Néstle Schweiz ist für ein Agrarfreihandelsabkommen
publiziert: Sonntag, 31. Aug 2008 / 12:23 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 31. Aug 2008 / 19:57 Uhr

Zürich - Ohne ein Agrarfreihandelsabkommen mit der EU seien die Schweizer Produktionsstandorte von Néstle gefährdet. Dies sagte Roland Decorvet, Chef von Nestlé Schweiz, in einem Interview mit der Zeitung «Sonntag».

Runter mit den Rohstoffpreisen oder Öffnung der Grenzen, so der Schweizer Nestlé-Chef Roland Decorvet.
Runter mit den Rohstoffpreisen oder Öffnung der Grenzen, so der Schweizer Nestlé-Chef Roland Decorvet.
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Zwei Drittel der in der Schweiz produzierten Nestlé-Produkte würden exportiert. Weil ab 2013 der Bund die Differenz zwischen den Schweizer Rohstoffpreisen und den entsprechenden Weltmarktpreisen nicht mehr abgelte, müssten entweder die Grenzen geöffnet werden oder aber die lokalen Rohstoffpreise sinken, sagte Decorvet.

Man könne zwar nicht ändern, dass eine Marktöffnung für einige Betriebe schmerzhaft werde.

Es gebe keinen Grund, weshalb die Schweizer Landwirtschaft und die Lebensmittelindustrie sich nicht ebenso erfolgreich einer Marktöffnung anpassen könne, wie dies Banken, Versicherungen und die Maschinenindustrie getan habe.

Beleidigung für Schweizer Bauern

«Es ist doch eine Beleidigung für die Schweizer Bauern, wen man behauptet, sie hätten keine Chance in einem liberalisierten Markt», sagte der Nestlé-Chef. Im Zusammenhang mit Freihandelsabkommen würden gelegentlich falsche Ängste geweckt. Insbesondere bei Milch- und Bioprodukten habe die Schweiz gute Chancen auf dem Weltmarkt.

Der Bundesrat hat im März entschieden, mit der EU über ein Agrarfreihandelsabkommen zu verhandeln. Gleichzeitig hat er er bekanntgegeben, dass die Einkommensausfälle der Bauern mit Begleitmassnahmen abgefedert werden sollen.

Die zuständigen Aussenpolitischen Kommissionen (APK) und Wirtschaftskommissionen (WAK) beider Räte haben der Eröffnung von Verhandlungen mit der EU zugestimmt, bei den Kantonen stiessen solche Verhandlungen auf Ablehnung.

(tri/sda)

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