Plan B oder Faktor 10
publiziert: Freitag, 23. Dez 2011 / 00:16 Uhr / aktualisiert: Freitag, 23. Dez 2011 / 03:32 Uhr
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Dr. Anton Gunzinger geht davon aus, dass Gemeingüter wie Luft, Boden, Rohstoffe der Allgemeinheit gehören.
Dr. Anton Gunzinger geht davon aus, dass Gemeingüter wie Luft, Boden, Rohstoffe der Allgemeinheit gehören.

Hätten Sie zu Beginn dieses Jahres auf den baldigen Ausstieg der Schweiz aus der Atomenergie gewettet? Der Vollzug dieser Energiewende und die gleichzeitige Senkung des CO2-Ausstosses sind eine grosse Herausforderung aber auch eine grosse Chance für die Schweiz.

Weiterführende Links zur Meldung:

Adventskalender Nachhaltige Entwicklung 2011
24 Fenster zur Nachhaltigkeit, von innovativen Unternehmen, NGOs und weiteren Partnern.
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Die Umsetzung des Plan B des ETH-Professors und Unternehmers Dr. Anton Gunzinger mag aus heutiger Sicht ebenfalls utopisch erscheinen. Prof. Gunzinger dazu: «Wenn Sie heute von mir ein Wunder erwarten - ich kann es Ihnen nicht bieten. Ich möchte Sie einfach zu ein paar Gedankenspielen einladen.»

Unter dem Titel «Plan B oder Faktor 10» lud Gunzinger im November 2011 Interessierte zu einem Denkanstoss in seine Firma Super Computing Systems (SCS) ein. Sein Szenario klingt vielversprechend:

- Reduktion der nichterneuerbaren Energie um Faktor 10
- Reduktion des CO2-Ausstosses um Faktor 10
- keine Subventionen auf Energie und Mobilität
- keine AKW

Er geht davon aus, dass Gemeingüter wie Luft, Boden, Rohstoffe, aber auch Sicherheit (wichtig beim Betrieb von Atomanlagen) der Allgemeinheit gehören. Wer sie nutzt oder übermässig belastet, soll dafür einen kostendeckenden Preis bezahlen. Dadurch werden Elektrizität und fossile Energieträger deutlich teurer als heute, was einerseits zu Verhaltensänderungen führt und andererseits einen Innovationsschub bei der Effizienzsteigerung und in der Entwicklung neuer Technologien auslöst.

Mobilität und Wärme werden nach diesem Szenario vorwiegend mit elektrischer Energie gespeist. Der dadurch ansteigende Bedarf kann durch neue Technologien sowie durch einen moderaten Ausbau des Stromnetzes und ein intelligentes Netzmanagement (Smart Grid) ohne AKW abgedeckt werden. Die Gebühren auf nichterneuerbaren Energieträgern werden im Sinne einer Lenkungsabgabe an die Bevölkerung zurückerstattet, wodurch Personen und Firmen mit unterdurchschnittlichem Verbrauch sogar profitieren gegenüber heute. Gleichzeitig spart der Staat Geld durch den Wegfall der Subventionen auf Energie und Mobilität.

(asu/news.ch)

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