Milch-Rekordmenge:
Prolait protestiert gegen Butterberg
publiziert: Freitag, 18. Feb 2011 / 15:02 Uhr / aktualisiert: Freitag, 18. Feb 2011 / 15:47 Uhr
Ein junger Bauer beim Melken auf dem Bauernhof.
Ein junger Bauer beim Melken auf dem Bauernhof.

Bern - Die Schweizer Bauernbetriebe haben im letzten Jahr so viel Milch produziert wie noch nie: 3,438 Millionen Tonnen haben die Höfe im 2010 abgeliefert. Der Westschweizer Milchverband Prolait will nun aus Protest aus der Branchenorganisation Milch austreten.

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Prolait wirft der Branchenorganisation Milch (BO) «Unvermögen oder mangelnden Willen» vor, den Milchmarkt zu stabilisieren. Es werde zu viel produziert, die Lage auf dem Molkerei-Milchmarkt sei verheerend, hielt Prolait am Freitag fest.

200 Millionen Kilogramm Milch fänden auf dem Markt keinen Absatz. Das führt gemäss Prolait zu einem Berg von 5000 bis 6000 Tonnen überschüssiger Butter pro Jahr.

Diese Entwicklung dürfte sich mit den am Freitag publizierten Zahlen zum Milchmarkt 2010 fortsetzen: Die Schweizer Bauernhöfe waren im letzten Jahr so produktiv wie noch nie. Die Milchproduktion hat um weitere 0,7 Prozent zugenommen und mit 3,438 Millionen Tonnen eine neue Höchstmarke erreicht.

Rekorde auch bei Käse und Butter

Einen Rekord gibt es auch beim Käse und bei der Butter, wie die TSM Treuhand GmbH mitteilte, welche die Zahlen jeweils im Auftrag des Bundes und der Milchwirtschaft zusammenstellt. 181'328 Tonnen Käse wurden im letzten Jahr produziert - fast 2000 Tonnen oder 1,1 Prozent mehr als im bisherigen Rekordjahr 2008.

Die Produktionsmenge bei der Butter betrug 48'575 Tonnen. Dies sind 680 Tonnen oder 1,4 Prozent mehr als im 2009 und somit ebenfalls neuer Höchststand. Jeder einzelne Bauernhof steigerte seine abgelieferte Milchmenge um durchschnittlich 5434 Kilogramm.

Während des ganzen Jahres lieferte jeder Betrieb im Durchschnitt 127'082 Kilogramm Milch ab.

«Massnahmen in den Startlöchern»

Der Geschäftsführer der BO Milch, Daniel Gerber, zeigte sich «erstaunt» über den angekündigten Austritt der Prolait. Massnahmen zur Stabilisierung des Marktes seien in den Startlöchern, sagte Gerber auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Die Prolait setze den Austritt in erster Linie als Druckmittel für die Wiedereinführung der Milchmengensteuerung ein.

(ht/sda)

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