«Unbrauchbar»
Oswald Grübel kritisiert Weissgeldstrategie des Bundes
publiziert: Samstag, 14. Apr 2012 / 12:28 Uhr
«Es tut mir wirklich weh, was da passiert.»
«Es tut mir wirklich weh, was da passiert.»

Bern - Der einstige Chef der beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse, Oswald Grübel, kanzelt die Weissgeldstrategie des Bundesrats als «unbrauchbar» ab. Aus der Sicht Grübels wird der Finanzplatz Schweiz massiv an Bedeutung verlieren.

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Die Zinssätze würden als Folge der Weissgeldstrategie in etwa zehn Jahren «genauso hoch sein wie im Rest von Europa»; der Franken werde dannzumal an den Euro gebunden sein, und die Arbeitslosigkeit werde steigen, prophezeit Grübel in einem Interview in der Samstagsausgabe von «Tages-Anzeiger» und «Bund». «Es tut mir wirklich weh, was da passiert.»

Grübel findet deutliche Worte: «Diese Weissgeldstrategie ist unbrauchbar!» Der administrative Aufwand für die Banken sei viel zu hoch. «Glauben Sie, der Kunde hat einen Stempel auf der Stirn, der zeigt, ob er Steuern bezahlt?». Alleine die Eröffnung eines Kontos würde laut Grübel schon «10'000 Franken kosten».

Kritik auch am Steuerabkommen ...

Angesprochen auf das ergänzte Steuerabkommen mit Deutschland sagte Grübel: «Wenn ich im Parlament wäre, würde ich dagegen stimmen.» Aus Sicht des ehemaligen Top-Bankers verfolgt der Bund mit den bilateralen Abkommen eine falsche Strategie: «Die Schweiz gibt jedem Druck nach.» Frankreich und Italien würden nun dieselben Forderungen stellen wie Deutschland.

Das tauglichere Mittel wäre für Grübel, wenn sich die Schweiz mit Luxemburg und Österreich, die keinen automatischen Informationsaustausch kennen, verbünden würde und sich dann alle gemeinsam mit der EU an einen Tisch setzen.

Die Zukunft zeichnet Grübel düster: «Wir werden als Finanzplatz unter Umständen global nichts mehr zu sagen haben.» Einen Abbau von 20'000 Arbeitsplätzen halte er für «möglich».

... und an UBS-Rettung

Für Grübel war die Beteiligung des Bundes an der UBS nach dem Platzen der US-Immobilienblase «unnötig». Der Bund hatte der krisengeschüttelten Grossbank im Herbst 2008 mit einem Hilfspaket in Höhe von sechs Milliarden Franken unter die Arme greifen müssen.

Die Rettung habe «von der Psychologie her bei allen im Land etwas ausgelöst», sagte Grübel. Schaue man in fünf bis zehn Jahren zurück, werde man sehen, dass dies der Auslöser für die rasante Veränderung des Finanzplatzes gewesen sei. «Seither hat Bern die Banken in der Hand und drängt auf einen Finanzplatz ohne Risiken.»

(bert/sda)

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Stimmt
Nichts hinzuzufügen Keinschaf. Wenn man SP wählt, erwartet die Schweiz genau dieses Szenario. Zusätzlich mit EU-Mitgliedschaft und Milliardenzahlungen in den Versagertopf.

Alles was Grübel ausspricht, entspricht den Tatsachen, die unsere Regierung und Politiker verleugnen.
EHRLICH...
Das ist mal eine traurige Wahrheit, von einem ehrlichen Mann ausgesprochen! Jeder Satz ist wahr.

Viel mehr kann man dazu nicht sagen.

Jedes vernunftbegabte Wesen versteht, was Grübel da äussert.
Natürlich - die Linken (und verkokste Choleriker im HarryHasler-Kanton) brauchen die Erträge aus dem Finanzgeschäft ebenso wenig, wie sie Strom aus AKWs und landwirtschaftliche Produkte von den Bauern brauchen. Der Strom kommt aus der Dose, die Milch aus dem Supermarkt und das Geld aus dem Automaten.

Wenn die Schweiz dann ihren Wohlstand verloren hat, ist natürlich die SVP daran Schuld, oder die Banken, die "kriminelle Gelder" verwaltet hatten.

Ich würde noch weiter gehen, als Grübel. Nicht nur die Zinsen werden steigen, sondern vor allem auch die Steuerlast.
Die Leistungen des Staatswesens werden nicht geringer, wenn die Einnahmen ausbleiben - eher grösser. Ergo wird der Staat alle möglichen Hebel in Bewegung setzen, um an Steuersubstrat zu kommen. Analog geschieht es ja jetzt in den EU-Staaten ringsherum. Bei uns wird dasselbe mit etwas Verzögerung geschehen. Politiker werden uns Ausreden servieren; insbesondere die SP wird dannzumal von einer "Entwicklung" reden, "der man sich nicht verschliessen kann" (oder so ähnlich klingt es dort jeweils aus dem Märchenland), als ob das gottgegeben sei.
Die Einwanderung wird deswegen kaum abreissen, da die gebeutelten Unternehmen umso mehr auf billige Einwanderer setzen werden, je höher die Steuerlasten sind.

Da ist es doch ratsam, seine latenten Auswanderungsträume zu konkretisieren und das einstmalige schöne Land der Freiheit, das uns unsere Vorfahren hart erkämpft so überlassen haben, mit weinendem Auge den Verbrechern zu überlassen. Denn auch Dummheit ist ab einem gewissen Grad ein Verbrechen, leider für die Täter straffrei, dafür umso härter für die Opfer.

Wer dann in 20 Jahren einmal zurückkehrt, um nach seiner Heimat zu schauen, wird verkommene Stadtviertel, komplett verbaute einstmalige Naherholungsgebiete, 3-Klassengesellschaft (1. Neureiche, 2. einfache Bürger ohne Vermögen und 3. Mittel- und Obdachlose) vorfinden.
Während die eine Bevölkerungsschicht in schönen neuen Häusern mit Solarstrom lebt und mit Valserwasser aus der Leitung das Klo spült, werden die einfacheren Leute in verkommenen Altbauwohnungen nisten.
Die öffentlichen Schulen werden ein grottenjämmerliches Niveau haben und schon zufrieden sein, wenn die Gewalt einigermassen unter Kontrolle gehalten werden kann, die Privatschulen werden demgegenüber wieder auf Zucht und Ordnung setzen - ganz der Klassengesellschaft entsprechend.

Und man wird sagen:
Jänu, so ist das halt "heute". Das ist der Lauf der Dinge, da kann "man" nichts machen.

Der ewig wiedergekäute Spruch, mit dem sich die Leute aus der Verantwortung stehlen und sie der "Zeit" überantworten.
Ich glaube, ich ziehe auch nach Afrika. Dort ist alles ein wenig primitiver, aber schöner. Und die Menschen dort wissen noch, dass der Honig nicht von selbst in den Mund tropft und man seine Errungenschaften nicht in blindem Eifer verschenkt.
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