Nuklear-Spezialist Marcos Buser nimmt den Hut
Nuklearexperte ortet Filz zwischen BFE, Ensi und Nagra
publiziert: Sonntag, 24. Jun 2012 / 15:55 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 24. Jun 2012 / 16:13 Uhr
«Die Lagersuche ist grundsätzlich falsch konzipiert.»
«Die Lagersuche ist grundsätzlich falsch konzipiert.»

Bern - Der Nuklearexperte Marcos Buser ist aus Protest aus der Eidg. Kommission für nukleare Sicherheit (KNS) ausgetreten. Er wirft dem Bundesamt für Energie (BFE), dem Eidg. Nuklearinspektorat (Ensi) und der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) Filz vor.

...bis 30% Heizkosten sparen und CO2 reduzieren!
13 Meldungen im Zusammenhang
Er habe genug, sagte Buser im Interview mit der «SonntagsZeitung». «Die Suche nach einem Tiefenlager für Atommüll läuft aus dem Ruder, doch alle Empfehlungen von uns unabhängigen Experten werden von den zuständigen Behörden in den Wind geschlagen», sagte er.

Weil dem BFE die Fachkompetenz fehle, könne die Nagra das Verfahren im Hintergrund steuern, erklärte Buser, der als KNS-Mitglied jahrelang den Bundesrat in Atomfragen beraten hatte. «Diese Behörde (das BFE) entscheidet sehr autoritär über ein Gebiet, in dem sie wenig Fachwissen hat. Das schwächt ihre Unabhängigkeit.»

Dem Ensi attestiert Buser zwar mehr Fachwissen als dem BFE, aber es stehe der Nagra ebenfalls zu nahe. «Auch von den Leuten in den Standortregionen höre ich immer dasselbe: BFE, Nagra und Ensi steckten unter einer Decke», sagte Buser.

Informationen austauschen

Der Filz bestehe darin, dass die Mitglieder der verschiedenen Behörden und Stellen miteinander verbandelt seien und Informationen austauschten. «Der Kontrolleur ist Copain mit dem Kontrollierten», fasste Buser seine Kritik zusammen.

Als Beispiel für seine Vorwürfe nennt der Atomexperte den Zeitplan für die Suche nach einem Tiefenlager: Seit 2008 weise die KNS erfolglos immer wieder darauf hin, dass der Zeitplan unrealistisch sei. Zudem brauche es Risikostudien, wie der Atomabfall in den Untergrund verfrachtet werden solle. Diese Einwände der KNS würden - auf Anraten der Nagra - von den Behörden nicht beachtet.

Buser übt auch Kritik an der Strategie der Behörden: «Die Lagersuche ist grundsätzlich falsch konzipiert», sagte er. Zurzeit würden Oberflächengebäude an allen möglichen Standorten diskutiert. Das sei die falsche Reihenfolge: «Zuerst muss man die Geologie anschauen und feststellen, ob sich ein Standort eignet.» Wenn nicht, mache es keinen Sinn, dort über Oberflächenanlagen zu diskutieren.

UVEK prüft Aussagen Busers

Das Eidg. Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) bestätigte auf Anfrage den Erhalt von Busers Rücktrittsschreiben. Zu den Vorwürfen wollte UVEK-Sprecher Harald Hammel wegen einer laufenden internen Untersuchungen keine Stellung nehmen: «Wir sind daran, die Aussagen Busers zu den Vorgängen zu prüfen», sagte er zur Nachrichtenagentur sda.

Gar nicht äussern wollten sich die Nagra und das Ensi, wie deren Sprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagten.

(asu/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese wirtschaft.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Die Bundesanwaltschaft hat das Verfahren gegen Marcos Buser wegen ... mehr lesen
Das Strafverfahren wegen Verdachts auf Amtsgeheimnisverletzung sei am 4. Juni eingestellt worden, sagte Jeannette Balmer, Sprecherin der Bundesanwaltschaft.
Bern - Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) ist unabhängig und wird nicht durch die Nagra beeinflusst: Zu diesem Schluss ... mehr lesen
Eine externe Firma befragte dazu zwölf Personen, darunter Personen aus dem ENSI und der Nagra. (Symbolbild)
Bern - In der Affäre um die Weitergabe eines internen Nagra-Papiers ist nun auch die Bundesanwaltschaft (BA) aktiv ... mehr lesen
Bundesanwalt Michael Lauber. (Archivbild)
Weitere Artikel im Zusammenhang
Bern - Die Führung der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung ... mehr lesen
Nagra-CEO Thomas Ernst muss sich morgen beim BFE erklären.
Bern - Noch in dieser Woche soll es zu einem Treffen zwischen der Geschäftsleitung der Nagra und dem Bundesamt für Energie (BFE) kommen. Das Bundesamt hat das Führungstrio zu einem klärenden Gespräch vorgeladen. Personelle Konsequenzen schliesst das BFE nicht aus. mehr lesen  1
Bern - Die Atomabfall-Genossenschaft Nagra nennt in einem internen Papier zwei Standorte für Atommüll-Endlager: das Zürcher Weinland und Jura-Ost AG. Die Nagra will das Papier als eines von vielen möglichen Szenarien verstanden wissen. Geologieprofessor Walter Wildi zweifelt an dieser Darstellung. mehr lesen 
Bern - Jeder finde einen Grund gegen ein Atommülllager, sagt Nagra-Chef Thomas Ernst. «Deshalb hat uns die Kritik der Kantone nicht überrascht» nach der Bekanntgabe der 20 Standortgemeinden für mögliche Oberflächenbauten für ein Tiefenlager. mehr lesen 
Bern - Alle von der Nagra vorgeschlagenen Lager-Standorte für radioaktive Abfälle kommen nach einer Prüfung durch das ... mehr lesen
Hans Wanner, Leiter Entsorgung ENSI, äussert sich am Freitag in Bern.
Nidwalden stehe für ein Endlager nicht zur Verfügung.
Bern - Sechs Regionen eignen sich ... mehr lesen 1
Nutzen Sie die kostenlose Energie von der Sonne!
Helvetic Energy GmbH
Winterthurerstrasse 702
8247 Flurlingen
...bis 30% Heizkosten sparen und CO2 reduzieren!
Branchenverband, Ihr kompetenter Partner für Elektro-, Energie- und Informationstechnik
Electrosuisse
Luppmenstrasse 1
8320 Fehraltorf
Professionelle Beratungsdienstleistungen in den Bereichen Windkraft, Photovoltaik und Biogas
Alle radioaktiven Brennstäbe sind in einem Reaktor entfernt worden. (Archivbild)
Alle radioaktiven Brennstäbe sind in einem Reaktor ...
Frei von Atombrennstoff  Tokio - Im schwer beschädigten japanischen Atomkraftwerk Fukushima sind alle radioaktiven Brennstäbe in einem von vier havarierten Reaktoren entfernt worden. Mehr als 1500 Brennelemente seien aus dem Reaktorkomplex gebracht worden, teilte der Betreiber Tepco am Samstag mit. 
UNO mit Resolution  New York - Die UNO-Vollversammlung hat Israel mit überwältigender Mehrheit aufgefordert, den Libanon für ...  
Die UNO-Vollversammlung forderte Israel zu einer Entschädigung auf. (Archivbild)
EZB-Vize warnt  Düsseldorf - Der Ölpreisverfall schürt in der Europäischen Zentralbank (EZB) die Furcht vor einem Teufelskreis der Deflation. EZB-Vizechef Vítor Constâncio warnt vor einem möglichen Abrutschen der Preise auf breiter Front.  
1. Dezember 2. Dezember 3. Dezember 4. Dezember 5. Dezember 6. Dezember 7. Dezember 8. Dezember 9. Dezember 10. Dezember 11. Dezember 12. Dezember 13. Dezember 14. Dezember 15. Dezember 16. Dezember 17. Dezember 18. Dezember 19. Dezember 20. Dezember 21. Dezember 22. Dezember 23. Dezember 24. Dezember
Adventskalender nachhaltige Entwicklung 2014
Adventskalender 24 Fenster zur Nachhaltigkeit, von innovativen Unternehmen, NGOs und weiteren Partnern.
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1100
    So, Italien will? Ein paar Populisten sind noch lange nicht Italien! Welch ein ... gestern 00:52
  • Kassandra aus Frauenfeld 1100
    Hör ich recht? Der KGB Beamte, der sich hinter der Mauer offensichtlich recht wohl ... Do, 18.12.14 22:41
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2628
    Die... Sanktionen gegen Russland mögen kurzfristig wirken. Langfristig sind ... Do, 18.12.14 13:55
  • Kassandra aus Frauenfeld 1100
    Mittelalter Deutlicher kann es nicht zu Tage treten, die Gold-Initianten leben noch ... Mo, 01.12.14 13:37
  • Kassandra aus Frauenfeld 1100
    Die Dummen sind die Besucher der chinesischen Restaurants, nicht die Köche aus China oder ... Mo, 01.12.14 01:28
  • PMPMPM aus Wilen SZ 165
    Hoffentlich... ...werden diese Kontingente endlich vernünftig eingesetzt und nicht wie ... Fr, 28.11.14 19:54
  • Kassandra aus Frauenfeld 1100
    Die Finanzwelt lacht! Hier eine Meinung einer Bank und eine angesehen Börsenzeitung: "Statt ... Do, 27.11.14 18:56
  • Kassandra aus Frauenfeld 1100
    Teilweise hat er ja Recht, der Jordan Der Wert des Frankens wird in der Finanzwelt durch Nachfrage und ... Mi, 26.11.14 20:30
Es ist wichtig, den richtigen Umgang mit den eigenen Daten zu lernen.
Startup News Eigene Daten richtig schützen - Methoden und Programme zum Datenschutz Das Internet hat die wichtigsten Bereiche des alltäglichen Lebens übernommen, sei es Online Banking, Familienerinnerungen, soziales ...
Jedes dritte KMU in Deutschland hat 2011-2013 Energie eingespart.
KMU-Magazin Research Energiewende ist im Mittelstand angekommen Die kleinen und mittleren Unternehmen sind auf ...
Erneuerbare Energie
Übrigens: Hier könnte auch Ihr Unternehmen gefunden werden.
Erfassen Sie zuerst Ihr kostenloses Firmenporträt! Mit dem Firmenporträt präsentieren Sie Ihr Unternehmen und Ihre wichtigsten Dienstleistungen schnell und einfach auf dem wichtigsten KMU-Marktplatz der Schweiz.
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
17.12.2014
15.12.2014
ALARME securityalarms Logo
15.12.2014
15.12.2014
15.12.2014
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
SO MO DI MI DO FR
Zürich -0°C 3°C leicht bewölkt sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Basel 0°C 3°C leicht bewölkt leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
St.Gallen 2°C 4°C leicht bewölkt sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Bern 3°C 6°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig nebelig nebelig nebelig nebelig nebelig
Luzern 3°C 6°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Genf 2°C 8°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Lugano 10°C 11°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
mehr Wetter von über 6000 Orten