Protesttag in Frankreich mit geringerer Beteiligung
publiziert: Dienstag, 4. Apr 2006 / 14:51 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 4. Apr 2006 / 15:09 Uhr

Paris - Im französischen Reformstreit zeichnet sich am fünften Aktionstag eine geringere Streikbeteiligung als vor Wochenfrist ab.

Studenten und Schüler wollen dem Ersteinstellungsvertrag «den Todesstoss versetzen».
Studenten und Schüler wollen dem Ersteinstellungsvertrag «den Todesstoss versetzen».
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Am letzten Dienstag hatten die Reformgegner bis zu drei Million Menschen auf die Strassen gebracht.

Nun wollen sie zeigen, dass die Protestbereitschaft auch nach der von Präsident Jacques Chirac angekündigten Aufweichung der Reform nicht nachlässt. Im Laufe des Tages sind landesweit 195 Kundgebungen geplant. Die Gewerkschaften und Studentenverbände dem am Sonntag in Kraft getretenen Gesetz über den so genannten Ersteinstellungsvertrag (CPE) «den Todesstoss versetzen».

Behinderungen im Bahnverkehr

Bei der Staatsbahn SNCF fielen knapp 30 Prozent der TGV-Schnellzüge und die Hälfte der anderen Züge aus. In der Pariser Métro waren dagegen kaum Behinderungen zu spüren. Im Luftverkehr wurden Störungen in geringerem Masse gemeldet als vor einer Woche.

Im nordfranzösischen Lille gerieten rund 70 Schüler mit Polizisten aneinander. Die Polizei setzte Tränengas ein und nahm einen jungen Mann fest. In Strassburg wurde ein Schüler leicht verletzt, der von einem Metallgitter vor einem Gymnasium getroffen wurde.

Hafen blockiert

Im nordfranzösischen Boulogne-sur-Mer blockierten mehrere tausend Demonstranten mit angezündeten Holzpaletten unter anderem die Zugangsstrassen zum Hafen, in Calais fielen Fährschiffe wegen des Streiks der Besatzungen aus.

Daneben wurde auch bei Unternehmen und im öffentlichen Dienst gestreikt. Betroffen waren vor allem wieder Schulen. Die Beteiligung lag laut Bildungsministerium zwischen 16 und 28 Prozent der Lehrer und damit im Schnitt zehn Prozentpunkte niedriger als eine Woche zuvor.

Grossdemonstration angekündigt

Höhepunkt der Proteste soll am Nachmittag eine Grossdemonstration in Paris werden. Um erneute Krawalle am Rande zu verhindern, setzte die Regierung allein in der Hauptstadt 4000 Polizisten ein.

Die Gewerkschaften und Studentenverbände wollen mit dem fünften landesweiten Aktionstag dem am Sonntag in Kraft getretenen Gesetz über den so genannten Ersteinstellungsvertrag (CPE) «den Todesstoss versetzen».

Sie hoffen, wie am 28. März landesweit zwei Millionen Franzosen zu mobilisieren. Die Regierung hat Verhandlungen über weit reichende Nachbesserungen der Reform angeboten.

Neuer Gesetzesvorschlag

Präsident Jacques Chirac hatte das CPE-Gesetz am Sonntag in Kraft gesetzt und dabei gleichzeitig seine Überarbeitung nach Gesprächen mit den Gewerkschaften angeordnet.

Die Regierungspartei UMP wollte am Dienstag eine parlamentarische Arbeitsgruppe damit beauftragen, einen neuen Gesetzesvorschlag zum Thema Kündigungsschutz zu entwerfen.

Sarkozy für Dialog

Die UMP wolle den Dialog mit den Sozialpartnern wieder aufnehmen, sagte Innenminister und Parteichef Nicolas Sarkozy. Während der Verhandlungen im Rahmen der parlamentarischen Arbeitsgruppe solle das Kündigungsschutzgesetz vorerst ausgesetzt werden.

In Frankreich gibt es seit Wochen heftigen öffentlichen Widerstand gegen das Gesetz. In Paris war am Nachmittag erneut eine Grosskundgebung geplant.

Blockaden angekündigt

Im ganzen Land legten nach einem Aufruf von fünf Gewerkschaften SNCF- Mitarbeiter wie angekündigt ab Mitternacht die Arbeit nieder. Es wurde damit gerechnet, dass rund 30 Prozent der TGV-Schnellzüge und die Hälfte der anderen Züge ausfallen.

Im Luftverkehr wurde ab den frühen Morgenstunden erneut mit Verspätungen und der Streichung von Flügen gerechnet. Studenten und Schüler hatten spontane Blockaden von Strassen, Bahnhöfen und Flughäfen angekündigt.

(ht/sda)

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