Russland liefert kein Gas mehr über die Ukraine
publiziert: Mittwoch, 7. Jan 2009 / 08:31 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 7. Jan 2009 / 10:01 Uhr

Moskau/Kiew - Mitten im tiefsten Winter erhält Westeuropa kein Gas mehr aus Russland über die Ukraine. Nach Angaben des staatlichen ukrainischen Konzerns Naftogaz hat die russische Gazprom am Mittwochmorgen den Gashahn zugedreht.

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Der Gasmonopolist aus Russland machte hingegen das Nachbarland für den Lieferstopp verantwortlich. «Heute hat die Ukraine die letzte der vier Pipelines nach Europa geschlossen», teilte der Konzern mit.

Damit bekommt Westeuropa den Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine immer stärker zu spüren. Europa bezieht normalerweise ein Viertel seines Erdgases von Gazprom.

Österreich greift auf Reserven zurück

Der österreichische Versorger OMV bestätigte, dass kein Gas mehr aus Russland in Österreich ankomme. Die Versorgung der Konsumenten sei aber vorerst durch den Rückgriff auf Speicher und die Eigenproduktion gesichert, versicherte die OMV.

Auch der tschechische Gasimporteur RWE Transgas, die slowakische Gasfirma Slovensky Plynarensky Priemysel und das rumänische Wirtschaftsministerium meldeten den Stopp der Lieferungen aus Russland. In Ungarn wurden die Gaslieferungen an die Industrie limitiert.

Gazprom hatte am 1. Januar wegen des Streits um Gaspreise die Versorgung der Ukraine eingestellt, Europa aber eine weitere Durchleitung zugesichert. Die Gazprom wirft der Ukraine Gasdiebstahl vor.

Schon am Dienstag war es im Zuge des russisch-ukrainischen Gaskonfliktes zu massiven Liefereinschränkungen gekommen. Gazprom hatte die Lieferungen um ein Viertel gekürzt. Nur zehn Prozent der üblichen Menge waren nach Österreich gekommen.

Zu deutlicheren Lieferausfällen ist es auch in Bulgarien, Rumänien, Ungarn und auf dem Balkan gekommen. In der Slowakei wurde wegen der Lieferausfälle der Notstand ausgerufen.

Kaum Auswirkungen auf die Schweiz

Trotz der Eskalation des Gas-Streits erwartet der Verband der Schweizer Gasindustrie weiterhin keinen Versorgungsengpass in der Schweiz. Nur rund 20 Prozent des Schweiz importierten Erdgases stammen demnach aus Fördergebieten in Russland.

Zudem sei in Europa im Moment genügend Gas zu ziemlich günstigen Preisen auf dem Markt. Gasversorger in Westeuropa verfügten des Weiteren über grosse Untertagsspeicher, mit denen die Versorgung über Wochen sichergestellt werden könne.

(fest/sda)

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