Neues Kernkraftwerk in 12 bis 18 Jahren
publiziert: Montag, 29. Jan 2007 / 15:49 Uhr

Bern - Der Bau eines neuen Atomkraftwerkes in der Schweiz dauert nach Ansicht von Experten mindestens 12 Jahre. Darin eingeschlossen sind das Bewilligungsverfahren und die Bauzeit. Das Bundesamt für Energie spricht sogar von 16 bis 18 Jahren.

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Auch eine Volksabstimmung zu einem neuen KKW wird nicht ausgeschlossen. (Bild: KKW Leibzig)
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Voraussetzung für eine Dauer von 12 Jahren sei der politische Wille, die drohende Stromlücke rechtzeitig mit Kernenergie zu füllen, meint Bruno Pellaud, Präsident des Nuklearforums Schweiz. Die Weichen dazu würden einzig in Bundesbern gestellt, schreibt er in einer veröffentlichten Mitteilung.

Die 12 Jahre umfassen gemäss Pellaud die Dauer vom Einreichen eines Rahmenbewilligungsgesuchs durch die Bauherrschaft bis hin zur Inbetriebnahme des neuen KKW.

Pellauds Rechnung schliesst eine Volksabstimmung ein und geht davon aus, dass rechtliche Einsprachen und die anschliessenden Bau- und Betriebsbewilligungsverfahren keine projektverzögernde Wirkung haben.

Fünf Jahre bis zur Bewilligung

Auch Bernhard Piller, Projektleiter der gegen die Kernenergie eingestellten Schweizerischen Energie-Stiftung (SES), rechnet mit mindestens 12 Jahren.

Fünf Jahre dauere es von der Einreichung des Rahmenbewilligungsgesuches bis zum definitiven Entscheid, und weitere sieben Jahre müssten für den Bau veranschlagt werden.

Beim Bundesamt für Energie (BFE) geht man sogar von einer Bewilligungs- und Bauzeit von 16 bis 18 Jahren aus. Die Dauer des Verfahrens hänge davon ab, ob Verfahrensanträge und Beschwerden eingereicht würden und ob einer Beschwerde die aufschiebende Wirkung entzogen werde, hiess es beim BFE auf Anfrage.

Drei Verfahren

Für den Neubau eines KKW müssen gemäss Kernenergiegesetz drei Verfahren auf Bundesebene durchlaufen werden. Nötig sind eine Rahmenbewilligung, eine Baubewilligung und eine Betriebsbewilligung.

Der Bundesrat befasst sich am Mittwoch mit den künftigen Energieperspektiven. Entscheide sind noch keine zu erwarten.

Dies hatte Vizekanzler Oswald Sigg letzte Woche bekannt gegeben. Hintergrund für die Aussprache der Landesregierung ist der drohende Stromengpass.

(rr/sda)

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