Pharmawerte drücken US-Börsen - Ölpreis entlastet
publiziert: Dienstag, 29. Apr 2008 / 22:55 Uhr

New York - Negative Daten zum Vertrauen der Konsumenten und zu den Immobilienpreisen haben am Dienstag die US-Aktienmärkte belastet. Die Zahlen schürten die Angst vor einem Abgleiten der US-Wirtschaft in eine Rezession.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss tiefer bei 12'831 Punkten.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss tiefer bei 12'831 Punkten.
Auf die Stimmung drückten zudem Probleme von Merck & Co. und anderen Pharmafirmen mit wichtigen Präparaten. Gestützt wurden die Kurse dagegen vom nachlassenden Erdölpreis.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,3 Prozent tiefer bei 12'831 Punkten. Im Handelsverlauf hatte er sich zwischen 12'804 und 12'889 Punkten bewegt. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 0,4 Prozent auf 1390 Zähler. Der Technologie-Index Nasdaq legte 0,1 Prozent auf 2426 Punkte zu.

Kein Vertrauen mehr

Das Vertrauen der US-Konsumenten sank im April nach Angaben des Forschungsinstituts Conference Board auf den tiefsten Stand seit fünf Jahren. Der entsprechende Index gilt als zentraler Indikator für die Konsumausgaben, die etwa zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung ausmachen.

Zudem zeigten neue Daten einen beschleunigten Preisverfall bei Eigenheimen. Insgesamt blieben die Umsätze an den Aktienmärkten vor der am Mittwoch anstehenden Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve jedoch gering.

Pharmawerte unter Druck

Die Merck-Aktie stürzte 10,4 Prozent auf 37,14 Dollar ab, nachdem die US-Arzneimittelbehörde FDA einem neuen Cholesterin-Medikament des Unternehmens überraschend die Zulassung verweigerte.

Bei den Biotechnologieunternehmen Genentech und Biogen Idec belasteten Studienergebnisse die Stimmung, denen zufolge der von beiden gemeinsam entwickelte Wirkstoff Rituxan die Ziele einer wichtigen Studie nicht erreichte. Genentech-Aktien gaben 7,2 Prozent auf 67,93 Dollar nach, Biogen-Idec-Papiere 5,2 Prozent auf 61,33 Dollar.

Öl etwas billiger

US-Leichtöl zur Lieferung im Juni verbilligte sich dank eines steigenden Kurses der US-Währung und abnehmender Sorgen über die Gefahr globale Lieferengpässe um mehr als drei Dollar auf 115,25 Dollar je Barrel.

Davon profitierten die Kurse von treibstoffabhängigen Unternehmen wie dem Einzelhandelskonzern Wal-Mart und dem Paketdienst FedEx: Wal-Mart-Aktien gewannen 2,2 Prozent, FedEx-Titel 1,9 Prozent.

Verluste verbuchten dagegen Öltitel wie der Bohrfeld-Dienstleister Schlumberger mit drei Prozent und der Gasförderer Apache mit 3,8 Prozent Minus.

Stock Exchange

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,23 Milliarden Aktien den Besitzer. 1314 Werte legten zu, 1798 gaben nach und 111 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,73 Milliarden Aktien 1171 im Plus, 1662 im Minus und 165 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 8/32 auf 97-17/32. Sie rentierten mit 3,802 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 17/32 auf 97-14/32 und hatten eine Rendite von 4,532 Prozent.

(smw/sda)

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