SNB behält historisch lockere Geldpolitik bei
publiziert: Donnerstag, 18. Jun 2009 / 10:10 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 18. Jun 2009 / 12:21 Uhr

Bern - Die Nationalbank hält die Geldschleusen weit geöffnet, um die Wirtschaft mit Geld zu versorgen. Zwar sieht die SNB erste Anzeichen einer leichten Erholung, die Unsicherheiten sind aber noch immens. Das Ziel für den Libor-Satz belässt die SNB bei 0,25 Prozent.

Die SNB hat zuletzt den Leitzins stark gesenkt.
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Beim Dreimonats-Libor handelt es sich um einen Marktzins, den die SNB nur indirekt beeinflussen kann. Zuletzt lag der Satz bei 0,39 Prozent.

Darüber hinaus kauft die Notenbank Pfandbrief- und Unternehmensanleihen. Bis Mitte Juni summierten sich die Käufe der SNB auf rund 2,5 Mrd. Fr. an Pfandbriefanleihen und rund 300 Mio. Fr. an Unternehmensanleihen, wie Direktoriumsmitglied Thomas Jordan vor den Medien in Bern sagte.

Schliesslich interveniert die SNB - erstmals seit 1992 - auf dem Devisenmarkt. Sie kauft Devisen, um eine Aufwertung des Franken gegenüber dem Euro zu verhindern. Denn ein starker Franken bremst die ohnehin schon gebeutelte Export-Wirtschaft weiter. Zum Umfang der Devisenkäufe machte Jordan keine Angaben.

Grossbanken sind nicht über den Berg

Mit all diesen Massnahmen will die SNB die Schweiz möglichst rasch aus der Rezession herausführen. Das dürfte aber noch etwas dauern. Die SNB rechnet für das laufende Jahr weiterhin mit einem Rückgang des Bruttoinlandprodukts von 2,5 bis 3,0 Prozent. 2010 sei ein weiteres Jahr der «Stagnation oder der leichten Rezession» zu erwarten, so SNB-Präsident Jean-Pierre Roth.

Auch die Grossbanken, insbesondere die UBS, sind noch nicht über den Berg. Die Grossbanken müssten ihre Widerstandskraft für den Fall einer weiteren Verschlechterung der Lage zu stärken, so SNB-Vizepräsident Philipp Hildebrand.

Hildebrand forderte, dass UBS und Credit Suisse ihre Risikopositionen weiter abbauen und ihre Eigenkapitalbasis stärken. Zudem müssten sie genügend grosse Liquiditätspuffer aufbauen.

Grössenbeschränkungen für Banken

Er will auch das Problem angehen, dass die Grossbanken in der Schweiz derart dominant und wichtig sind, dass sie im Krisenfall vom Staat - also vom Steuerzahler - gerettet werden müssen, wie dies bei der UBS der Fall war.

Hildebrand fordert Verfahren zur Abwicklung von Grossbanken. Banken sollen so organisiert sein, dass Teile, die für die Volkswirtschaft wichtig sind, abgetrennt und der Rest liquidiert werden kann. Zur Diskussion stellte Hildebrand auch Grössenbeschränkungen für Banken.

(fkl/sda)

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