Oxfam prangert Verkauf von Agrarland in Entwicklungsländern an
publiziert: Donnerstag, 4. Okt 2012 / 14:04 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 4. Okt 2012 / 14:24 Uhr
Die einheimische Bevölkerung hat selten was davon.
Die einheimische Bevölkerung hat selten was davon.

Berlin - Agrarland von fast der sechsfachen Fläche Deutschlands ist nach Angaben der Hilfsorganisation Oxfam in den vergangenen zehn Jahren weltweit an häufig ausländische Investoren verkauft oder verpachtet worden. Dies Erträge dieser Flächen gehen häufig in den Export.

Die Experten für den Boden
5 Meldungen im Zusammenhang
Am Donnerstag stellte Oxfam ihren Bericht zum sogenannten Landgrabbing vor. Darin heisst es, mehr als 60 Prozent der Landgeschäfte würden in Entwicklungsländern abgewickelt, die bereits schwer von Hunger betroffen seien.

Auf dem von Landverkäufen betroffenen Agrarland könnte laut dem Bericht «Unser Land, unser Leben» bei einem Anbau von Lebensmitteln durch die einheimische Landbevölkerung genug Nahrung für eine Milliarde Menschen produziert werden - das entspricht der Zahl der Hungernden weltweit.

Land für Biotreibstoffe und Export

Von ausländischen Investoren erworbenes Land diene aber fast nie der Versorgung der einheimischen Bevölkerung: Auf zwei Dritteln der Agrarflächen sollten Kulturen wie Soja und Zuckerrohr angebaut werden, die für die Herstellung von Biotreibstoffen verwendet werden. 60 Prozent der Investoren planten einen Export der Ernten.

«Immer mehr Menschen werden vertrieben, oft mit Gewalt, ohne vorherige Konsultation oder Entschädigung», erklärte Oxfam-Agrarexpertin Marita Wiggerthale. «Der weltweite Ausverkauf von Land führt zu Hunger, Gewalt und zu einem Leben in Armut.»

Lohnendes Geschäft

Angetrieben wird das Landgrabbing laut Oxfam durch die steigenden Preise für Agrarprodukte: So habe sich die Zahl der Transaktionen während der durch Rekordpreise ausgelösten Nahrungsmittelkrise 2008 und 2009 verdreifacht.

Im westafrikanischen Liberia seien binnen fünf Jahren mehr als 30 Prozent des Staatsgebiets an Investoren gegangen, heisst es in dem Oxfam-Bericht. In Kambodscha seien Schätzungen zufolge inzwischen bis zu 63 Prozent des Agrarlands in der Hand von Privatinvestoren.

Insgesamt wurden zwischen 2000 und 2010 nach Angaben der Nichtregierungsorganisation International Land Coalition weltweit 203 Millionen Hektar Ackerland verkauft oder verpachtet, davon 106 Millionen Hektar an ausländische Investoren.

(knob/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese wirtschaft.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Brüssel - Die EU-Kommissare für Energie und Klimawandel gehen im Streit um Biosprit in die Offensive. «Wir werden auf Getreide ... mehr lesen
Bis 2020 wird die EU die Zuschüsse für Biosprit zurückfahren.
Rom - Die UNO hat angesichts eines weltweiten Anstiegs der Preise für Lebensmittel vor dem Ausbruch einer ähnlich verhängnisvollen Krise wie vor vier Jahren gewarnt. Die jüngsten UNO-Daten weisen auf den ersten Preisanstieg seit drei Monaten. mehr lesen  7
Zwischen 50'000 und 100'000 Menschen starben an den Folgen der Dürre.
Nairobi - Die zaghafte Reaktion der internationalen Gemeinschaft auf ... mehr lesen
Nairobi - Angesichts der Hungerkatastrophe in Somalia haben zahlreiche Hilfsorganisationen zu einem umfassenden Dialog ... mehr lesen
Vier Millionen Menschen sind in Somalia auf Nahrungshilfe angewiesen.
Die Schauspielerin Scarlett Johansson unterstützt die Kampagne der Hilfsorganisation Oxfam.
Paris/Berlin - Die Hilfsorganisation Oxfam hat vor einer Verschärfung der Hungerkrise als Folge des Bevölkerungswachstums und ... mehr lesen
Landwirtschaftliches Zubehör
Agro Weber
Dietrütistrasse 3
9525 Lenggenwil
Treuhandstelle für kleine Unternehmen. Beratung und Software für Landwirtschaft, Gewerbe und KMU.
Pinus AG
Dorfstrasse 48
8542 Wiesendangen
Die Experten für den Boden
Für die Bauern ändere sich dabei kaum etwas.
Für die Bauern ändere sich dabei kaum etwas.
Schwarzbeinigkeit und Nassfäule  Bern - Ein Forschungsteam der Berner Fachhochschule hat in der Schweiz zwei neue Bakterienarten nachgewiesen, die Schwarzbeinigkeit und Nassfäule bei Kartoffeln hervorrufen. Bakterien, die bei Kartoffeln Fäulnis verursachen, haben hohe Ernteausfälle und Qualitätsverluste zur Folge. 
Tiere  Altötting - Ein Bauer ist im oberbayerischen Pleiskirchen von seinen Rindern angegriffen und getötet worden. Der 57-Jährige wurde am Sonntag tot auf einer Weide seines Hofes gefunden.  
Obstbau  Bern - Der viele Regen dieses Sommers dürfte den Mostobstproduzenten eine grosse Ernte bescheren. Das hat allerdings auch seine ...
Für die diesjährige Ernte rechnet der Schweizer Obstverband mit 106'000 Tonnen Mostäpfeln und 13'500 Tonnen Mostbirnen.
Nach den Rekordernten bei Erdbeeren, zeichnet sich auch eine Rekordernte bei den Zwetschgen ab. (Symbolbild)
2014 wird wohl ein Superjahr für die Obsternte Bern - Das Jahr 2014 wird wohl ein Früchte-Superjahr. Nach den Rekordernten bei Erdbeeren und Kirschen zeichnet sich nun auch ...
Titel Forum Teaser
  • Midas aus Dubai 3472
    So lange... So lange die Schweiz die unfreundlichsten Taxifahrer und die ... heute 06:37
  • keinschaf aus Wladiwostok 2607
    Wir.. Ich mische mich natürlich nicht in die inneren Angelegenheiten von ... heute 02:41
  • kubra aus Port Arthur 3116
    Jetzt muss ich doch mal einen Hering verschenken, Putinsdackel oder besser ... heute 01:08
  • thomy aus Bern 4163
    Nun denn, keinschaf, dann lass' ich's, ... ... nämlich Ihnen zum Thema noch ausführlicher zu antworten: Aber, ... gestern 19:07
  • thomy aus Bern 4163
    Stimmt - teilweise! Aber ich möchte, mag mich nicht auf einen Detailkrieg mit Ihnen ... gestern 12:23
  • Midas aus Dubai 3472
    Nicht geschenkt Eigentlich hat das nichts mit dem Thema hier zu tun. Den Job von ... gestern 11:46
  • Midas aus Dubai 3472
    Ja klar Ja klar.....und von der Schweiz könnte Island lernen wie man mit einer ... gestern 11:43
  • jorian aus Dulliken 1500
    Island hat es vorgemacht! Als die systemrelevanten Banken bankrott gingen. Hat der Staat nicht ... gestern 06:44
Klaus Janosch ist Doktorand in Pflanzenernährung an der ETH Zürich.
Green Investment Bedrohter Boden Fruchtbarer Boden ist ein wertvolles Gut, dessen Verlust sowohl für uns als ...
Juliane Fritz, Investment Manager b-to-v Partners AG
Startup News Auf der Suche nach dem nötigen Kleingeld? Tipps von einer Investment Managerin Venture Capitalist über Business Angels zu Inkubatoren: Es gibt viele Wege wie man als Startup Investoren finden kann. Die ...
Jedes dritte KMU in Deutschland hat 2011-2013 Energie eingespart.
KMU-Magazin Research Energiewende ist im Mittelstand angekommen Die kleinen und mittleren Unternehmen sind auf ...
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
CULTURAL NETWORK Logo
29.08.2014
MICHAELLY RENAÎTRE PAR NATURE Logo
28.08.2014
SAVIA Klinische Fusspflege Logo
27.08.2014
27.08.2014
26.08.2014
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
DI MI DO FR SA SO
Zürich 9°C 13°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel 6°C 14°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 9°C 14°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Bern 8°C 19°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Luzern 10°C 17°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Genf 11°C 21°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Lugano 16°C 25°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
mehr Wetter von über 6000 Orten