Prophezeite Stromlücke kommt später als verkündet
publiziert: Dienstag, 6. Okt 2009 / 18:44 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 6. Okt 2009 / 19:08 Uhr

Bern - Die von der Schweizer Elektrizitätswirtschaft prophezeite Stromlücke könnte sich erst fünf Jahre später öffnen, als bislang angekündigt. Zu diesem Schluss kommt die Komission für Umwelt, Raumplanung und Energie (UREK) des Ständerats nach einer Anhörung der Stromproduzenten.

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Damit ist auch der Bau von Gaskombikraftwerken weniger dringlich.
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Mit Interesse habe man von deren Einschätzung Kenntnis genommen, dass die ersten Kernkraftwerke erst 2025 vom Netz gehen sollen, teilte die UREK mit. Bislang sprachen die Elektrizitätskonzerne immer davon, dass die ersten Atomkraftwerke ab 2020 den Betrieb einstellen werden.

Angesichts der Beteiligungen an ausländischen Werken und des hinausgezögerten Wegfalls des Atomstroms erachten die Stromproduzenten die Frage der Stromlücke laut UREK als weniger dringlich als bisher angenommen.

Damit sei auch der Bau von Gaskombikraftwerken weniger dringlich, hiess es. Noch vor kurzem hatte etwa der Stromkonzern Alpiq das dringende Bedürfnis solcher Werke propagiert. Für das Projekt Chavalon im Wallis liegt bereits eine Baubewilligung vor.

Zum Spatenstich schreiten will Alpiq aber erst, wenn das Parlament den Zwang zur CO2-Kompensation für Gaskombikraftwerke ein wenig lockert. Der Bundesrat wollte den Betreibern von fossil-thermischen Kraftwerken erlauben, nicht nur 30 Prozent ihres CO2-Ausstosses im Ausland zu kompensieren sondern 50 Prozent.

Dies hatte der Ständerat in der Sommersession vorläufig abgelehnt. Zuerst solle die Kommission mit der Strombranche und allen anderen Beteiligten ein Gesamtkonzept für den Bau von Grosskraftwerken ausarbeiten.

(smw/sda)

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