Ferienfotos via Handy als Postkarte versenden
Post steckt 20 Mio. in Briefe
publiziert: Mittwoch, 11. Mai 2011 / 10:55 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 11. Mai 2011 / 12:42 Uhr
Zukünftig soll man überall Briefe bis am Abend verschicken können.
Zukünftig soll man überall Briefe bis am Abend verschicken können.

Bern - Die Post besinnt sich auf den guten alten Brief: Mit Investitionen von rund 20 Millionen Franken will sie Karten, Briefe und Pakete als konkurrenzfähige Alternativen zu den elektronischen Kommunikationsmitteln stärken.

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Die Kunden der Post sollen praktisch in der ganzen Schweiz Briefe bis am Abend verschicken können: Ab 5. September 2011 holt die Post 93 Prozent der Briefe erst nach 17 Uhr ab - bisher galt dies für 68 Prozent. Das Angebot werde vor allem bei den häufig benutzten Briefkästen ausgebaut, sagte Konzernleiter Jürg Bucher am Mittwoch vor den Medien in Bern.

Weiter bietet die Post künftig an 457 Orten Briefkästen an, die um 19 Uhr oder später geleert werden. Das sind rund 140 mehr als bisher. Um die gleiche Zahl wird die Sonntagsleerung um 17 Uhr ausgebaut: Diese gibt es künftig bei 396 Briefkästen. Das erweiterte Angebot bei den Briefeinwürfen lässt sich die Post pro Jahr 7,6 Millionen Franken kosten.

Mit der «Verbindung der physischen mit der elektronischen Welt» will die Post die Leute auch wieder dazu animieren, richtige Postkarten zu verschicken, wie Konzernchef Bucher sagte. Ab Herbst soll es möglich sein, Ferienfotos per Handy auf das Postportal hochzuladen und anschliessend als Postkarte zu verschicken.

Rückgängiger Briefversand

«Der Briefversand wird weiter zurückgehen», räumte Bucher ein. Dennoch bearbeite die Post immer noch riesige Mengen: Pro Jahr werden 3,4 Milliarden Briefe und 1,3 Milliarden Zeitungen verschickt. Da lohne sich eine Investition auch in die Qualität der Zustellung. Für die Schulung des Personals und moderne Technologie setzt das Unternehmen in den nächsten Jahren insgesamt 10 Millionen Franken ein.

Künftig soll an jedem Brief-Sammelbehälter ein Identifikationschip angebracht werden. So könne die Post die Briefe verfolgen und rascher feststellen, wenn ein Briefbehälter in einen falschen Kanal gerate, erklärte Bucher.

Pakete selber abholen

Bei den Paketen erhöht die Post ab 2012 die Zahl ihrer PickPost-Stellen von derzeit 350 auf gegen 500. Mit dieser Gratisdienstleistung können Kunden, die tagsüber ihre Sendungen nicht in Empfang nehmen können, ihre Pakete und eingeschriebenen Briefe abholen, wann und wo sie wollen. Nebst klassischen Poststellen können dies auch Bahnhöfe, Kioske und Tankstellen sein.

Die Post verlängert zudem die Annahmezeiten für PostPac Priority in 64 Poststellen. Neu nehmen insgesamt über 200 Poststellen bis 16 Uhr Pakete an, die am Folgetag geliefert werden sollen.

(dyn/sda)

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