Nur Därme aus Brasilien können Cervelat retten
publiziert: Montag, 22. Dez 2008 / 14:34 Uhr / aktualisiert: Montag, 22. Dez 2008 / 17:05 Uhr

Bern - Die Existenz des Cervelats sei gesichert, hielt der Schweizer Fleisch-Fachverband (SFF) in Bern vor den Medien fest. Aber alle Sorgen sei man noch nicht los. Um die Nationalwurst zu retten, brauche es die Rinderdärme aus Brasilien.

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Bis die Därme aber wieder in die EU und die Schweiz importiert werden dürfen, hätten die Fleischverarbeiter weiterhin mit Engpässen zu kämpfen, sagte Rolf Büttiker, Präsident des SFF und Leiter der Task Force Cervelat.

Seit dem 1. April 2006 ist der Import von Rinderdärmen aus Brasilien wegen BSE-Gefahr verboten. Mit einem Antrag an die EU-Kommission hofft die Task Force nun auf eine Neubeurteilung des Importverbots. Der Antrag wurde am 19. Dezember vom Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) zusammen mit einer Risikoanalyse eingereicht.

Die Analyse wurde von einer Expertengruppe, bestehend aus englischen, holländischen und deutschen Wissenschaftlern, erstellt. Darin schätzen sie das BSE-Risiko für die Konsumenten beim Verzehr von Rinderdärmen mengenmässig ab.

Es stellte sich heraus, dass das Risiko für den Menschen, sich durch solche Rinderdarm-Wursthüllen mit BSE anzustecken, «sehr niedrig» ist. Die Studie liefere gemäss SFF genügend wissenschaftliche Argumente, Rinderdärme aus Ländern mit kontrolliertem BSE-Risiko, also auch aus Brasilien, als Wursthüllen zuzulassen.

Därme aus Paraguay zugelassen

Seit dem 22. Dezember ist der Import von Därmen aus Paraguay wieder zugelassen. «Die Zulassung von Paraguay als Darmexporteur wird den Markt weiter entlasten», sagte Daniel M. Mäder, Sprecher des Verbandes des Schweizer Darmhandels, an der Medienkonferenz.

Doch auch mit diesem «Erfolg» können Versorgungslücken mittelfristig noch nicht ausgeschlossen werden, wie Büttiker sagte. Die Vorräte der Schweizer Fleischwarenproduzenten seien so aufgestockt, dass sie bei einzelnen Betrieben bis Ende Grillsaison 2009 reichen sollten.

Das Problem ist laut Büttiker erst gelöst, wenn die Därme aus Brasilien wieder importiert werden dürften. In der Schweiz werden pro Jahr rund 160 Millionen Cervelats verspiesen.

(smw/sda)

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