Novartis: Lösegeld für entführte Mitarbeiter?
publiziert: Montag, 7. Jul 2008 / 10:58 Uhr / aktualisiert: Montag, 7. Jul 2008 / 11:16 Uhr

Bern - Beim Schweizer Unternehmen, das 2001 Lösegeld für zwei entführte Mitarbeiter gezahlt haben soll, handelt es sich um Novartis. Chef Daniel Vasella dementierte aber, dass der Schweizer Emissär Jean-Pierre Gontard als Geldbote figurierte.

Novartis gibt sich bedeckt.
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Gontard habe bei den Verhandlungen zur Freilassung der zwei Novartis-Mitarbeiter als Diplomat vermittelt, sagte Vasella im Westschweizer Radio RSR. Auf die Frage, ob Gontard das Lösegeld der kolumbianischen Guerilla FARC übergeben habe, sagte er: «Meines Wissens nicht. Das Geld war schon vorher übergeben worden.»

Die Affäre geht auf das Jahr 2000 zurück. Damals waren die Novartis-Mitarbeiter von der FARC als Geiseln genommen worden. 2001 wurden sie nach Verhandlungen zwischen Gontard und dem mexikanischen Botschafter in Anwesenheit eines hochrangigen kolumbianischen Polizeibeamten freigelassen.

Der kolumbianische Verteidigungsminister Juan Manuel Santos hatte am Sonntag in einem Zeitungsinterview gesagt, Gontard habe der FARC eine halbe Million Dollar überbracht. Auf die Spur des Geldtransfers seien die kolumbianischen Behörden durch den beschlagnahmten Computer des FARC-Vize Raul Reyes gekommen.

Erklärung nötig

Dieser war im März von der kolumbianischen Armee in Ecuador getötet worden. «Herr Gontard wird uns nun erklären müssen, warum er im Mail-Ordner des FARC-Vize als Überbringer von in Costa Rica beschlagnahmten Geldern erscheint», sagte Santos in einem Interview mit der Tageszeitung «El Tiempo».

Nach Angaben des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hatte Gontard den mexikanischen Botschafter zu einem Treffen mit dem FARC-Chef begleitet, um die Freilassung der zwei entführten Angestellten noch vor der Zahlung des Lösegeldes zu veranlassen.

(fest/sda)

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