das wäre der erste Dollar-Tender in der Geschichte der Notenbank. Zentralbank-Chef Masaaki Shirakawa hatte den Schritt damit begründet, dass eine geringere Liquidität im Dollar-Geldmarkt auch den Yen-Geldmarkt in Mitleidenschaft ziehen könnte.

Auch in anderen Ländern griffen die Notenbanken ein, um den Geldmarkt zu stützen. So stellte die Notenbank der Vereinigten Arabischen Emirate umgerechnet 13,6 Mrd. Dollar bereit. In Russland pumpte die Regierung umgerechnet 13 Mrd. Dollar in den Markt. So soll nach dem Zusammenbruch des Aktienmarktes vergangene Woche die Liquidität im Bankensektor gestützt werden.

(fest/sda)

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